Yasemine schmunzelt ein wenig…
„Yali, da bist du schon so ein treuer Kunde, dass du dich für meinen Schüler hälst, wie? Nur selten die Karten geben so klare Auskünfte wie du es hier su sehen meinst. Aber ich muss sagen, es ist ein äußerst ungewöhnlicher Vorfall, der nach einer außergewöhnlichen Deutung verlangt, so dass ich dir nicht vorschnell unrecht geben mag…. Lasst uns mal sehen… Die Karten uns berichten zuerst von einer Reise, die im Zeichen von Luft und Feuer steht… Also vielleicht eine geistige Wandlung? Oder eine köapaliche Raise durch Gebiete großer Trockenheit? Es gibt einige Persönlichekeiten dene du begegne wiast undsoweiter, und sum Schluss, quasi als Leitstern geben dia die Karten nicht nur einen, sondern gleich gute Ratschläge: Die Nacht, der Fluss. Die Nacht steht auch für Heimlischkeit und Verschlagenheit, der Fluss für Wandel und Bewegung. Die Standad-deutung wäre also: Sei flink und auf der Hut bei deinem Kommenden Abenteuer! Allerdings muss ich sagen das bei so einem spektakulären Ereigniss vielleicht die Standaddeutung nich ausraichend is… Was kann den schaden an eine kleine Spasiergang runter su die Mahnadi auf dem Weg nach Hause? Isse nix verkehrt, ich sage dir. Und halt die Augen offen nach weiteren Zeichen! Und wenn du siehst nix, sei nicht betrübt. Dein Schicksal dich holt immer ein, egal ob du es kennst oder nicht, ob du auf ihm wartest oder nicht. Und egal ob du gehst zu Mahnadi oder nich… Aber ich glaube du gehst… Zimt ist stark und brennt wie Feuer, hat keine Angst vor Nacht und Wasser…“
Damit grinst sie dich ganz verschmitzt an. Tja. So wirklich schlauer bist du ja dadurch nicht gewesen. Hattest du dir ja von Anfang an gedacht. Auf weitere Nachfragen gibt Yasemine keine schlüssigen Antworten mehr „Ich bin nur eine alte Frau mit ein paar Karten… und die Karten haben für heute alles gesagt…“ und auch andere Weissagungsformen wird sie wohl nicht mehr angehen. Du hast auch ehrlich gesagt genug von der stickigen Luft in dem Zelt und so nutzt du die Gelegenheit dich mit einer Verbeugung und ausreichen höflichen Dankesfloskel zu verabschieden. Yali schiebt Yasemine einige Münzen hin und flüstert ihr ein „ich erzähl dir wies ausgegangen ist“ zu, aber Yasemine lehnt die Bezahlung ab. „Ich habe heute die Macht der Karten gespürt wie sie sich mir bisher nicht offenbart hat. Für diese Lerngelegenheit danke ich dir, mein lieber Yali, und nun geh, begleite deinen Freund ein Stück seines Weges…“
Du lehst schon draußen an der Zeltwand und lässt dir nicht anmerken, dass du das Gespräch mitgehört hast, als Yali dann auch aus dem Zelt schlüpft.
„Puh.. das war unheimlicher als sonst!“ meint Yali. „Sonst geht es nur um schöne Frauen und Liebeleien… Du alter Grübler du! Was ist denn nun, auf zum Fluss?“
„Glaube mir, es wäre mir ebenso lieb gewesen über schöne Frauen und Liebeleien zu sprechen! Nun muss ich mir einen Kopf über schicksalsträchtige Ereignisse machen. Euch sei’s gedankt, Effendi!“ Ich lache. „Aber sei’s drum. Da ich nicht annehme dich umstimmen zu können, was deinen kleinen Abstecher angeht, lass uns aufbrechen. Dann sind wir vielleicht noch passend zum Auftritt dieser hinreißenden Schleiertänzerin … und ihres nicht minder attraktiven Companions zurück im ‚Rahjas Schleier‘!“
Als ich die ersten Schritte gemacht habe drehe ich mich abrupt noch einmal um: „Aber eines verspreche ich dir: Sollte ich irgend eine Art von Reise durch Staub und Hitze machen müssen werde ich dich als meinen Wasser- und Fächersklaven mitzerren, bei Satuaria!“ Mit diesen Worten stülpe ich ihm seinen Turban (so er denn einen trägt) über die Augen und eile ein Stück voraus …