
Dem Lärme des Basars entflohen, streifst du durch eine ruhigere Gasse Al’Anfas. Dein Blick fällt in den reich geschmückten Innenhof eines Mittelschichthauses und bleibt dann an der Tulamidin hängen, die dort an eine der Säulen gelehnt steht und, wie eine Katze auf der Lauer, die Vorbeigehenden mustert. Obwohl sie eine scheinbar lässige Haltung eingenommen hat, ist die Spannung und Präsenz ihres Körpers förmlich zu spüren. Sie trägt eine enge Lederhose und ein weites, weißes Hemd. Ihre Füße stecken in weichen Stiefeln. Irrst du dich, oder hast du da gerade an ihrem Gürtel einen Dolch blitzen sehen? Ihr langes schwarzes Haar ist mit akribischer Genauigkeit am Hinterkopf fixiert und lässt freien Blick auf ihre scharfen, südländisch geprägten Gesichtszüge. Ihre wachen, dunklen Augen wandern suchend umher. Ein etwas zu hochmütiges Lächeln tritt auf ihre Lippen, als sie bemerkt, wie du sie musterst. Ihr Blick, der sich nun mit deinem trifft fühlt sich unangenehm an, als würde sie gerade darüber befinden, welche Strafe du verdienst. Die leichten Schatten unter ihren Augen und die finstere Entschlossenheit in ihrem Blick wirken auf einmal recht unheilvoll. Schnell senkst du den Blick, und da scheint sie das Interesse an dir zu verlieren. Trotzdem machst du, dass du weiterkommst, in dieser Gasse scheint es einige Grad kühler geworden zu sein. Als du dich noch einmal nach ihr umschaust, ist sie verschwunden.
Herausragende Fertigkeiten
Dolche, Blasrohr, Schleichen, Sich Verstecken, Sinnenschärfe, Menschenkenntnis, Gassenwissen
Vorteile
soziale Anpassungsfähigkeit, Gefahreninstinkt, Begabung gesellschaftliche Talente, gezielter Stich, Kampfreflexe, Scharfschütze
Nachteile
Unfähigkeit Naturtalente, Zwanghafte Ordnung 8, Arroganz 8, Neugier 6, Schlafstörung
Kontakte
Rondrigo Delgado, Höfling im Haus Bonareth, Hernando di Cortez, Alchimist (Giftmischer)
Menschen, Orte, Gegenstaende
Mutter: Carmen de Florios, Grandessa (erkennt sie nicht an);
Vater: Miguel Andrez, Kaufmann (bei ihm aufgewachsen);
Dienerin: Dolorita;
Freund und Lehrer im „Schlund“: Toki (entlaufener Mohasklave)
Life in short
Geburt im Hause der Florios, das Kind wurde gleich nach der Geburt von einer Dienerin zum Vater gebracht, der eigentlich gehofft hatte, durch eine Hochzeit ins Grandenleben einsteigen zu können. Carmen de Florios aber hat natürlich kein Kind (die Schwangerschaft wurde geheimgehalten). Amira wächst im Mittelschichthaus ihres Vaters auf, lernt lesen und schreiben. Mit 13 Götterläufen versteht Amira den Grund für die Launigkeit ihres Vaters, verlässt ihn und verdingt sich als Schreibkraft im Hause Florios um ihre Mutter kennenzulernen. Mit 15 entflieht sie und verschwindet auf den Straßen des Schlunds. Ein Jahr später kehrt sie zu ihrem Vater zurück, wird freudig aufgenommen und verwöhnt. Sie wird in die Gesellschaft eingeführt, lernt Benimm, Etikette und wichtige Persönlichkeiten zu erkennen. Sie beginnt bald, im Auftrag einflussreicher Personen, Informationen über andere einflussreiche Personen zu besorgen. Im Jahre XX führt sie ein Auftrag ihres guten Freundes Rondrigo zum ersten Mal aus Al’ Anfa ins Horasreich.
Said über Amira Andrez:
Anfangs dachte ich ja, sie sei nur eine dieser aufgeblasenen, reichen, ausländischen Damen, wie man sie oft in Khunchom auf der Fürst-Istav-Allee lustwandeln sieht (und die einem nicht einmal den lausigsten Kreuzer schenken), aber Amira ist anders. Nicht nur, dass sie eine ausgezeichnete Einbrecherin ist, sie versteht es auch mit vielerlei Waffen umzugehen, nicht zuletzt mit der Waffe des Wortes. Amira muss man einfach respektieren. Und zwar nicht dafür wer sie ist, sondern was sie kann! Wenn sie im Übrigen die Bianca raushängen lässt, ist sie einfach unausstehlich und noch dazu pedantisch wie ein Haremswächter.