[Die Astralpunkte aus der Vollmondnacht hast du vollständig regeneriert, das liegt ja schon einige
Tage zurück. In der aktuellen DSA-Edition 4 wird der Einfachheit halber immer echt gerundet.]
Ehe du dich nach deinen magischen Vorbereitungen zur Gänze auf die Kräutersuche konzentrierst, hältst du noch einmal inne.
Du hattest die magische Verbindung zu der dich umgebenden Natur zwar gelegentlich im Beisein von Rauma gewirkt, aber sehr vertraut bist du mit
der Wirkung noch immer nicht. Seltsam fühlt es sich an, dass dein Wahrnehmungsfeld nun über die Grenzen deines Körpers hinaus,
bis in den Wald hinein reicht, und dir allenthalben eigenartige Stimmungsbilder entgegen schwappen.
Das Gefühl unterscheidet sich zwar grundlegend von dem, das dich in der magisch geladenen Spannung einer Vollmondnacht ereilt, gibt dir
aber trotzdem ein ähnliches Gefühl der Sicherheit. In Vollmondnächten weißt du, dass dir keine Gefahr
wiederfahren kann, mit dem Zauberband zwischen dir und dem Wald aber weißt du, dass du vor drohender Gefahr früh genug gewarnt sein wirst.
Vielleicht war es aber auch gerade diese veränderte, irritierende Wahrnehmung, die deinen zweiten Zauber misslingen ließ.
Ein wenig ärgerst du dich, denn du bist dir sicher, dass diese Sicherheit – anders als in der Vollmondnacht – eine
teilweise trügerische ist und hättest dich gerne auf die Augen einer Katze verlassen. Herumstehen und Ärgern hilft
dir aber nicht weiter und so marschierst du in eine willkürliche Richtung einfach drauflos. Bei deiner Suche hast du zeitweilig
das Gefühl, als ob der Zauber doch nicht zur Entfaltung gekommen sei, denn du spürst gar keine Gefahr. Dann aber fällt
dir auf, dass du sehr seltsame Haken auf deinem Weg geschlagen hast, als ob eine magische Barriere dich davon abhielte bestimmte Bereiche
des Waldes zu betreten.
Die Sichel der sterbenden Mada ist gerade erst einige Finger weitergewandert, als ein Geräusch dich aufhorchen lässt.
Du warst gerade dabei eine Wurzel auszubuddeln, deren oberirdischer Bestandteil dir aufgefallen war, lässt jetzt aber von deinem
Tun ab. Geräusche dringen an dein Ohr. Da sprechen doch jenseits der Anhöhe, die vor dir liegt, Menschen miteinander. Wenn du
dich nicht sehr irrst, weht dir sogar ein leichter Brandgeruch um die Nase. Da scheint jemand mitten im Wald ein Nachtlager aufgeschlagen
zu haben. Du lauscht noch einmal angestrengt, aber außer einem vagen Eindruck, dass dort mehrere Menschen miteinander sprechen, kannst
du nichts weiter erhaschen. Du zögerst. Der Wald fühlt sich durch die Anwesenheit der Fremdlinge offenbar nicht bedroht, was schon
einmal kein schlechtes Zeichen ist. Aber ist es wirklich ratsam näher heranzuschleichen?! Und wo mag Beorn gerade sein? Wird er die mögliche
Gefahr rechtzeitig erkennen? Oder wird er sich gar todesmutig auf irgendwelche Wegelagerer stürzen, nur weil er dir beweisen will, was für ein
Kerl er ist? All diese Gedanken schwirren in deinem Kopf …
[Was hast du vor? Entsprechende Proben kannst du nach Gutdünken durchführen und mir wie gehabt das Ergebnis mitteilen.]
Zunächst siegt meine Neugier und ich beschließe näher heran zu schleichen, um einen Blick auf die Fremden zu erhaschen und vielleicht auch ein paar Gesprächsfetzen zu aufzuschnappen. Intuitiv greife ich noch nach einem Zweig oder Tannenzapfen, den ich notfalls zur Ablenkung in eine andere Richtung werfen will, und schleiche los (Schleichen-Probe: leider nicht gelungen, um 7 daneben, habe aber noch keine Boni für den Zauber und Geländekunde berücksichtigt). Da ich mich nicht gerade lautlos bewege, lausche ich umso angestrengter darauf, ob das Gespräch plötzlich abbricht, oder sich gar Schritte in meine Richtung bewegen. Noch einmal fluche ich leise in mich hinein, dass meine Konzentrationsfähigkeit mich mal wieder im Stich gelassen hat, zu gut könnte ich jetzt die Sehfähigkeit der Katzen gebrauchen… (Sinnenschärfe-Probe: 5 TaP*, wiederum keine Boni berücksichtigt). Sollte ich ein verdächtiges Geräusch hören, bleibe ich sofort stehen, halte den Atem so flach wie möglich und mache mich bereit meinen Tannenzapfen in eine Richtung wo er etwas weiter fliegen würde zu schleudern um die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken. Ich versuche so dicht heranzukommen, dass ich entweder das Gespräch annähernd verstehen, oder eine der Personen anhand Kleidung und Erscheinungsbild einordnen kann…
(wie dicht ist denn das Unterholz und wie dicht die Baumkronen? Ist Fliegen eine Option, wenn ich merke, das jemand in meine Richtung kommt?)
Selbst einen halblauten Fluch kannst du nicht unterdrücken, als der Ast krachend zu Boden geht, an dem du dich rudernd festgekrallt hattest, als beim Näherschleichen plötzlich der Boden unter dir nachgab. Vor dem verlassenen Dachsbau hatte dich dein magischer Instinkt aus irgendeinem Grund nicht bewahrt, stellst du fest, als du dich schnell wieder aufrichtest und panisch umschaust.
Du hoffst inständig darauf, dass die Wegelager (denn um solche muss es sich ja handeln, hast du für dich vorerst beschlossen) das Krachen des Astes nur als gewöhnliches Geräusch des Waldes einordnen und nicht nachschauen werden. Verunsichert bist du nichtsdestoweniger und dein Herz schlägt noch einen Augenblick bis zum Hals. Bewegungslos verharrst du, bis sich dein Herzschlag wieder beruhigt hat und nutzt dann den Augenblick um noch einmal angestrengt zu lauschen. Die leisen Gespräche wurden nicht unterbrochen, so scheint dir. Du beschließt näher heranzugehen.
Die Stimmen werden unterdes etwas deutlicher an deine Ohren herangetragen und du stellst fest, dass es nicht nur die Lautstärke war, die dir Schwierigkeiten bereitete etwas zu verstehen. Die Wegelagerer sprechen eine andere Sprache als du. Raue, kehlige Laute dringen an deine Ohren, die du ganz und gar nicht einordnen kannst.
Plötzlich zeichnet sich eine Silhouette am höchsten Punkt der Anhöhe gegen den Nachthimmel ab. Du bleibst wie geplant stehen und machst dich bereit den Tannenzapfen, den du nervös in der Hand hin und her drehst, von dir zu schleudern. Tatsächlich kommt die recht kleine Gestalt zielstrebig in deine Richtung. Du holst aus und schleuderst den Tannenzapfen davon, was – Satuaria sei Dank – den gewünschten Effekt nach sich zieht, denn die Gestalt hält kurz inne und ändert dann unmerklich die Richtung. In einem weiten Bogen schleicht der kleine Mensch um die Stelle herum, an der der Tannenzapfen zu Boden gegangen ist. Seltsam erscheint dir das kleine humanoide Wesen. Viel kannst du nicht erkennen, aber irgendwie erscheint es dir etwas disproportioniert zu sein, ein kleiner, gedrungener Körper trägt einen viel zu großen Kopf und viel zu lange Arme. Du schaust dich um. Die Ablenkung durch den Tannenzapfen gibt dir genug Zeit, dich entweder in den Farnbüschen zu verstecken, die hier allenthalben den Boden bedecken oder die Flucht nach oben anzutreten.
Das Blätterdach ist hier licht genug, um es fliegend zu durchdringen, aber dicht genug um danach unbemerkt einen Rundflug zu starten. Dafür wärest du für den Augenblick des Startes relativ ungeschützt.
Also dann, auf in die Höhe, scheint es doch, dass ich am Boden heute nicht der beste Pirscher bin. Ich schwinge so leise wie möglich mein Bein über meinen Stecken und stoße mich kräftig vom Boden ab. Im Schutz des Blätterdaches versuche ich mir dann einen Überblick über die Situation zu verschaffen: Wieviele dieser Gestalten sind um das vermutete Feuer versammelt? Sind alles solch ungewöhnliche Gestalten, sind auch Menschen dabei? Da ich ihre Sprache ja sowieso nicht verstehen kann versuche ich noch höchstens anhand ihrer Kleidung und eventuell sichtbaren Bewaffnung die Friedfertigkeit ihrer Absichten einzuschätzen (ja ich weiß, das das nur bedingt möglich ist) und mache mich dann aufgeregt davon in die Richtung, wo ich Beorn vermute. Ich muss ihm schleunigst von meiner Entdeckung berichten, oder habe zumindest einige Fragen, über diese Orks, von denen er erzählt hat. Wie auch immer, erstmal grob in seine Richtung, unbemerkt landen und dann am Boden nach ihm suchen…