„Folgendes: Wir spielen zunächst einmal das altbewährte Versteckspiel. Dazu muss ich doch nicht allzu viel erklären, nehme ich an, oder?“ antwortest du und bist über den energischen und bestimmenden Klang deiner Stimme selbst ein wenig überrascht.
„Oh fein, ich fange an“ ruft ER aus und lässt sich seitlich vom Ast fallen. Dein Atem stockt einen Herzschlag lang, da du befürchtest, ER müsse kopfüber auf den Boden stürzen. Doch genau im rechten Augenblick verschränkt ER die Beine um den Ast, so dass sein Körper – von seinen kräftigen Waden gehalten – am Ast baumelt. Im gleichen Moment greift ER mit der linken Hand nach oben, um, kaum dass er sicheren Halt gefunden hat, erst die Beine und einen Herzschlag später sich selbst fallen zu lassen. Der ganze akrobatische Akt passiert in einer fließenden, anmutigen Bewegung und eine Spur des Neides keimt in dir auf, als du dir überlegst, wie du selbst möglichst elegant euren kleinen Lagerplatz wieder verlassen könntest.

Dann aber, inspiriert von den Nachtfaltern, die allenthalben um euch herumschwirren, kommt dir eine Idee. Entschlossen und mutig lässt auch du dich vom Ast gleiten und konzentrierst dich auf deine Feenflügel.
Und tatsächlich! Dein zunächst schneller Fall wird unvermittelt abgebremst. Du erschreckst, erkennst dann aber, dass deine Idee zu funktionieren scheint: Du selbst bist es, die die Geschwindigkeit der Abwärtsbewegung bestimmt. Deine beinahe unsichtbaren Schwingen tragen dich, so wie es bisher nur in der Feenwelt möglich war.
Anmutig landest du mit weit ausgebreiteten Armen neben IHM, ehe du gedanklich die Flügel wieder faltest. Er schaut dich mit großen, begeisterten Augen an. Das Funkeln in seinen Augen wird von tausenden Glühwürmchen unterstrichen, die durch die Luft schwirren. „Märchenhaft, Mirya!!“ kommentiert ER passend, denn an ein romantisch, kitschiges Kindermärchen erinnert dich die Szene schon ein wenig. „ Das war sehr grazil und schön. Da brauchst du ja fast deinen Stab nicht mehr, wenn du solch tolle Kunststückchen beherrscht.“ freut ER sich und ergreift wieder deine Hand. „Komm, ich weiß einen Platz, an dem der Suchende warten muss!“

Er zieht dich hinter sich her und sein Lauf ist schnell, aber du kannst Schritt halten. Und obwohl die Bäume an euch vorbei zu fliegen scheinen, hast du das Gefühl, selbst die winzigsten Käfer deutlich erkennen zu können, die an der Rinde auf und ab klettern.

Euer Dauerlauf endet unvermittelt unter einer Trauerweide. Als ihr in das Zelt aus herabhängenden Zweigen dringt, bleibt ER stehen. Er lässt seinen Blick über den Boden schweifen, als ob er etwas suche und scheint es schlussendlich in einem langen abgebrochenen Ast gefunden zu haben.
„Wir machen es so: Du lässt diese Rute langsam zwischen Daumen und Zeigefinger herab wandern. Wenn der Ast zu Boden fällt darfst du beginnen nach mir zu suchen, einverstanden?!“
„Guter Einfall, so machen wir’s!“ Du nimmst IHM den Ast aus der Hand und schließt die Augen. Schon hörst du das Rascheln des langen Weidenvorhangs, als er davonläuft. „Und ja nicht mogeln“, ruft ER noch lachend ehe es sehr still wird.

Dann konzentrierst du dich …

Während du die Rute langsam durch die Finger gleiten lässt – an jedem kleinen Knoten kurz innehaltend – lässt du deine aktiven Sinne schweifen. Du atmest tief den alten, leicht feuchten Odem der Weide ein, die Luft, die durchsetzt ist vom Duft des frischen, kalten Grases und dem erdigen Geruch der vermodernden Blätter. Du horchst auf die Geräusche der Nacht, die dir heute so deutlich und klar wie niemals sonst ans Ohr dringen. Über dem freien Feld fliegt ein Schwarm Fledermäuse hektisch durcheinander, dessen schriller, vielstimmiger Ruf die Nacht durchschneidet. Eine Eule gleitet träge über den Himmel, auf der Suche nach den Nagetieren, die ihrerseits auf Nahrungssuche das Unterholz durchstreifen. Und im Leib der Urmutter gräbt sich ein Maulwurf langsam, aber stetig seinen Weg.
Die Weidenrute fällt zu Boden.

[Zunächst einmal kannst du dich mental, sowie magisch auf deine Suche vorbereiten. Eine Intuitions-Probe + 4 bringt dir 2 Bonuspunkte auf folgende Proben. KATZENAUGEN im Dunkel der Nacht (durch Einstimmung um 3 Punkte erleichtert) für 4 Astralpunkte heben die Sichteinschränkung von 3 Punkten durch mondhelle Nacht auf.
Um nun auf SEINE Spur zu kommen, musst du zunächst eine Wildnisleben-Probe meistern, danach kannst du eine Fährtensuchen-Probe ablegen, deren TaP*/2 dir als Bonus für die abschließende Sinnenschärfe-Probe zur Verfügung stehen.
Wenn in der nächsten Runde du dir ein Versteck suchst, ist auch hier Wildnisleben gefordert, danach Fährtensuchen, um ebensolche zu verhindern (und Bonuspunkte zu erarbeiten) und abschließend eine Verstecken-Probe, die mit jeder Runde um zwei Punkte schwerer wird.
5 Runden wirst du dich verstecken, 5 Runden wird ER sich verstecken. Ermittle bitte deine Gesamt-TaP*aus allen drei Proben jeweils für Suchen und Finden, so dass wir vergleichen können, was dir mehr liegt …
Du kannst dir jede deiner Proben selbst weiter erschweren und dir die Erschwernis, falls die Probe dann trotzdem gelingt, als zusätzliche Bonuspunkte gutschreiben (bei Talentwert 5 und einer Erschwernis von 2 kannst du zum Beispiel bis zu 3 TaP* erwerben. Wenn du dir die Probe um 3 weitere Punkte erschwerst, sodass du eine Talentprobe + 5 ablegen musst, würdest du bei Gelingen 0 -3 TaP* + 3 weitere Bonuspunkte auf dein jeweiliges Konto gutgeschrieben bekommen.
Leider kenne ich deine Talentwerte nicht, sonst könnte ich auch eine TaP* Schwelle festlegen, die du nicht unter- oder überschreiten darfst, aber wenn ich 20 vorgebe, du aber TaW 10 allein im Schleichen hast, macht das wenig Sinn.
Es steht dir frei die Suche auszuformulieren, ganz nach Verlauf der Talentproben, damit das Ganze nicht zu einer schnöden Würfelorgie verkommt und du selbst ein wenig mehr Einfluss auf die Geschehnisse nehmen kannst.]

Veröffentlicht von Meister

Die Mächte des Schicksals.

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1 Kommentar

  1. Würfelorgie beendet … du hast dich zwar sehr ausführlich zu Erschwernissen geäußert, nicht aber zu Misserfolgen – von daher habe ich es so gehandhabt:
    Beim Suchen:
    Sobald eine Probe misslang (egal welche) habe ich die Suche als Misserfolg notiert – sei es, dass ich mich in Dornbüschen verfange, die Spur nicht finde, oder IHN am Versteck dann einfach nicht entdecke …
    Beim Verstecken:
    Ich hatte zweimal einen Misserfolg bei der Fährtensuchen-Probe – die negativen TaP* habe ich mir dann einfach mit als Aufschlag in die Verstecken-Probe genommen (zusätzlich zum „Rundenaufschlag“) und falls dann doch noch was gelang, das Ganze als Erfolg gewertet und die gesamt TaP*-Zahl notiert:

    Hier meine Ergebnisse:
    Suche 1: 15 TaP* Verstecken 1: 6 TaP*
    Suche 2: Misserfolg (Wildnisleben) Verstecken 2: 10 TaP*
    Suche 3: Misserfolg (Wildnisleben) Verstecken 3: 9 TaP* (aber Fährtensuchen-Misserfolg)
    Suche 4: Misserfolg (Wildnisleben) Verstecken 4: Misserfolg beim Verstecken
    Suche 5: Misserfolg (Wildnisleben) Verstecken 5: 3 TaP* (aber Fährtensuchen-Misserfolg)

    (bin wohl besser im Verstecken, liegt aber hauptsächlich daran, dass ich in Wildnisleben, Verstecken und Sinnenschärfe ganz passabel bin, aber kein großer Fährtensucher … und dann musste ich das Suchen leider immer aufgeben.

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