Erwachen #3#

Lange wälzt du dich unruhig auf deinem Lager, vor deinem Inneren Auge ziehen Bilder und Erinnerungen vorbei, immer schneller und absurder werdend, während du vom Wachen ins Träumen driftest: Die Nacht in Mherwed, in der alles begann. … Der magische Moment, als dir Larissias Bild in Gedanken erschien. … Der Kampf auf dem Boot… die Befreiung vom Diadem … die Tage eurer Flucht… immer unregelmäßiger wechseln die Szenen und immer düsterer und absurder verändern sie sich dabei:

Du und Birshen in der großen Wanne. Ihr spielt verstecken. Maruch tritt aus den Büschen und schaut dich mit strengem Blick an. Dann packt er Birshen am Zopf und schleudert sie zur Seite. Mit gierigem Blick steigt er zu dir ins Wasser, welches sich in ein Flammenmeer verwandelt. … Du am Ufer eines großen Sees. Statt deines Spiegelbilds siehst du das Antlitz des Geparden. Er schaut dich enttäuscht an. … Du liegst auf dem Rücken auf dem Boden und die Khoramsbestie schnappt nach dir, sie reißt ein Stück aus deiner Seite und läuft mit dem Diadem im Maul davon … Um dich herum braust ein kalter Wind und das glockenhelle Gelächter der kleinen Luftgeister scheint von überall gleichzeitig zu kommen. Dann beginnen sie zu streiten, so schnell und sirrend, dass du nur Bruchstücke verstehst. “Ich habe euch doch gesagt….”  “… er wird den Weg nicht finden” “… aber doch hier..” “niemals durch das Tor!..” “…sie mitnehmen…” “.. die Glocke” “.. kein Mensch..” “das kann er nicht”. Sie lachen gehässig … Larissia. Sie steht dir mit großen Augen in der Wüste gegenüber. “Aber, ich hätte doch merken müssen, wenn mir Magische Kräfte innewohnen würden? – Ich denke ich muss dir etwas sagen…” sie sucht deinen Blick, hält ihm aber nicht stand. Etwas in ihren Augen lodert auf, du bemerkst eine Geste ihrer Hand – und der Sandsturm bricht über euch herein. … Eine um jahre ältere Version von Maruch sitzt in einem Turm in Rashdul und schmiedet mit finsterem Blick Artefakte …Deine Großmutter wird von Gardisten aus eurem Palast gezerrt. Sie schlägt die Hände vors Gesicht und weint. … Der alte Einsiedler steigt aus der Sandsteingrotte empor und streckt seine toten Finger nach dir aus. Immer und immer wieder piekst er dich in die Rippen.

Du erwachst und fühlst dich überhaupt nicht ausgeruht (kein Regenerationswurf für diese Nacht)

Etwas schmerzt an deiner Seite. Wieder und wieder. Du öffnest die Augen. Maruch steht hoch vor dir aufgebaut und stößt mit seinem Stab nach dir. „Wach auf, du Blender, Meister der Täuschung! Wach auf und stell dich meinen Fragen! Wer bist du, und was für Pläne verfolgst du?“ Feindselig steht der Magier dir gegenüber. Die Vertrautheit von gestern ist verflogen. Mit ernstem Gesichtsausdruck und in kompletter Magiermontur (samt Hemd) baut er sich kampfbereit vor dir auf: „Willst du mich für dumm verkaufen? Warum hast du mir deine magische Fähigkeit verschwiegen? Meinst du ich erkenne nicht die Auswirkung eines „Erinnerung verlasse dich“, wenn ich sie am eigenen Leib spüre? Du wirst mir jetzt sofort berichten, was sich gestern abend zugetragen hat!!“

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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2 Kommentare

  1. Erschrocken springe ich auf und brauche einen Augenblick der Orientierung, bemerke aber instinktiv wie ich nicht von oben herab von Dunchaban angeschaut werden möchte. Das feindselige Funkeln in seinen Augen reißt mich dann aber vollends in die Wirklichkeit. Ich straffe mich und funkel nicht minder feindselig zurück: “Maruch, Schüler des Dunchaban! Wage es nicht mich einen Meister der Täuschung zu nennen, wenn du selbst mit der gespaltenen Zunge der Schlange sprichst. Magister, hmm? Es ist nicht mein Problem, wenn sich der Herr Magister selbst überschätzt und einen Teil seiner Erinnerungen bei seiner feinen Darbietung regelrecht aus dem Kopf brennt. Mir jedenfalls solltest du lieber dankbar sein als mich mit wüsten Worten der Beschimpfung aus einem unruhigen Schlaf voller Sorgen zu wecken!”

    So fauche ich zurück und halte konsequent Augenkontakt mit ihm. Unwillkürlich flammt einen Augenblick das Bild des Geparden in meinem Kopf auf. Wollen wir doch sehen, wer hier das Alphatier ist.

    “Wenn du also die Güte hättest dich jetzt wieder zu beruhigen und wir wie gestern in Freundschaft und Brüderlichkeit zusammen frühstücken könnten, dann will ich dir gern berichten was sich zugetragen hat. An was kannst du dich denn überhaupt erinnern?”

    Sollte er keine Anstalten machen wieder etwas abzukühlen lasse ich es auf einen kleinen Machtkampf ankommen. Natürlich hoffe ich nicht, dass eine allzu große Eskalation passiert. Wenn der Herr Zauberer aber eine Watsche braucht um herunterzukommen, so bin ich bereit.

    Lenkt er aber ein, so berichte ich ihm wahrheitsgemäß was sich zugetragen hat, lasse aber das Amulett weg. Da gebe ich mich zunächst einfach ahnungslos. Auch lasse ich ihn bewusst darüber im dunkeln, was er in seiner Weinseligkeit alles erzählt hat, schiebe aber mein neues Wissen über ihn genau darauf.

  2. Maruch ist für einen Moment verstummt, dann verengen sich seine Augen zu Schlitzen: “Mäßige deinen Tonfall, Wüstenwanderer! Einem Mitglied der magischen Akademie hast du Respekt zu zollen, egal welchen Rang es bekleidet! Du hast voll Sorge geschlafen? Das rechtfertigt keine schlechten Manieren, und keinen Spott über meine Zauberkünste! Ich stelle das Wirken fremder Magie auf mir fest, und wer, wenn nicht du soll meine Erinnerungen beeinflusst haben? Und an meiner Kiste hast du dich auch zu schaffen gemacht!“
    „Du solltest dir deinen eigenen Ratschlag besser selbst zu Herzen nehmen, mein lieber Maruch!“ zischt du, „was ist das für ein Tonfall deinem Gast gegenüber, den du selbst in dein Zelt eingeladen hast und dem es fern liegt dir Leid zuzufügen? Ich versichere dir, dass ich keinen Zauber angewendet habe, um dir zu schaden! Wenn du also die Güte hättest dich jetzt wieder zu beruhigen und wir wie gestern in Freundschaft und Brüderlichkeit zusammen frühstücken könnten, dann will ich dir gern berichten was sich zugetragen hat.“
    Maruch holt tief Luft für eine scharfe Erwiderung, lässt dann aber den Stab und die Schultern sinken: „Du hast Recht. Mit Anschuldigungen kommen wir nicht weiter. Setzen wir uns also und sehen was uns zur Stärkung zur Auswahl steht.“ Hastig breitet er ein Tuch vor dem Zelt aus und stellt einige Gläser aus der Kiste darauf sowie ein Päckchen mit Brot. Ungeduldig murmelt er seinen Händewaschzauber. Als ihr euch gesetzt habt, rührt er das Essen kaum an, wartet angespannt bis du dir an Brot, Sesam- und Olivenpaste und Trockenobst gütlich getan hast, bevor er wieder das Wort an dich richtet: „Vergib meine Ungeduld, Dscheridan, und auch Aufbrausen vorhin, aber es ist nicht gerade erbaulich mit einem leergewischten Schädel und Schmerzenden Rippen zu erwachen… Tatsächlich ist alles was mir vom gestrigen Abend noch in Erinnerung ist, unser anregendes Gespräch beim Abendessen mitsamt der Schilderung deiner Bekannten, und unsere Entscheidung, heute gemeinsam in die Schlucht herabzusteigen. Ich glaube anschließend hatte ich den Entschluss gefasst, dich mit etwas Feuerbeschwörung zu unterhalten, kann mich aber nicht entsinnen, ob ich das tatsächlich getan hab… In meinem Kopf ist Nebel und meine Seite schmerzt als hätte ich einen kräftigen Schlag eingesteckt.“
    Erwartungsvoll und hilflos sieht Maruch dich an. Einen Moment genießt du das Gefühl der Macht, die sich dir hier eröffnet, rückst dann aber schnell mit deiner Geschichte heraus, da dich sein wehrloser Blick an den innigen Moment gestern Abend erinnert und sich Mitleid in dir regt.
    Mit deiner reduzierten Schilderung der Ereignisse gibt er sich leidlich zufrieden, ist zumindest der Zugriff auf die Kiste damit erklärt dass du nach Verbandszeug gesucht hast. Was den Gedächtnisverlust angeht bleibt sehr skeptisch, auch weil er sich keinen Reim darauf machen kann, wie bei „so einer banalen Beschwörung“ etwas derart hätte schiefgehen können, dass er richtig ausgeknockt wird. Außerdem habe er schon manch einen Kater gehabt aber nicht mit so gravierenden Folgen. Wenn du aber auch auf sein Nachfragen nicht mehr dazu erzählt, drängt er schließlich zum Aufbruch in die Schlucht, da ihr einige Stunden klettern müsst, und die Mittagshitze auf der freien Felswand unerträglich wäre. Außerdem sind eure Wasservorräte so gut wie leer.

    [Bist du bis hierhin mit den Geschehnissen einverstanden und machst dich mit Maruch auf in die Schlucht, dann darfst du nun direkt bei Beitrag #4# weiterlesen. Wenn nicht, dann kommentiere bitte hier weiter]

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