Der Ausritt ’21‘

Birshen bittet euch noch, eine Karaffe frisches Quellwasser mitzubringen, dann reitet ihr los. Es tut gut, so sorgenfrei und ohne Verfolger oder dringend zu erreichendes Ziel unterwegs zu sein. Auch Rashid und die Tiere scheinen deine positive Stimmung zu spüren. Sia und Ria wiehern fröhlich und traben munter drauf los. Das nimmt der Gepard wiederum als Ansporn eine spielerische Jagd zu beginnen. Er läuft nicht bei Fuß, sondern spurtet ein Stück voran um euch dann betont lässig wieder aufholen zu lassen. Das Reiten bereitet dir so viel Freude, dass du sogar kurz vergisst, dass du „nur“ auf einem Pony sitzt.

Der beschriebene Weg führt euch auf die andere Seite des Gebirges. Nach einiger Zeit spürst du die unterschiede der Witterung. Hier fehlt der heiße trockene Aufwind aus der Khom, hier ist das klima eher gemäßigt und tatsächlich auch tagsüber eher kühl. Dementsprechend ist aber diese Seite des Gebirges grüner und das Gras saftiger und satter. Ihr reitet über eine felsige Ebene und lasst die Tiere etwas langsamer laufen. Rashid staunt über Sträucher und Büsche, die er bisher nie gesehen hat. Schließlich erreicht ihr den beschriebenen Ort. Da ihr von oben kommt trefft ihr zuerst auf die Quelle. Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie hier, durch Sumus Willen, zwischen Felsen, die sich kaum von den anderen zu unterscheiden scheinen, Wasser aus dem steinigen Untergrund sprudelt. Das eiskalte Nass fließt dann in einer kleinen Schlucht immer weiter zusammen und schwillt zu einem kleinen Bächlein, welches zwischen riesigen Felsen verschwindet. Ihr müsst absteigen, und die Felsen umrunden, und kommt nach einem kurzen Abstieg durch eine kleine Seitenschlucht in die große Schlucht, in der das Wasser fließt. Und hier kommt es auch die Felsen herabgestürzt und formt ein kleines Becken. Ein beeindruckendes Schauspiel, welches vielleicht für dich nur insofern enttäuschend ist, dass das Wasser wirklich eisig ist. Nur mit einer Selbstbeherrschungsprobe erleichtert um deine zwanghafte Reinlichkeit wird es dir gelingen mehr als Füße und Hände hineinzutauchen. In jedem Fall aber scheint die Sonne noch so kräftig, dass du deine Kleidung waschen kannst, wenn du willst.

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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  1. “Rashid sieh dir das an! Oh wie ich Eff … das kühle Nass vermisst habe!” Ich suche einen geeigneten Ort, an dem ich meine Kleidung ablegen kann und lasse zunächst Obergewand und Schuhe dort liegen um mich ein wenig zu erfrischen. Laut schreie ich auf, als ich bemerke WIE kalt das Quellwasser wirklich ist. Einen Augenblick hadere ich mit mir, doch dann erscheinen mir die kristallklaren Fluten zu verlockend, als dass ich die Gelegenheit nicht ausnützen muss und mich endlich, endlich einmal wieder gründlich zu erfrischen und zu waschen. Ich entledige mich dem Rest meiner Kleidung, schaue mir noch einmal an, ob das Bassin auch tief genug ist und springe dann laut johlend in das Becken (mit der Erleichterung um meinen Nachteil Selbstbeherrschung sehr gut gelungen).

    Ich schaffe kaum Atem zu holen, so kalt ist das Wasser. Hektisch plansche ich im kühlen Nass und versuche mich dabei zu reinigen. “Hey du Trockenschwimmer! Was sagt denn mein Reiseführer eigentlich zu einem ordentlichen Wannenbad?”

  2. Rashid sieht dir zunächst sehr skeptisch zu, und scheint die Worte „echte Krieger niemals waschen“ auf seiner Zunge zu wiegen. Dann muss er über dein Geplansche so sehr lachen, dass du beleidigt beginnst in seine Richtung zu spritzen. Erschrocken quietscht er auf und entfernt sich, um seine Kleidung in Sicherheit zu bringen. Da er sich von dir aber keine Feigheit vorwerfen lassen will kommt auch er im Untergewand zurück und eine Weile planscht ihr ausgelassen herum, bis eure Lippen blau sind und eure Glieder schlottern. Nun bist du wirklich froh Rashid dabei zu haben, denn im Nullkommanichts hat er im Anschluss ein Feuer entfacht, auch wenn dir gar nicht so genau klar ist, woher er das Brennmaterial hat. Ihr seid froh erstmal wieder in eure trockenen Kleider schlüpfen zu können. Ihr sitzt am Feuer und macht euch über den Proviant her. Erfreut stellst du fest, dass Birshen euch auch ein großes Tuch eingepackt hat. „Du ziemlich verrückt.“ stellt Rashid mit klappernden Zähnen fest. Dann rückt er ganz nah an dich ran, und lehnt seinen Kopf an deine Schulter. Schützend legst du das Picknicktuch um eure Rücken und rutscht noch ein wenig näher ans Feuer.
    Gepard hatte euch bisher nur zugesehen, kommt nun aber angelaufen. Vorwurfsvoll baut er sich vor dir auf.

  3. “Na Schmusekater? Eifersüchtig oder wie habe ich deinen strengen Blick zu verstehen? Könnten wir uns mit der Zunge waschen wie du wäre uns sicher jetzt nicht so kalt.” lache ich den Geparden an, öffne dann aber die Decke einladend. “Na komm, du darfst auch mit unter die Decke und uns gern noch ein bisschen Wärme spenden.

  4. Der Gepard schaut zwischen dir, der Öffnung in der Decke und den Proviantpäckchen hin und her. Schließlich schreitet er betont langsam heran, schlüpft durch die Öffnung auf deine andere Seite und legt majestätisch den Kopf auf dein Bein. Dann schielt er dich von unten herab erwartungsvoll an. Rashid hat den Kopf wieder gehoben und beobachtet ehrfürchtig jede Bewegung der Raubkatze.

  5. “Ach Hunger hat unser Freund.” Ich lege den Kopf schräg und schaue ihn an: “Du meinst auch, wenn ich schon der Rudelführer sein will, dann muss ich meine Aufgabe der Fütterung auch angemessen übernehmen, was? Rashid, reichst du mir einmal unseren Proviant? Und keine Angst. Ich habe unserem Geparden hier recht deutlich machen können, wer das Rudel anführt und wer nicht. Oder mein Schöner?” Dabei streichel ich dem Geparden sanft über den Hals und an der Flanke entlang.

  6. Das Streicheln lässt sich der Gepard tonlos gefallen und beäugt weiter interessiert das Bündel, welches Rashid dir eifrig rüberreicht. Im Inneren findest du Wurst, Ziegenkäse, Obst und Reisbällchen. Als Rashid probeweise auch mal seine Hand nach dem Nacken des Tiers ausstreckt, lässt die Raubkatze ein warnendes Knurren vernehmen.

  7. Was mich dazu veranlasst ihn relativ streng im Nacken zu greifen: “Hey du Frecher. Rashid ist genauso Bruder unseres Rudels, kein Grund ihn anzuknurren. Rashid schau mal, ob nicht vielleicht ein Würstchen für den Geparden übrig ist und gib es mir. Scheint mir, dass der feine Herr hier in meinem Schoß ein bisschen eingeschnappt ist.”

    Wenn ich dem Geparden das Würstchen gegeben habe lasse ich Rashid einen erneuten Versuch starten den Geparden zu streicheln: “Na komm, du eitler Geck. Nun hab dich nicht so. Brüder?”

  8. Der Gepard verschlingt eifrig das angebotene Würstchen. Auf dein Geheiß streckt Rashid noch einmal vorsichtig die Hand nach ihm aus, diesmal lässt der Gepard ihn gewähren. Als Rashid die Hand wegnimmt, schnappt der Gepard mit seinem Maul warnend nach der Stelle, an dem die Hand sich gerade noch befunden hat, und fixiert Rashid herablassend. Gerade willst du wieder regulierend eingreifen, als ein ängstliches Wiehern euch alle drei Aufschauen lässt. Ria hat sich beim Grasen weit vom Wasserfall entfernt, und ist die Schlucht, aus der ihr kommt weiter herunter gelaufen. Sie wird dort grasiger und breiter, trotzdem blockieren große Sandsteinbrocken einen Teil der Sicht. Ria wiehert noch einmal, steigt zweimal und galoppiert dann los, weiter von euch weg. Einen Augenblick später erkennst du auch den Grund, denn sie wird verfolgt, von einem Tier, welches du aus der Ferne nicht genau erkennen kannst. Es ist etwa von Gepards Größe und hat ein überwiegend Schwarzes Fell, etwas gelblich gescheckt. Es gibt ein gräusliches fauchendes Heulen von sich und springt gewandt von Felsen zu Felsen. Gepard ist bereits aufgesprungen und setzt ihm nach. Sia kommt ängstlich zu euch gelaufen.

  9. “Ria! Gepard! Bei Satuaria!” schimpfe ich, schüttele die Decke von mir ab und hechte hinter den Tieren her. Weder habe ich einen Plan was jetzt eigentlich zu tun ist, noch habe ich eine Ahnung wie ich das wilde Tier ohne Waffe in die Flucht schlagen will, aber die in mir aufsteigende Panik treibt mich an. Darüber nachzudenken, warum ich so sehr in Panik gerate habe ich gerade nicht.

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