Der Turm ’18‘

Noch in der Dämmerung brecht ihr auf. So erreicht ihr den Berggipfel noch weit bevor das Praiosrund die Hälfte seiner Reise am Himmel zurückgelegt hat. Es bietet sich ein atemberaubender Anblick: Ihr könnt zu eurer Rechten hinabschauen in die gleißende Weite der Khom, die sich schier endlos erstreckt, zu eurer Linken liegen, teilweise noch im Schatten, die saftig grüne Auen des Mhanaditals. Vor euch ragt ein fast 50 Schritt hoher steinerner Turm auf. Unter dem Zwiebeldach lugt in nördlicher sowie in südliche Richtung ein Balkon hervor.


Ihr nähert euch auf dem Rücken eurer Ponies. Rashid hat den Weg hierher durch die steilen steinigen Abhänge sicher geführt, tritt nun aber immer weiter hinter dich, Gepard läuft an deiner Seite. Sia und Ria legen nervös die Ohren an mustern das finstere Gebäude unentschlossen, doch du drängst voran. Klassisch männliche Macht demonstrierend trutzt der Turm den schneidenden Winden hier oben. Welche Tochter Satuarias würde so hoch wohnen wollen, entfernt von Sumus Leib? geht es dir durch den Kopf. Aber wer nun auch immer diesen Turm bewohnen mag – ohne anzuklopfen werdet ihr wohl keines der vielen Rätsel die sich dir in letzter Zeit gestellt haben lösen.
Du springst von deinem Reittier, und willst gerade an die mächtige Türe pochen, als diese, wie von Zauberhand, alleine aufschwingt.
Ihr lasst die Pferde draußen und betretet eine mächtige halbrunde Halle, die durch einen Vorhang von der anderen Kreishälfte getrennt wird. An der Wand liegen Sitzkissen. Eine körperlose Stimme verkündet euch: “Geduldet euch einen Moment. Der Meister wird gleich bei euch sein!”
Und ihr müsst auch nicht allzu lang warten. Denn kurz darauf öffnet sich ein Schlitz im Vorhang und hindurch tritt ein ergrauter Herr mit hoch aufragendem Turban, ausdrucksvoll unterstrichenen Augenlidern und einer mit verschiedenen Symbolen bestickten Robe.
“Ahhhhh, Besuch!” spricht er, und klatscht mit einer fast jugendliche Freude in die Hände. “Was verschafft mir die Ehre? Gibt es etwas womit euch Rushan ibn Esy behilflich sein kann?” Seine Augen versprühen vielleicht etwas mehr Wachheit als sein körperlicher Zustand ahnen lässt, aber insgesamt hast du den ersten Eindruck, es hier mit einem ungefährlichen, alten Wirrkopf zu tun zu haben.
Würfele bitte eine Sinnenschärfen-Probe erschwert um 7, bei Gelingen geht es (auf Zuruf) noch weiter. Ansonsten bin ich gespannt auf deine Reaktion.

 

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

Beteilige dich an der Unterhaltung

  1. Avatar-Foto
  2. Avatar-Foto

11 Kommentare

  1. Da mir die Sinnenschärfe-Probe grandios misslungen ist, beschreibe ich zunächst meine direkte Reaktion. Ich möchte in jedem Fall von dem Eremiten erfahren, ob Larissia hier war. Im weiteren Verlauf werde ich herauszufinden versuchen, ob Rushan etwas über den Hexenturm weiß. Ich werde dabei wenig Geheimnisse machen, ihm aber auch nicht mehr erzählen als Not tut.

    Zunächst wollen wir doch einmal schauen was der große Magier so an Budenzauber hervorzubringen vermag:

    “Ehrwürdiger ibn Esy! Ich bin erfreut eure Bekanntschaft zu machen. Mein Name ist Dscheridan ibn Yussuf und dies ist mein Begleiter Rashid. Wir kamen den langen beschwerlichen Weg um euren Rat zu ersuchen. Vielmehr noch treibt uns in diesem Moment aber der Verbleib meiner Mitreisenden um. Eine holde Schönheit aus dem Westen, von der ich in einem Sandsturm getrennt wurde. Wir suchen gemeinsam nach eurem … nach einem … Turm und ich hofft sie hier wiederzufinden. Ist sie vielleicht euer Gast?”

    Den Geparden oder die Wirkung, die die Raubkatze auf einen Fremden machen könnte, habe ich augenblicklich noch nicht weiter im Blick. Zu ungewohnt ist der neue Begleiter für mich. Aber vielleicht ist der Gepard ja auch wieder seiner eigenen Wege gezogen.

  2. Der Alte mustert dich mit zusammengekniffenen Augen. „Dscheridan ibn Yussuf…? Ihr seid nicht hier aus der Gegend nicht wahr? Euer Begleiter aber wohl, nicht wahr… aha aha…. Tjaaaa. Es tut mir sehr leid, aber eure vermisste Schönheit ist nicht hier…. Aber seid für eine Weile mein Gast. Vielleicht trifft sie ja bald hier hier. Wenn sie nach einem Turm sucht…. Dies ist der einzige Turm weit und breit….“
    Er spricht die Worte seltsam gedehnt, mit Denkpausen. Dir scheint, als gibt es da etwas, das unausgesprochen bleibt. Deine Menschenkenntnis wittert an ihm jedoch weder Arglist, noch hast du das Gefühl, dass du von ihm etwas zu befürchten hättest.
    „Vielleicht kann euch ja Magie bei der Suche helfen? Oder wir halten mal nach ihr Ausschau. Aus meinem Studierzimmer hat man einen wunderbaren Ausblick! Doch zunächst solltet ihr euch Aufwärmen und von der anstrengenden Reise ausruhen! Ich habe gerade einen kräftigen Kessel Tee auf dem Feuer. Mögt ihr mit mir ein Tässchen trinken?“
    Du kannst deine Ungeduld nur schwer im Zaum halten, und verbrennst dir beim Versuch die Tasse so schnell wie möglich zu leeren fast die Zunge. Während du dann also langsamer trinkst, stellst du fest, wie gut es dir tut, wieder innerhalb eines Gebäudes zu sein. Genüsslich lehnst du dich in den weichen Kissen zurück und spürst die wohltuende Wärme des Trunks in dir aufsteigen, während der Alte endlos langsam sein Gebräu trinkt und über die Vorzüge der Abgeschiedenheit und die Freude über gelegentliche Besucher von weither plaudert. Deine Versuche, weiter nach dem Hexenturm zu fragen überhört er scheinbar, bis schließlich auch er seine Tasse geleert hat. Ein Schnauben der Pferde lässt euch aufhorchen und der Alte sieht vor die Tür. „Wie unhöflich von mir! Da hätte ich doch auch euren Tieren etwas anbieten sollen! Nun ja, die Pferde können sich ja am Gras bedienen. Aber diese hübsche Katze? Gehört sie auch zu eurer Reisegesellschaft? Ein bemerkenswertes Exemplar?“ und wieder dieser Unterton, oder bildest du es dir nur ein? Gepard (der in Hab-Acht-Stellung vor der Tür wartet) wirft dir einen fragenden Blick zu. „Nun, da werden wir zur Feier des Tages heute mittag wohl etwas Fleisch kochen!“ ruft Rushan vergnügt. „Keine Sorge, meine Vorratskammern sind zur Zeit gut gefüllt. Rashid, würde es dir etwas ausmachen, die Tiere zur Zitadelle zu bringen, dort können sie Trinken. Und nimm den großen Kessel mit und setz Wasser auf. Dafür sind deine Jungen Arme doch besser geschaffen als meine alten Muskeln. Er verschwindet kurz hinter dem Vorhang und reicht Rashid einen großen Topf. Er zeigt ihm die Küche, erklärt ihm wo Wasser und Feuerholz zu finden sind, und schon seid ihr allein.
    Er lächelt dir ermutigend zu. „Komm, Dscheridan ibn Yussuf, mir scheint, du bist ganz begierig, nach deiner Freundin ausschau zu halten! Oben kannst du mir mehr von ihr berichten.“
    Ihr steigt eine lange Wendeltreppe empor. Oben erwartet dich ein runder Raum, mit den zwei Balkonen, die du schon von außen entdeckt hattest. Der Raum sieht aus, wie du dir die Studierstube eines Magiers vorgestellt hast. Pulte mit Büchern. Seltsame Apparaturen. Okkulte Symbole. In der Mitte ein Kreidekreis. Trotzdem kommt dir etwas ungewöhnlich vor, du weißt nur immer noch nicht was. Ihr tretet auf den Südlichen Balkon und blickt in Richtung Khom. Leider kein Fliegender Punkt, der sich aus Richtung Wüste immer schneller nähert zu erblicken. Rushan stellt sich neben dich. Eine Weile blickt ihr schweigend in die Ferne.
    Dann…

  3. … merke ich, wie die Schwere von meinem Herzen einmal mehr Besitz zu ergreifen versucht und halte es nicht länger aus zu schweigen: “Ehrwürdiger Rushan!” Mein Blick wandert unsicher von der weiten Ebene hinüber zur Studierstube, zu ihm und wieder zurück. “Ich sehe Ihr seid ein Mann von Bildung. Von arkaner Bildung, wenn man es genau betrachtet. Was nützt mir all das politische Geplänkel und die Koketterie in diesem trostlosen Nirgendwo. Deshalb will ich ehrlich zu euch sprechen, habe ich doch den Eindruck einen Mann von Ehre vor mir stehen zu haben.”

    Ich schaue ihn fest in die Augen: “Ich hoffte hier in diesem Turm eine Frau namens Birshen zu finden, die eine veritable Schwester Satuarias ist und einen Turm nördlich von El`Karram bewohnen soll. Ich bin der Enkelsohn Jasmabiths, Schwester der Naukarom Satuariâ und Enkelin Chalibahs der Eigeborenen.”

    Diese Worte lasse ich zunächst einfach nur wirken in der Hoffnung den Einsiedler damit ordentlich beeindruckt zu haben. Im gleichen Moment komme mir aber schon wieder Blöde vor, denn warum sollte sich dieser steinalte Eremit – selbst wenn er ein Magier sein sollte – durch die Ahnenreihen irgendwelcher versteckt lebender Hexen beeindruckt zeigen. Etwas unwirsch und mit deutlich weniger Pathos in der Stimme füge ich deshalb hinzu: “Wisst ihr etwas über ihren Verbleib?”

  4. Verschmitzt grinst dich der Alte an: “Der Enkel der Jasmabith, so so… Und er sucht Birshen sunya… Nun -” sieht er dich durchdringend an: “Bis du sie gefunden hast, wirst du mit mir Vorlieb nehmen müssen. … Eine geheimnisvolle Gesellschaft sind sie, diese Hexen, nicht wahr? … Man sagt mir die Eigenschaften einer veritablen Satuariastochter seien Verschwiegenheit, Stärke des Herzens und Neugierde… Vielleicht zeigt sie sich ja, wenn es dir gelingt, ihre Neugier zu wecken? …. Ich will dir gerne bei deiner Suche helfen.“

  5. Ich lasse ein wenig die Schultern hängen, während er mir antwortet. Mir ist sehr wohl aufgefallen, dass er bei der Wiederholung von Birshens Namen etwas hinzugefügt hat, weiß aber nicht recht, worauf der Alte jetzt eigentlich hinaus will. Auch die Art wie er den Namen meiner Großmutter ausspricht … Doch das Trübsal vernebelt mir augenblicklich noch zu sehr die Sicht:
    “Ja, alles sehr geheimnisvoll. Wisst ihr, man könnte meinen meine Großmutter spricht aus euch, wenn ich euch das so sagen höre. Wie wollt ihr mir schon bei meiner Suche helfen, wenn ihr nichts über diese Birshen wisst? Die Neugierde wecken täte die Geschichte meiner Reise sicherlich.”

    Ich lehne mich dabei über die Ballustrade und schaue in die Ferne . Dann drücke ich mich ab und mache Anstalten nach drinnen zu gehen.

    “Wenn Ihr erlaubt würde ich sehr gerne eure Gastfreundschaft für einige Tage in Anspruch nehmen in der Hoffnung dass Domna Larissia hier noch auftaucht. Derweil könnt vielleicht auch ihr mir ein wenig bei meinem Problem helfen. Die Expertise eines Magiers hilft vielleicht auch weiter. Vielleicht lässt sich dadurch wenigstens einer der vielen Schleier lüften, die sich auf mich und meinen Pfad gelegt haben wie der Wüstensand auf meine Kleider.“

  6. Der Alte scheint sich von deiner Trübsal nicht im mindesten Anstecken zu lassen. Fröhlich antwortet er dir: „Aber nur zu gern, seid meine Gäste! Wie bereits gesagt, kann es hier oben bisweilen recht einsam werden… Bleibt nur, so lange es euch gut tut!“ Fröhlich winkt er zu Rashid runter den ihr unten dabei bebachten konntet, wie er Brennholz und Wasserkessen Richtung Eingang schleppt. Dann fixiert er dich durchdringend: „Ich habe nicht gesagt, dass ich nichts über Birshen weiß. Nur, dass du sie selbst finden musst… Aber wenn ein kleines Rätsel deine Stimmung nicht zu heben mag, vielleicht vermag es ja ein gutes Essen? Wollen wir deinem Begleiter etwas zur Hand gehen?“ Auch er wendet sich nach innen.

  7. Während wir die Treppen des Turmes herabsteigen erhebe ich noch einmal das Wort: “Ach verzeiht meine missmutige Stimmung. Zu Vieles ist gerade passiert und ich … ich könnte einfach nicht ertragen wenn Domna Larissia etwas zugestoßen wäre. Ich hatte so sehr gehofft sie hier wohlauf und munter zu finden zumal sie mein Br … …. zumal ich etwas gefunden habe, dass zeigt dass sie den Sandsturm wohl überlebt hat. Aber ich will euch das alles beim Essen berichten.” Nach ein paar Schritten frage ich noch: “Was wisst ihr denn über die Tochter Satuarias?”

  8. Der Alte kichert: „Och, so einiges will ich meinen… Da musst du schon genauer fragen! Birshen liebt Rätsel, und ich werde dir die Lösung von ihrem nicht einfach so verraten… Es kommt auf die richtigen Fragen an…“
    Ihr erreicht das Erdgeschoss gerade, als Rashid die Tür von außen erreicht. Wieder schwingt sie auf und die selbe Stimmer verkündet: “Geduldet euch einen Moment. Der Meister wird gleich bei euch sein!” „Jajaja,“ winkt Rushan ab, „beim ersten Mal ist es eindrucksvoller, nicht wahr.“
    Gemeinsam mit dem schwer bepackten Rashid tretet ihr in die Küche, die hinter dem Vorhang liegt. Hier glimmt bereits ein herabgebranntes Feuer in einem breiten Kamin an der Außenwand. An einer Seite führen Stufen weiter runter. Auch ein Lager aus Fellen findet sich in der Nähe des Kamins, am Fußende steht ein flacher geflochtener Korb. Finden sich mehrere Schlitze in der Außenwand. Hier hängen diverse Kräuter und Pflanzen(teile) zum Trocken aber auch exotische Dinge wie Tierkrallen und Schlangenhaut. Rushan bedeutet Rashid das Feuer anzuschüren und den Kessel aufzusetzen, während ihr weiter herab steigt um Vorräte zu holen.

  9. “Auf die richtigen Fragen? Verspottet ihr mich Ehrwürdiger?” frage ich nun mit nicht ganz so finsterem Tonfall und bleibe auf dem letzten Treppenabsatz stehen. Das Öffnen der Türe reißt mich aus meinen Gedanken und ich ertappe mich selbst dabei amüsiert über den in der Tür innewohnenden Zauber zu lächeln. Ich folge Rushan und schicke ein “Danke dir Rashid!” in Richtung des jungen Burschen. Einen Augenblick bewundere ich seine eilfertigkeit, eile dann aber dem Alten hinterher und helfe ihm Vorräte aus den Gewölben herauf zubringen: “Also wenn ihr Birshen kennt und dies der einzige Turm weit und breit ist … dann steht es um ein Treffen mit ihr nicht so schlecht? Wollt ihr das etwa andeuten? Ihr könnt uns also wirklich zu ihr bringen? Was meint ihr mit richtiger Frage stellen?”

  10. „Gebrauche deinen Kopf, Ururenkel der Eigeborenen! Oder stimmt es gar, was man hört, dass die alte Yasmabith einen Fehler machte? Und dass ihr nichtsnutziger Schüler nichts als Flausen im Kopf hat und seine Stellung nur gebraucht um den Rockzipfeln der hübschen Damen und Herren hinterherzujagen?“
    Er hat sich zu dir umgewendet und fixiert dich jetzt genau. Seine Tatterigkeit ist verflogen und so etwas wie Empörung gewichen.
    „Schau nicht so. Ja, ich weiß wer du bist! Die Frage ist, weißt du, wer ich bin?“

  11. Zunächst machen ich vollkommen erschrocken und verdattert zwei Schritte zurück. Ich komme mir einen Augenblick lang vor wie ein ertapptes Kind und kann nicht verhindern kurz betreten und schuldbewusst beiseite zu schauen.

    Dann jedoch besinne ich mich eines besseren, straffe mich und schaue den Eremiten mit kampfeslustig funkelnden Augen an. Das was bisher noch unterbewusst in mir erwuchs formt nun das richtige Bild: “Ich bin nicht den langen Weg durch Staub und Sand gereist um mich beleidigen zu lassen. Ist das also was ‚man‘ sich so erzählt über Yasmabiths Enkel, ja? Dann hört dies: Es sind keine Flausen die mir das Denken erschweren, es sind Sorge und Trauer. Verzeiht dass ich euer …” und ich schnaube einmal tief um das nächste Wort zu verschlucken “… Possenspiel deshalb nicht sofort durchschaute Rushan ibn Esy. Oder sollte ich lieber sagen ‘Birshen sunya’?”

Schreibe einen Kommentar