In den Gemächern der Wesira *10*

Intuitiv hattest du auf die in etwas umständichen Garethi formulierte Frage auf die selbe Sprache geantwortet, und tatsächlich unterbricht die Dame dich direkt nach deinem Satz mit einem herrisch gesprochenen „So illuminiere er doch das Gemach!“
Ihr Wortwahl hat dir kurzfristig die Sprache verschlagen. Wie kann man denn direkt aus dem Schlaf gerissen so ein hochgestochenes Zeug von sich geben, denkst du (und da ich annehme, dass Tulamidya deine Muttersprache ist, dürftest du auch mit hohem Talentwert in Garethi einen Moment über die Bedeutung dieser Worte nachsinnen müssen…), während du mit erhobenen Händen näher trittst. „Ach, mühe er sich nur nicht weiter, so sollte es funktionieren…“ hörst du nun etwas schnippisch, als tatsächlich ein Funke erglimmt, und kurz darauf eine Öllampe das Herrenzimmer in ihr flackerndes Licht taucht.
Du willst nun endlich deine erklärenden und entschuldigenden Worte über die Lippen bringen, aber erneut versagt dir die Stimme, und zwar nun aufgrund des Anblicks der sich dir bietet. Inmitten einem großen Himmelbett und einem Haufen von Kissen lagert eine in leichte edle Reisekleidung gewandete, braunhaarige Schönheit. Gerade hatte sie sich über das Nachtschränkchen mit der Lampe gebeugt, doch nun wendet sie dir ihr Gesicht zu, und in dem flackernden Licht erscheint dir der Moment noch gespenstischer als dir bewusst wird, dass es sich um haargenau das Gesicht handelt, das dir früher an diesem Abend schon durch die Gedanken gezogen ist. Feine weiße Gesichtszüge werden von dunkelbraunen Locken umrahmt, auf der Stirn funkelt ein Diadem, was von einem großen schwarzen Kristall in der Mitte geziert wird. Große dunkelbraune Augen schauen dich mit einer Mischung aus Überraschung und Überheblichkeit an, der Mund flackert auch zwischen einem überraschten oh und einem schnippischen Kommentar hin und her. Zu deiner Überraschung (?) trägt die Dame soweit du zu sehen vermagst, kein leichtes Nachtgewand sondern ein komplettes rüschenbesetztes Untergewand mit darübergeworfenem schlichten Reisekleid. Ihr mustert euch gegenseitig einen Moment, und deine Erscheinung scheint ihr zumindest keine Angst einzuflößen, wenn nicht gar zu gefallen. Dann setzt sie sich auf, und durch die Bewegung wird ein glöckchenbesetztes Seil erschüttert, welches sich irgendwo aus dem Bereich ihrer Füße zu einem Vorhang spannt durch den es scheinbar in ein weiteres Gemach zur Seite geht. Prompt ertönt dahinter ein geseufztes „nicht schon wieder“ auf Tulamidya, und kurz darauf erschallt ein „Macht euch keine Sorgen Herrin, es ist alles in Ordnung, ich bin gleich bei euch – wir sind auf der Reise, wisst ihr noch?“ auf Garethi. Ein rascheln deutet darauf hin, dass das Mädchen hinter dem Vorhang sich aus seinem Lager erhebt und gleich ins Zimmer treten will…

Möchtest du an deinem ursprünglichen Plan festhalten, und jetzt mit deinem Sprüchlein über die drohende Gefahr rausrücken, oder gibt es irgendwelche Änderungen/Zusätze?

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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1 Kommentar

  1. Ich stutze kurz und die Wesira kann mir meine Irritation sicherlich ansehen, dann fange ich mich aber wieder. Kurz überlege ich, mich neben das Bett wegzuducken, aber ich denke es bekommt mir besser, jetzt so nah wie möglich an der Wahrheit zu bleiben und mich auch der Bediensteten offen zu zeigen. Ich hoffe sie schreit nicht auf, sobald sie den Raum betritt … Ich zwinker der Wesira verschwörerisch zu und harre dann der Dinge die da kommen. Ich bleibe aber bei meinem Plan zunächst möglichst bald meine Information zum Besten zu geben … und hoffe vielleicht noch Gelegenheit zu bekommen, die Wesira auf eine zauberische Fähigkeit abzuklopfen (ein Hexenblick könnte ich vielleicht später mal probieren, hab allerdings nur TaW 2).

    Nur damit ich das richtig verstehe: Habe ich den Eindruck, dass die Wesira Garethi als Muttersprache spricht und nicht tulamidischen Ursprungs ist?

    … du darfst gern ein Stück weit improvisieren, wenn du Lust und Gelegenheit hast (die „mehr“-Funktionalität kannst du so oft einsetzen wie du magst, musst du dir mal unter dem „Intermezzo“ von damals mit den Rehen anschauen) …

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