Nah am Stamm des Baumes hebst du vom Boden ab und startest einen Steilflug senkrecht nach oben [1 AsP].
Am Blätterdach angekommen musst du einigen Ästen ausweichen, ohne dabei das kleine Wesen zu sehr aus den
Augen zu verlieren [einfache Fliegen-Probe]. Als du durch das Labyrinth aus Ästen und Blättern endlich den Wipfel
passierst atmest du auf. Hier sollte dich vorerst niemand sehen. Kurz verharrst du über den Wipfeln mitten in der Luft, atmest kräftig die kühle Nachtluft ein und lässt dir den Wind um die Nase wehen. Dann richtest du deine Aufmerksamkeit auf eine Lichtung etwas nördlich von deiner Position, von der eine lustige kleine Rauchfahne aufsteigt
und sogar ein Lichtschimmer zu erkennen ist.
Du neigst den Körper leicht nach vorne, so dass dein Kampfstab langsam vorwärts fliegt. Als der Kreis Gestalten um das Feuer in Sichtweite kommt stoppst du wieder. Eine seltsame Gruppierung hat sich da um das kleine Feuer versammelt. Weitere vier dieser kurzen affenartigen Wesen sitzen dort auf einem Baumstamm. Ihr ganzer Körper ist mit struppigem, rötlich schimmerndem Fell bedeckt und ihre Gesichter sehen etwas zerknautscht, ja, ein wenig wie die des kleinen Moosäffchens aus, das Lisanna bei sich hatte. Drei weitere Affen sitzen dort, die sich allerdings von den kleinen deutlich unterscheiden. Sie haben schwarzes, struppiges Fell, sind ein Stück größer und wirken, gerade in Schein des Feuers, deutlich gefährlicher und wilder als die kleinen Roten. Sie tragen Rüstungen und schartige
Säbel an ihrer Seite.
[Es ist recht wahrscheinlich, dass du die Spezies einordnen kannst, eine Tierkunde-Probe + 10, eine Sagen/Legenden-Probe + 3, eine Geschichtswissen-Probe + 5 oder eine Götter/Kulte-Probe + 5 sollten dir Antworten liefern, je nachdem was die größte TaP*-Ausbeute verspricht.]
[1 TaP*:] Keine Frage, die rot befellten Wesen sind Goblins. Kleine, hinterhältige Wesen, von denen viele – ähnlich wie Kobolde – magiebegabt sein sollen. Die großen Schwarzpelze sind die von Beorn so gehassten Orks. Grobschlächtige, brutale Wesen mit der Intelligenz schlauerer Hunde.
Ein Mensch ist bei ihnen, gestikuliert recht viel und scheint offenbar der Wortführer zu sein. Auch er trägt eine vermutlich lederne Rüstung, hat eine blankpolierte Glatze und einen imposanten Schnauzbart
[Auch hier kann dir eines deiner Wissenstalente helfen oder eine geeignete Kulturkunde des nördlichen Derenrundes, um den Mann ein bisschen besser einordnen zu können. Eine Sagen/Legenden-Probe, eine Götter/Kulte-Probe + 5 oder eine Staatskunst-Probe + 10 ist gefragt.]
[3 TaP*:] Ein Norbarde, keine Frage. Ein Mitglied jenes nordischen Nomadenvolkes, die eigentlich für ihre Gastfreundlichkeit und ihre Fröhlichkeit bekannt sind. Außerdem sagt man, sie seien tüchtige Händler.
Dass dir deine neu gewonnen Instinkte keine frühere Warnung gaben, liegt vermutlich daran, dass diese Gruppe hier für den Wald keinerlei Gefahr darstellt. Ihr Feuer ist ordentlich von Steinen und Erde umgeben und auch sonst sitzen sie friedlich im Kreis und tun dem Wald selbst kein Leid an. Wahrscheinlich sind sie in der Wildnis erfahrene Gesellen. Ein ungutes Gefühl beschleicht dich bei dieser Gruppe nichtsdestoweniger und eine nervöse Spannung macht sich in dir breit. Ein letztes Mal lässt du deinen Blick kreisen
[Sinnenschärfe] ehe du beidrehst um nach Beorn zu suchen.
[Wohin soll’s gehen oder hast du eine andere Idee?]
[6 TaP*:] Der Wald um die Gestalten herum liegt ruhig da. Dir fällt noch auf, dass zwei Pferde, etwas abseits angebunden sind. Schlaflager kannst du keine eindeutigen erkennen. Dein Blick bleibt bei einem Gebüsch nahe dem Feuer hängen. War da nicht gerade was? Oder war es nur eine optische Täuschung, dass das Gebüsch eigenmächtig zu wackeln begann? Nein, dort hockt jemand. Kurz blitzt ein glänzender Gegenstand vom Mond beschienen auf. Die Gruppe scheint den Verborgenen noch nicht entdeckt zu haben. Dein Herz beginnt schneller zu schlagen.
1,3,5 TaP*
Einen Moment lang halte ich vor Schreck die Luft an, als ich die verborgene Person entdecke – Satuaria lass es nicht Beorn sein, und lass ihn bloß nicht so unüberlegte Dummheiten machen!! Aber natürlich schwant meinem Inneren schon, dass er es natürlich doch ist, und ich hoffe inständig, dass er seinen Haß zügeln kann und die Stimme seiner Vernunft ihm einflüstert, dass er hoffnungslos unterlegen ist… Bevor ich aber vor lauter Grübelei vom Stecken falle fasse ich mich wieder und schwebe nochmal etwas näher um aus meiner üblen Ahnung eine Gewissheit zu machen. Ich versuche mir unbemerkt einen etwas besseren Blickwinkel hinter das Gebüsch zu verschaffen. Falls mir das nicht gelingt werde ich versuchen in einem großen Baum in der Nähe des Gebüsches erstmal zu landen (auf einem großen Ast) und die Situation erst einmal weiter zu beobachten. (Kurze Regelfrage – auf einem Ast habe ich Kontakt mit Muttererde oder nein?) (und dann erstmal noch eine Fliegen-Probe für unbemerktes Landen im Baum – ich erschwer sie mal um 2: 1 TaP* – hätte also sozusagen auch um 3 erschwert sein können und wär gerade noch gelungen)
Du fliegst in einer Rechtskurve um die Lichtung herum (Nordosten), so dass du wie geplant einen besseren Blick auf das Gebüsch bekommst, das sich etwa im Nordwesten der Lichtung befindet . Die Gesellschaft ist so ins Gespräch vertieft, dass sie zu deiner Beruhigung weder dich am Himmel, noch den Beobachter im Gebüsch bemerkt. Ehe du so weit um die Lichtung herum bist, dass das Gebüsch wieder von den hohen Bäumen direkt vor dir verdeckt ist, verharrst du einmal mehr mitten in der Luft.
Und tatsächlich: Beim genaueren Hinsehen erkennst du Beorns wilden, braunen Haarschopf, der durch die Blätter von deiner Position aus gut zu erkennen ist.
Falls du an deinem Plan festhalten willst, in einem Baum zu landen, so ist dir dieses mit deiner Probe – etwas unbeholfen, aber unbemerkt – gelungen. Du befindest dich noch ca. 7 Schritt über dem Boden auf der gleichen Lichtungsseite wie das Gebüsch, das sich noch ein Stück weiter rechts von deiner Position befindet (in den Lichtungskreis blickend). Der Mann mit dem Schnauzbart hat dir jetzt genau den Rücken zugewandt.
Bezüglich deiner Zauberfertigkeit: Deine Zauberfähigkeit ist weiterhin eingeschränkt: 5 Punkte Erschwernis um einen Spruch aus dieser Höhe zu wirken (siehe „Wie Hexen zaubern“). Die Wirkung des EINS MIT DER NATUR ist verflogen, seit du deinen Kampfstab bestiegen hast.
Ok, ich revidiere das mit dem Baum (ich bin immer zu verwirrt, was als Boden gilt und was nicht…) und lande statt auf dem Ast hinter dem Stamm (von der Lichtung aus gesehen) oder einem anderen geeigneten Versteck (wiederum von der Lichtung aus gesehen) (Sich verstecken: 5 TaP*). Von dort möchte ich Beorn auf meine Anwesenheit durch ein leises Schnalzen aufmerksam machen (=ich möchte das Versteck so wählen, dass ich näher an Beorn bin, als an der Versammlung, aber insgesamt noch „hinter“ Beorn, also weiter weg vom Feuer als er) (hoffe das macht Sinn). Wie nahe sind wir der Gruppe überhaupt – fürchte ich gehört zu werden, wenn ich mit ihm Flüstere, sollte ich seine Aufmerksamkeit überhaupt gewinnen? Wenn ich ihn zu mir zurück winke wären die Chancen da etwas größer nicht gehört zu werden?
Sicher und deiner Meinung nach lautlos landest du hinter dem Stamm einer großen, weit ausladenden Eiche. Von Beorns Versteck trennen dich noch 3 Schritt. Die Gruppe sitzt weitere 5 Schritt von dem Gebüsch entfernt. Niedriges Farngras bedeckt den gesamten Waldboden. Wenn du dich robbend bewegen würdest, könntest du sogar ungesehen bis zum Gebüsch selbst vordringen. Beorn hat dieses offensichtlich getan, denn du erkennst noch die Spur aus niedergedrücktem Gras, die direkt zu deinem Versteck führt und von dort aus weiter in den Wald hinein.
Leises Schnalzen dürfte von der Gruppe ungehört bleiben, eine richtige, flüsternde Unterhaltung über diese Entfernung ist allerdings etwas riskant, zumal du dir ja nicht sicher bist, wie gut diese Orks und Goblins hören können. Gerade als du überlegst, für welche Variante du dich entscheidest, werden die Gespräche lauter. Du zuckst zusammen, drückst dich gegen den Baumstamm und betest, dass die Wegelagerer den Puls deines Herzens nicht hören mögen. Haben sie Beorn oder dich entdeckt?
Dann entspannst du dich wieder und du atmest auf: Der Grund für den plötzlichen Aufruhr im Lager muss ein anderer sein. Es muss ein Streit am Lagerfeuer ausgebrochen sein, das lässt jedenfalls die Intonation der Worte vermuten. Als du einen Blick in Richtung des Lagers wagst, findest du deine Vermutung bestätigt. Der Norbarde und einer der Schwarzpelze stehen sich drohend gegenüber und reden wild gestikulierend aufeinander ein. Die Gesichter sind von den tanzenden Schatten der Flammen überzeichnet und haben sich in Fratzen des Hasses verwandelt, in deren Augen der Hass glitzert.
Du schüttelst dich. Deine Fantasie geht in der Dunkelheit mit dir durch, wahrscheinlich haben sie nur eine kleine Meinungsverschiedenheit und werden sich jeden Augenblick wieder beruhigen. Du solltest dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Deine zaghaften Schnalzversuche wecken Beorns Aufmerksamkeit zu deinem Ärger leider nicht. Was möchtest du tun? (Für lauteres Zischen von Beorns Namen bitte zuvor eine Mutprobe würfeln!)
So sei es denn: Da ich zu verzagt bin, noch lauter zu werden, robbe ich also höchst konzentriert auf Beorns Versteck zu, beruhigt von dem Gedanken, dass alle Aufmerksamkeit wohl auf dem Streit ruht. Kurz bevor ich Beorn berühren kann flüstere – ja hauche ich förmlich seinen Namen (und versuche natürlich peinlichst ihn nicht zu erschrecken!)
Beorn fährt wie von der Tarantel gestochen herum, hat sich aber gut genug im Griff nicht laut aufzuschreien, als du auf dich aufmerksam machst. Sein Gesichtsausdruck wechselt von einem Wimpernschlag zum nächsten von schreckerfüllter Erstarrung, über ungläubiges Erstaunen hin zu einer Mischung aus feindseligem Trotz und ertapptem Schuldeingeständnis. Selten hast du eine solche Menge Gefühle schonmal in so kurzer Abfolge in einem einzigen Gesicht gesehen. Wenn du genau überlegst, eigentlich noch nie.
„Mirya!“ zischt er dir vorwurfsvoll zu. „Was machst du hier? Willst du mich zu Tode erschrecken?“ Seine Haltung entspannt sich, und nachdem er dich jetzt so heftig angefahren hat, ist sein offensichtlicher Ärger komplett verpufft. Der feindselige Teil seines Gesichtsausdrucks ist komplett dem schuldbewussten Blick eines Kindes gewichen, das beim Naschen erwischt wurde.
In welcher Art willst du das Gespräch fortführen? Bist auch du ärgerlich und spielst die Mutter mit dem erhobenen Zeigefinger oder bist du eher beschwichtigend auf Versöhnung aus. Willst du erreichen, dass ihr schnellstmöglich von hier verschwindet oder würdest du ihm gar zugestehen hier weiter auf der Lauer zu liegen, so dass denn sein Ziel ist?
Ich versuche die Stimme der Vernunft zu übernehmen – allerdings in einem beschwichtigendem Tonfall, und möchte wirklich erreichen, dass wir hier wieder verschwinden. Überzeugen dazubleiben lasse ich mich nur
– sollte er deren Sprache verstehen und erfahren können, was sie vorhaben
– und falls er mir glaubhaft macht, dass er keine unüberlegten „Heldentaten“ vollbringen wird, wir sind ja schließlich hoffnungslos in der Unterzahl und ich im Kampf keine Hilfe
Ansonsten lasse ich mich höchstens breitschlagen in etwas größerem sicherem Abstand von einer Anhöhe oder einem Baum herab das Treiben etwas weiter zu beobachten…