Du springst auf und rennst los. Gepard zeigt seine volle Laufleistung und gewinnt an Abstand zu dir. Bevor du aufgeholt hast, hat er Rias Verfolger überholt und stellt sich ihm zähnefletschend entgegen. Du springst von Stein zu Stein und überlegst fieberhaft was am besten zu tun ist.

Hinter dir hörst du Hufgetrappel. Rashid hat sich auf Sia geschwungen und treibt sie in die Schlucht hinein. Die beiden kommen auf dem Geröll aber auch nur unwesentlich schneller voran als du. Trotz deiner Panik kommst du nicht umhin Rashids Reitkünste zu bewundern: Nur mit den Beinen hält er sich auf dem ungesattelten Tier, während er gleichzeitig seinen Bogen schussbereit macht. Ihr erreicht den Räuber etwa gleichzeitig. Gepard hat ihm den Weg weiter in die Schlucht abgeschnitten und nun kannst du ihn genau erkennen. Eine hässliche Mischung aus Raubkatze und wildem Hund, bedeckt das zottige Fell seinen Rumpf und lässt die vier fast nackten Beine seltsam hervorstechen. Der Gestank der von dem Tier ausgeht steigt dir empfindlich in die Nase. An den Klauen der Vorderläufe entdeckst du rotes Blut. Das Biest weicht vor Gepard zurück, und bemerkt erst jetzt, dass ihr ihm in die andere Richtung den Weg abschneidet. Erneut stößt es sein gräusliches Geheul aus, bei dem dir flau in der Magengegend wird. Gepards Muskeln spannen sich sprungbereit. Rashid legt einen Pfeil an. Und für einen Moment lang scheint es dir, als warte alles nur auf dein Kommando.

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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6 Kommentare

  1. Eher intuitiv als wirklich überlegt rufe ich “Rashid schieß!”. Ich warte einen Herzschlag lang, bis Rashid meinen Befehl in die Tat umsetzt um minimal zeitversetzt zu brüllen: “Gepard, Angriff!” Dann atme ich dreimal tief durch bis mir die aus meiner Angst gespeisten Hexenkrallen aus den Fingerspitzen gewachsen sind (dauert 3 Kampfrunden und hält nun für ca. 10 Minuten). Ein wenig dumm komme ich mir vor, dass ich keinerlei Waffen mitgenommen habe. Wie leichtsinnig das war. Doch richtig darüber nachdenken kann ich nicht, viel zu besessen bin ich von der Angst, dass der Gepard diesem Monstrum nicht gewachsen sein könnte. Mit einem wütenden Schrei stürze ich auf die Bestie zu und bete im stillen zu Satuaria, dass sie einfach durch mein Gebrüll erschreckt die Flucht ergreifen möge statt mich anzugreifen.

  2. Rashids Pfeil surrt von der Sehne, in dem Moment, wo das Tier sich scheinbar gerade zu besinnen scheint, dass du der leichteste Gegner sein muss. Es stürzt in deine Richtung, und der Pfeil streift sein Schulterblatt. Du hebst abwehrend die Hände mit den sprießenden Klauen, während das Biest auf dich zustürmt. Da springt ihm Gepard von hinten auf den Rücken und verbeißt sich in seinem Nacken. Das Tier jault auf und fährt herum. Verzweifelt vollführt es wilde Sprünge, um seinen Angreifer abzuschütteln. Gepard rutscht ab, schnappt aber gleicht wieder nach ihm, diesmal verfehlt er nur knapp die Unterseite der Kehle. Das Biest selbst teilt inzwischen auch den ein oder anderen Prankenhieb aus. Die beiden Vierbeiner scheinen sich kräftemäßig etwa ebenbürtig zu sein. Gepard ist allerdings etwas graziler und strategischer in seinen Manövern. Er meidet gezielt die Reichweite des Gebisses seines Gegners und versucht sich selbst in Position für einen Kehlenbiss zu bringen, während die Khormasbestie planlos und blind vor Wut um sich schlägt und schnappt. Ein paar Atemzüge lang beobachtest du wie die beiden Tiere über den Boden rollen, dann sind deine Krallen endlich einsatzbereit und mit lautem Gebrüll stürzt auch dich dich auf den Gegner. Du erwischt die Bestie, als sie dir gerade die Rückseite zugekehrt hat und schlägst ohne nachdenken die Klauen in seinen Rücken. Wieder bäumt die Bestie sich auf, und in genau diesem Moment kommt Rashids zweiter Pfeil angesaust und bohrt sich tief in den weichen Bauch des Tieres. Du spürst wie die Muskelspannung deines Gegners sich verändert, und kannst dich gerade noch seitlich wegwinden, bevor du rücklings unter ihm begraben wirst. Gepard springt heran, schlägt ihm die Zähne in die Kehle und drückt zu, bis auch die letzte Muskelzuckung verklungen ist.
    Schwer atmend sitzt du auf dem Boden und lauscht, aber das Heulen des Tieres ist für immer verklungen, und es ist auch keine Antwort zu hören.

  3. Rashid löst sich als erster aus der Anspannung. Er springt von Sias Rücken und sinkt neben euch auf den Boden. “Sein ihr verletzt?” Er stubst mit der Fußspitze gegen den Kadaver, und spuckt dann aus. “Zandukan! Stinkender Räuber. Besser nicht anfassen, Tiere häufig Krankheit. Du Hände waschen.” Dabei schaut er nochmal bewundernd auf deine Krallen. “Und sieh, ob Gepard verletzt, dann Wunde waschen! Ich Ria suchen. Und dann bald hier weg, manchmal Rudel! Gut hören!” Er schwingt sich auf Sia und trabt die Schlucht hinab. Als er an Gepard vorbeireitet, senkt dieser ganz kurz, und fast unmerklich den Kopf in einer kleinen Verbeugung. Wenigstens etwas gutes hat dieser Kampf gebracht denkst du grimmig, als du dich anschickst Gepard genau in Augenschein zu nehmen. Dieser trottet bereits Richtung Wasser und beginnt eifrig zu trinken. Als er läuft siehst du, dass er die linke Vordertatze anfangs etwas vorsichtiger aufsetzt und tatsächlich entdeckst du hier einen schmalen Streifen Blut auf dem Fell. Das Auswaschen gestaltet sich allerdings etwas schwierig, weil Gepard dich nicht an das Bein lassen will. Erst mit etwas gutem Zureden (und einer gelungenen CH-/ oder wahlweise Abrichten- Probe) gelingt es dir die Wunde mit klarem Wasser aus dem Wasserfall zu reinigen. Es scheint nur ein oberflächlicher Kratzer zu sein. Du selbst bist mit “heiler Haut” davongekommen. Am schlimmsten hat es Ria erwischt, die Rashid soeben zurückbringt. Das Raubtier muss sie angesprungen haben, bevor sie es geflüchtet ist, eine tiefe Krallenspur zieht sich schräg über ihre rechte Seite, die Wunde klafft und blutet heftig. Mit grimmigem Gesicht macht Rashid sich daran, auch Ihre Wunde auszuwaschen, dann schlüpft er aus seinem Obergewand, wäscht es und presst es auf die Wunde. Ria wiehert auf, lässt sich die Behandlung aber gefallen. “Ria stark! Ria bald wieder gut!” zischt Rashid, trotzdem kommst du nicht umhin das feuchte Schimmern in seinen Augen zu bemerken, was er so heftig niederzukämpfen bemüht ist. Als er mit der Behandlung fertig ist, stellt er sich vor die Schlucht, hebt wütend die Faust und brüllt so laut er kann in Richtung des toten Gegners.

  4. “Das reicht jetzt. Wir gehen. Genug Spaß für einen Nachmittag.” sage ich mit undeutbarer Stimme in Rashids Richtung und meine damit genauso ihn wie auch den Geparden. Dessen Wunde konnte ich gut versorgen (sowohl CH-Probe als auch Abrichten gelungen) und ich möchte nun so schnell wie möglich von hier fort. Wie hatte ich so töricht sein können, für einen Augenblick zu vergessen wo ich mich eigentlich befinde. Während wir zunächst eilig die Habseligkeiten zusammensuchen und uns dann auf den Rückweg machen, versuche ich die Spitze der Gruppe zu bilden. Zu sehr muss ich gerade selbst mit den Tränen ringen. Wut und Erschöpfung darüber, dass der Augenblick der Freude und Leichtigkeit so kurz sein musste, breiten sich in mir aus.

    Zurück am Turm würde ich Birshen nach Kräutern fragen. Sie kennt sich mit Heilmitteln sicher ein wenig aus.

  5. Ihr tretet den Rückweg an. Ria kann nur langsam laufen, und Rashid liegt sanft auf ihrem Rücken und hält den provisorischen Verband fest. Du reitest Ria. So seid ihr zwar immer noch schneller als zu Fuß, aber doch langsamer als auf dem Hinweg. Trotz aller Widrigkeiten verlasst ihr ohne weitere Zwischenfälle die Schlucht. Ihr erreicht den Turm kurz vor Einbruch der Dämmerung. Birshen hilft euch Rias Verletzung zu versorgen und legt einen Verband mit Heilkräutern an. Danach seid ihr alle froh, über die warme Mahlzeit, die Birshen in eurer Abwesenheit vorbereitet habt. Am prasselnden Kaminfeuer in der Küche, mit gut gefülltem Magen sieht die Welt schon nicht mehr ganz so grausam aus. Trotzdem findet Rashid keine Ruhe. Sobald er gegessen hat, stürmt er wieder nach draußen, um bei der verletzten Ria zu wachen, da hilft auch kein beruhigendes Zureden von dir und Birshen. So überlegst du gerade, deine Sternkunde-Darbietung auf später in der Nacht zu verschieben, als eine zeternde Stimme euch in das Studierzimmer ruft.
    “Unverantwortlich! Absolut unvorstellbar! Dass man solche Menschen in die höheren Weihen der Magie einbezieht! So etwas hätte es zu meinen Zeiten nicht gegeben!!”
    Höchst erbittert berichtet euch Magister Cherek von den Ergebnissen seiner Analyse. Und er hält dabei nicht mit seiner Meinung hinter dem Busch, dass es völlig unverantwortlich sei, Formeln so ungestüm miteinander zu vermischen und die Effekte auf das Sphärengleichgewicht nicht abzusehen seien. Die kurze Zusammenfassung seiner umständlichen und von Verwünschungen durchsetzen Ausführung: Das Diadem besitzt die Kraft, seinen Träger sämtlicher Erinnerungen zu berauben, und macht ihn gleichzeitig gutgläubig gegenüber Personen, die dem Träger begegnen. Es hat die Fähigkeit den Zauber über lange Zeit aufrecht zu, in dem es seinem Träger Astral- oder Lebensenergie entzieht.
    Nachdem er euch weitere Fragen beantwortet hat, [die du mir gerne in die Kommentare schreibst] löst sich Cherek ibn Sahil schließlich auf einen Wink von Birshen wieder in Luft auf.

  6. Immer wieder bestätige ich den Magister in seiner Empörung, brennen mir doch noch ein, zwei Fragen auf der Seele deren Antwort ich ihm mit ein wenig sinnbildlichen Honigkuchen zu entlocken hoffe: “Magister Cherek, glaubt ihr die verlorenen Erinnerungen – und damit meine ich gerade diejenigen an die Zeit während man das Diadem trägt – lassen sich wieder hervorholen? Immerhin kam eine junge Schönheit aus dem Westen durch das verderbte Artefakt zu schaden. Da sollte es ein dringendes Anliegen im Namen der Gerechtigkeit und der rechten Magie sein, die Angelegenheit aufzuklären.”

    Weiterhin möchte ich eine seltsame Beobachtung mit ihm diskutieren: “Wisst ihr, mir ist aufgefallen, dass das Artefakt eine wortwörtlich magische Anziehungskraft zu haben scheint und – wie soll ich mich ausdrücken – bestrebt zu sein scheint, neue Besitzer zu finden. Sozusagen jemanden in seinen Bann zu schlagen. Glaubt ihr, dass die dem Artefakt innewohnende dunkle Macht seine Umgebung zu beeinflussen vermag?”

    Falls er sehr bereitwillig meine Fragen beantwortet versuche ich Birshens bereits erfolgreiche Rechercheergebnisse mit der Frage zu untermauern, ob er eine Idee hat von welcher Akademie wohl der Magier stammen möge, der die Zauber gewirkt hat. Und natürlich möchte ich wissen ob man das Artefakt wohl zerstören kann und welche Wirkung das wohl haben mag.

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