Im Funduq ’16‘

Ishaban eilt davon und der völlig perplexe Rashid lässt deine ermahnenden Worte mit offenem Mund über sich ergehen. Sein Gesichtsausdruck lässt deine Wut verpuffen, und als er dir dann mindestens genauso wütend antwortet, dass Sia und Ria vielleicht etwas klein geraten, aber bestimmt keine Esel sind, entspannst du dich wieder ein wenig.


Als ihr kurz danach über den Dorfplatz reitet, hörst du aus einem der Zelte am ferneren Ende Gelächter. Kurz danach siehst du Ishaban aus dem Zelt kommen, und ein Zelt weiter wandern. Du genießt Rashids Verwunderung. “Er das wirklich machen? Aber warum?” und drängst ihn weiter. Am großen Eingang zum Funduq findet ihr einen schattigen Platz, wo ihr die Ponies anbinden könnt. Zu Fressen und zu Trinken wirst du ihnen später anderswo besorgen müssen.

Der Funduq ist eine große Lagerhalle, Vorraum des Palastes und überdachter Versammlungsplatz. An dem dem Palast zugewandten Ende findet sich ein Lichtschacht, dort sitzen auf Teppichen bereits einige Wüstensöhne beisammen, als ihr eintretet. Euer Ankommen wird von den Versammelten kaum zur Kenntnis genommen, scheinbar ist es Gang und Gebe, dass während der Versammlung Menschen kommen und gehen.
Ich mache dich im folgenden zunächst zu einem passiven Beobachter, solltest du an irgendeiner Stelle in die Geschehnisse eingreifen wollen, hör bitte auf zu lesen und schreib mir den entsprechenden Kommentar.
Man sitzt im Kreis, und in der Mitte des Kreises tront ein Mann auf einem Kissen, vor ihm ein niedriges Tischchen mit Schreibutensilien. Neben ihm einige Säcke. Deine Etikettekenntnisse verraten dir sofort, dass es sich um den Vorsitzenden der Versammlung handeln muss, was nach Art der Wüstensöhne entweder der Scheich persönlich oder ein ernannter Vertreter, bei Rechtsfragen meistens der Mawdli ist. Für einen Scheich sieht er dir zu wenig prunkvoll aus, und so schlussfolgerst du, dass sein einziger Schmuck, ein auffälliger Siegelring, sowie die Farbe seines Turbans ihn wohl aus Mawdli ausweisen.
Gerade beendet er mit ein paar deutlichen Worten die Zankerei zwischen zwei zerlumpten Männern, die wohl um ein Zicklein zankten, wass die Geiß des einen geworfen hat, dessen Vater aber aufgrund der Fellfarbe nur ein Bock aus der Herde des anderen sein kann. “Schweigt, und beugt euer Antlitz, denn die Schiedsgewalt die mir verliehen ist, stammt aus den Händen Rashtullahs der der Höchste ist unter den Göttern, und aus den Händen Alriks, Scheich der Oase und Höchster unter den Beni Kharam!” verschafft er sich mit leiser aber durchdringender Stimme Gehör: “Und dies ist der Schiedsspruch, den ich verkünde: Du Tarek, sollst sofort das Zicklein bekommen, und es mit deiner Herde ziehen lassen, denn der Vater ist und bleibt der Anführer der Sippe. Und du Sharkan, sollst die Milch erhalten, die die Ziege gibt, und damit entschädigt sein für den Verlust des Zickleins.” Tarek scheint aufbegehren zu wollen, aber der Mawdli fährt mit bestimmtem Tonfall fort: “Für die Milch, die das Zicklein in den ersten Tagen noch brauchen wird, wird Sharkan dir einen anständigen Preis machen, solltest du es nicht sofort schlachten wollen. Der Scheich fordert von euch beiden je eine Schaufel Hirse für die Beilegung eurer Streitereien. Gebt euch die Hände unter dem Antlitz Rashtullahs, als Zeichen eurer Einigung.” Die beiden Streithähne gehorchen und verlassen anschließend den Kreis.
Du hast währenddessen den Blick etwas schweifen lassen und am Rande des Kreises Omar entdeckt, welcher regungslos auf einem Teppich kniet. Er hält den Blick gesenkt, scheint aber weder gefesselt noch groß bewacht zu sein. Ohne große Aufregung wartet er ab.
Der Mawdli hat sich erhoben und spricht weiter: “Wenn sonst keine Angelegenheiten aus der Bruderschaft zu klären sind, möchte ich nun Omar aufrufen, der mit der letzten Karawane zu uns gekommen ist. Wir erwarten das Gottesurteil. Es besteht der Verdacht des Diebstahls, was Omar aber 3x unter Rashtullahs Angesicht geleugnet hat. Da sich kein Geschädigter findet, fragen wir ihn heute erneut unter Rashtullahs Augen, bis dass er 3×3 seine Unschuld beteuert hat, wird uns der Allmächtige ein Zeichen senden…”
In diesem Augenblick wird die Versammlung gestört von Ishaban, der aufgeregt in mitten des Kreises tritt: “Verzeiht Erwürdiger, aber ich habe der Oase eine dringliche Mitteilung zu machen: Es handelt sich um eine Angelegenheit, die keinen Aufschub erduldet!”

Der Mawdli hält kurz inne, setzt sich dann und gebietet Ishaban fortzufahren:

“So hört denn meine Brüder! Es mag zwar scheinen als habe der Höchste mich mit allem Gesegnet, was ein Beni Kharam im Leben erträumt, ich schwimme im Geld und werde von Tag zu Tag reicher, aber es ist mir ein Anliegen, dass ihr alle erfahrt, an welcher Stelle es mir mangelt! Ihr alle sollt wissen, dass ich, Ishaban, so wie ich hier vor euch stehe, einen kleinen Schwanz habe. Er ist so kurz, dass” die nächsten Worte gehen in allgemeiner Heiterkeit und Tumult unter. Der Mawdli ist wieder aufgestanden und bringt Ishaban schmunzelnd zum Schweigen. “Vielleicht solltest du jetzt nach Hause zurückkehren, und dich ein wenig ausruhen, ich glaube, wir haben alle mehr als genug gehört.” raunt er ihm zu.

Als sich die Unruhe wieder etwas gelegt hat, wendet er sich wieder Omar zu: “Tritt nun vor, Omar vom Stamme der Beni Rurach. Tritt in das Licht der Wahrheit und schildere die Ereignisse, wie sie sich zugetragen haben!”
Omar tritt in den lichtdurchfluteten Mittelpunkt des Kreises und spricht mit leiser trauriger Stimme:
Zum vierten Mal trete ich vor diese Versammlung, um zu beteuern, dass ich das Diadem, welches Mhelek in meiner Satteltasche fand, nicht hinein getan habe. So spreche ich, Omar, Sohn des Irem und Rashtullah ist mein Zeuge. Ich bin kein Dieb, im Gegenteil befinde ich mich auf einer Reise der geistigen Reinigung in das heilige Keft. Und das ist alles, was ich zu sagen habe.”
Der Mawdli nickt: “Viermal hast du deine Unschuld unter Rashtullahs Augen beteuert, und der Himmel hat nichts einzuwenden. Noch fünfmal soll dies geschehen, und du bist frei, weiter zu ziehen.” Omar seufzt. Und geht zurück auf seinen Platz.
(und ich nehme an, dass du spätestens jetzt, doch etwas unternehmen möchtest, oder?)

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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5 Kommentare

  1. “Erhabener Mawdli, ist es einem Gast des schönen El’Kherramm erlaubt in dieser Versammlung zu sprechen? So hätte ich etwas zu sagen!” erhebe ich meine Stimme und stehe kurz auf.
    Falls mir stattgegeben wird fahre ich fort. Wenn nicht würde ich zu Omar gehen, ihn begrüßen und fragen, wie ich ihn unterstützen kann. Dies tue ich, sobald ich das Gefühl habe die sehr zeremonielle Versammlung nicht mehr zu stören.

    Nun fahre ich aber zunächst fort:

    “Ich trete vor euch als Fürsprecher Omars. Wir waren gemeinsam mit Mheleks Karawane unterwegs. Meine … Begleitung … und ich konnten die wahren Verbrecher stellen, wurden dann aber vom Sandsturm überrascht. Das Gesindel konnte uns entkommen und ich wurde von der Karawane getrennt. Es verlangte mir einiges ab meinen Weg hierher zu finden, aber so stehe ich, Dscheridan ben Yussuf, nun vor euch Erhabenem und bekräftige Omars Aussage. Ich tue dies als Besitzer des besagten Wertgegenstandes, den ich hier bei mir trage. ”

    Damit ziehe ich das Amulett aus den Falten meines Rockes und halte es hoch.

    Etwaige Rückfragen zu den Dieben beantworte ich wahrheitsgemäß und lasse auch die Maskerade von Ismeth und Ismene dabei nicht aus.

  2. Der Mawdli lädt dich in die Mitte des Kreises ein, und du schilderst deine Erlebnisse. Man lauscht dir aufmerksam und respektvoll. Als du dramatisch das Diadem hochhälst spürst du in deinen Fingern so ein seltsames Kribbeln, dass du es alsbald wieder in sein Tuch wickelst und in deinem Kaftan verschwinden lässt. Am Ende deiner Schilderungen werden dir noch einige Fragen gestellt, und auch Omar wird gebeten deine Aussage zu bestätigen. Der Mawdli nickt zufrieden. “Ich danke dir, Dscheridan ben Yussuf, dass du dir die Mühe gemacht hast, hier zu erscheinen. Und ich danke Rashtullah, dass er deinem Fuß den richtigen Weg gewiesen hat. So unergründbar die Wege des Allmächtigen manchmal sind, hat er dich doch zur richtigen Zeit hierher geführt. Denn so lässt uns der Weiseste der Weisen durch den Mund dieses Ungläubigen die Wahrheit hören, dass Omar NICHT des Diebstahls schuldig ist, und er seine Pilgerreise geläutert und gereinigt von jedem Vorwurf fortsetzen mag gen Keft, sobald er möchte. Den beiden Dieben möge der Erhabene Gott ihrer gerechten Strafe zuführen! Sind sie doch in der Wüste ganz auf sein Wohlwollen angewiesen.” Die letzten Sätze hat er mehr zur Versammlung im allgemeinen gesprochen. Danach erklärt er die heutige Versammlung für beendet, und die Leute gehen nach und nach wieder ihren Geschäften nach. Omar eilt auf dich zu: “Welch eine Freude dich hier zu sehen, Sohn der Leichtfüßigkeit! Ich dachte, dich und deine Begleiterin hätte der Sandsturm für immer von uns genommen! Sag, wo ist die liebreizendste aller Blumen von hier bis Keft? Mein Herz schlägt schneller bei dem Gedanken, sie hätte sich mit dir gemeinsam in Sicherheit bringen können?” Nach einer herzlichen Begrüßung und nachdem Omar dich mit Dank überschüttet hat, dass du ihm zur Hilfe kamst, lädt er dich (und Rashid) ins Teezelt ein. Ihr macht es euch gemütlich und erzählt eure Erlebnisse seit dem Sandsturm. Du erfährst, dass die Karawane durch den Sandsturm einige Verluste zu beklagen hatte: Vermisst wurden: Larissia und du, Selo und sein Begleiter und zwei weitere Novadi. Von den Kamelen fehlte keins, aber die Zelte und viele der Waren des Kaufmannes waren zerrissen und in alle Himmelsrichtungen verteilt. Auch Teile der Wasservorräte waren umgekippt oder versandet, so dass alle froh waren, dass sie am nächsten Morgen schnell und ohne weitere Verzögerung in El Karam ankamen. Branna hatte den Auftrag, am Abzweig ins Gebirge, westlich der Lagers noch einen Tag auf die Vermissten zu warten, von dort kehrte sie mit den zwei Novadi zurück. Für euch andere hatte Mhelek nach einem Tag in der Wüste wenig Hoffnung. Omar erzählt, dass Mhelek sich dies schwer zu Herzen genommen habe, zumal er sich vorwarf dass er das Unwetter hätte vorausahnen müssen. Sonst habe er so etwas im Gespür. Er bat die Nomaden der Oase, Kamelreiter auszusenden. Aber auch diese fanden keine weiteren Vermissten. So zog die Karawane dann nach zwei Tagen weiter. Omar und sein Vater blieben in der Oase zurück, da Omar nach lokaler Tradition die Gottesprobe ablegen musste: Wenn er an 3×3 Tagen seine Unschuld beteuert und sich kein Kläger findet, wäre er von dem Verdacht des Diebstahls befreit gewesen. Diesem Verfahren hat er zugestimmt, weil er nicht befleckt die Pilgerreise seines Vaters begleiten könnte. Dieser weile übrigens in der Karawanserei bei dem geldgierigen Ishaban, über dessen seltsames Verhalten vorhin Omar schmunzeln muss aber auch überrascht sei. Er ist dir sehr dankbar, dass das Gottesurteil abgekürzt werden kann, und will nun sobald wie möglich nach Keft weiter, das heißt sobald sich wieder eine Karawane oder ein Führer findet.

  3. Ich merke, wie mir bei Omars Ausführungen ganz schummerig und bang ums Herz wird. Ich drücke die seltsame Hitze und Trauer, die in mir aufsteigt so lange in die Ecke meiner Gedanken bis wir unser Gespräch beendet haben. Ich berichte Omar noch von dem, was wir über Ismeth und Ismene herausfinden konnten. Omar wird aber bemerken, wie ich immer fahriger und unkonzentrierter werde. “Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass Domna Larissia etwas zugestoßen sein könnte.” erkläre ich mich. “Verzeih mir, Omar, aber mein junger Begleiter hier und ich müssen sofort aufbrechen und auch dein Vater und du habt durch diese Kette unglücklicher Vorfälle mehr Zeit verloren als nottut. Ich freue mich die Möglichkeit bekommen zu haben dir helfen zu können, trage ich doch in gewisser Weise eine Teilschuld daran, dass du hier ausharren musstest. Ich wünsche deinem Vater und dir eine glücklichere Weiterreise. Möge dein Gott über eure Schritte wachen und wer weiß … vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder, deshalb sage ich ‘Auf bald’.”

    Dann habe ich es sehr eilig von hier fort zu kommen. Ich möchte so schnell es geht die Oase verlassen und weiter Richtung Hexenturm reisen. Mein Bewusstsein klammert sich an die absurde Hoffnung dass ich dort vielleicht wieder auf Larissia treffe und sie überlebt hat.

    Der Rest von mir schreit innerlich. NIe habe ich mich so allein gefühlt wie gerade. Offenbar war die eitle Dame als Bindeglied zu dem was früher war für mich wichtiger als ich ahnte. Ich muss an meinen Aufbruch denken und wie ich mich am liebsten hinter Großmutter versteckt hätte. Gerade fühlt es sich genauso an. Ich verfluchte die Wüste und alle die darin leben. Ich reiße mich gerade noch so lange zusammen bis wir, die Ponys am Zügel führend, ein bisschen außerhalb der Oase sind. Rashid ignoriere ich beinahe bei meinem hektischen Aufbruch. Dann starre ich in die endlose Weite und mein Blick sucht verzweifelt eine Straße, einen erkennbaren Weg. Dann sinke ich auf die Knie, schreie laut und verzweifelt auf, beginne zu weinen und sacke dann komplett in mich zusammen. “Satuaria was für einen Spott treibst du mit mir?”

    Ich nehme an, Rashid wird nun irgendwie reagieren. Wenn er mich mit meinem Selbstmitleid allein lässt werde ich mich auch von allein irgendwann beruhigen und ihm dann erklären wo ich hin möchte (nämlich zum Turm der Hexe). Falls er schätzt, dass wir die Etappe schaffen ohne uns mit neuen Vorräten einzudecken umso besser. Wenn wir neue Vorräte brauchen werde ich zähneknirschend nochmal in die Oase zurückkehren und wir versuchen zu tauschen was wir haben. Im Notfall müssen wir ein Pony opfern.

  4. Rashid hatte die Zeit, die du und Omar im Teezelt saßt genutzt, um auf dem Dorfplatz ein wenig umher zu streunen. Als du so überstürzt aufbrichst stolpert er hastig hinterdrein, und hat dich erst wirklich eingeholt, als du bereits die Oase verlässt. Was er dir an Einwänden hinterher ruft nimmst du gar nicht richtig zur Kenntnis, so sehr beherrschen sich deine Gefühle im Moment. Als du schlussendlich zusammenbrichst, starrt er dich einen Moment lang an und zögert. Dann kniet er sich neben dich, das Gesicht in dieselbe Richtung gewandt wie du und fängt ebenfalls lauthals an in seiner Sprache zu wehklagen. Er hebt Staub vom Wegrand auf und wirft ihn auf seinen Kopf während er klagende Laute von sich gibt. Zuerst hast du sein Tun gar nicht richtig bemerkt, aber nun, wo der größte Gefühlssturm vorbei ist, stellst du erstaunt fest, dass es mehr als eine Bedeutung von “Mitleid” gibt. Als du verstummst schaut Rashid dir ernst ins Gesicht: “Ein Freund tot?” fragt er. “N- nein” gibst du stockend zur Antwort: “nein ich hoffe nicht… Wir finden sie bald wieder.” Und jetzt wo du es laut gesagt hast, fällt es dir irgendwie auch leichter, selbst daran zu glauben. Also beschreibst du Rashid, was du über den Turm weißt. Allzu genau hat sich deine Großmutter nicht ausgedrückt, war sie nach eigener Auskunft nie im Turm von Schwester Birshen. Er muss nördlich von El Karram in den Bergen liegen, man würde dir vor Ort bestimmt den Weg zum Zauberturm weisen können. Rashid zuckt ratlos die Schultern: “Was ist “Hexe”? Und was “Turm”?” Eine Antwort fällt dir leicht: “Ein Turm ist ein sehr hohes Gebäude aus Stein. Und eine Hexe… Tja. Sowas wie ich?” Nach mehr Erklärung ist dir grade nicht zumute. Und ja, tatsächlich huscht so etwas wie eine Erleuchtung über Rashids Gesicht. “Ja, ich das mal hören! Turm von Dschinnimeister! Ist nicht an Straße, ist in Berge. Von hier mit Sia und Ria Tage 3. Aber mehr weit oben. Nacht kalt. Du vielleicht brauchen Decke… Oder kuscheln..” grinst er dich schief an.
    Mit euren Vorräten würde ihr also hinkommen. Beißt du die Zähne zusammen oder möchtest du für Decke oder andere Kleidung umkehren?

  5. Irgendetwas in mir möchte nicht zurück in die Oase. Zu sehr ist sie ein unangenehmes Symbol dieser traurigen Einsamkeit, die ich gerade so drastisch spüre.
    Hingegen ein Ziel vor Augen zu haben weckt in mir eine kleine Zuversicht und ein wenig Hoffnung.

    „Lass uns jetzt gleich aufbrechen Rashid. Ich mag nicht zurückkehren in die Oase. Es wird schon so kalt nicht werden. Und vielleicht können wir uns wirklich dicht aneinanderdrängen in der Nacht.“

    Ich rappel mich auf, klopfe ihm freundschaftlich auf die Schulter und als ich die ersten Schritte aufs Geratewohl in eine Richtung weg von der Oase mache schaue ich mich schief lächelnd um und suche seinen Blick: „Ähh, in welche Richtung müssen wir denn?“

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