Aus dem Schlaf gerissen

Unvermittelt erwachst du und bist einen Augenblick orientierungslos. Es ist noch stockfinster und so benommen wie du bist muss es auch noch mitten in der Nacht sein. Doch was hat dich geweckt? Eikiko scheint jedenfalls noch zu schlafen stellst du fest. Du setzt dich auf und lauscht angestrengt.

Spielt da Musik und wird da gelacht? Es ist fast mehr eine Ahnung als das du es hörst, aber wenn du jetzt wo du sitzt und dich darauf konzentrierst bist du gewiss, dass der Wind Musik, Gesang und Gelächter an dich heranträgt. Doch das kann dich unmöglich geweckt haben. Da hörst du ein weiteres Geräusch, viel näher als die Musik. Du brauchst einen Augenblick bis du kapiert hast, was das war, ist es doch das unwahrscheinlichste was du hier erwarten würdest: Ein lautes Platschen.

Veröffentlicht von Meister

Die Mächte des Schicksals.

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  1. Ein einzelner Platscher? Wie wenn etwas Dickes ins Wasser fällt? Da ich mich an kein Gewässer in der Umgebung erinnern kann, versuche ich die Richtung des Geräusches durch weiteres stilles Horchen zuzuordnen. Platscht es vom Weg oder von woanders her? Wie nah war es mir? Lautlos drehe/bewege ich mich in die Richtung, und versuche etwas zu erkennen. Wiederholt das Geräusch sich ein weiteres Mal? Oder kommen neue hinzu? Sollte ich mich weit vom Lager entfernen müssen, werde ich Eikiko wecken/mitnehmen.

  2. Genau so ein Platschen war das, als ob etwas Dickes ins Wasser fiele. Du kannst in deiner Überraschung beim besten Willen nicht sagen, wie das zu verorten ist. Grob hast du das Gefühl eher aus der Richtung deines weiteren Weges und nicht „hinter dir“. Und richtig nah war das auch nicht.

    Du richtest dich halb auf und drehst dich lautlos von links nach rechts. Du schließt die Augen um dich besser auf dein Gehör konzentrieren zu können.
    Da! Es mischen sich tatsächlich weitere Geräusche dazu … jetzt wo die Verwirrung von dir ablässt und du ganz bei der Sache bist, formt sich ein klareres Bild: In größerer Entfernung entlang des Weges scheinen sich Personen(!!) am Wasser aufzuhalten. Wortfetzen, vielleicht sogar … Gelächter? Da wird etwas ins Wasser geschmissen. Oder mit Wasser gespritzt?

    Dir reicht es! Was auch immer das ist, dem muss auf den Grund gegangen werden. Mit einem stillen Gebet an Mutter Satuaria, sie möge nicht wieder brutale Wegelagerer im Wald versteckt haben, weckst du Eikiko (von dem dir erst Gedanken eines Sees voller Nüsse entgegenschwappen und als dieser Gedanke abrupt beendet wird eine leichte Verärgerung) und schleichst drauflos.

    In jedem Fall kannst du entsprechende Schleichen- und Zauberproben vornehmen, so du etwas in der Hinsicht zu tun wünscht. Sag mir außerdem ob du zurück auf die Straße und von dort den Geräuschen nachschleichen möchtest oder den Weg quer durch den Wald direkt auf die Geräusche zu wählst. In jedem Fall wird zusätzlich Sinnenschärfe benötigt sowie eine Orientierungsprobe falls du den Weg durch den Wald wählst.

  3. Ich möchte zügig los – keine Zeit für Zauber…
    Da meine größte Sorge ist, bei dieser Dunkelheit in das Gewässer hineinzufallen, werde ich auf dem Weg durch den Wald besondere Vorsicht walten lassen (beachte meine Geländekunde). Eine hoffnungsfrohe Vorahnung lässt mich wünschen, ich möge als Quell der Geräusche vielleicht den benannten Gauklertrupp beim Baden überraschen – aber die Erinnerung an die letzten nächtlichen Waldabenteuer zügeln meinen Überschwang und lassen mich vorsichtiger ausschreiten und in der Nähe der Geräusche zunächst vorsichtig verharren.

    Hier der Talentspiegel:
    Sinnenschärfen: 4 TaP*
    Orientierung: alle 4 TaP* (hätte bis zu 4 weitere Punkte erschwert sein können)
    Schleichen: alle 4 TaP* (auch hier wäre Erschwernis bis zu 6 weitere möglich gewesen (eine einzelne 1 hat je keinen besonderen Effekt, richtig))

  4. Der Schein der Mada, die friedliche Nacht und ein Segen der Mutter müssen es sein, die dich überraschend präzise den Geräuschen immer näherbringen. Und tatsächlich tut sich da auf einmal vor dir der Wald auf und ein breiter Grasstreifen kündigt einen friedlich daliegenden See an, dessen schwarzer Spiegel das Madamal romantisch reflektiert. Der perfekte Platz um geschützt vom Waldsaum und den hohen Gräsern folgende Szenerie zu beobachten:

    Rechterhand dem Ufer folgend wird ebendies zunächst zu einer von dunklem Kies bedeckten Bucht. Dahinter reicht eine kleine Landzunge weit in den See hinein. Auf dieser Landzunge steht ein großer ausladender Baum. Um den Baum und in der kleinen Bucht tummeln sich vier Menschen. Ein Mensch steht im Wasser, dass ihm an seiner Position bis zum Bauchnabel reicht, eine zweite Person sitzt im flachen Wasser der Bucht, eine dritte steht mit verschränkten Armen ein Stück weit vom Wasser entfernt und die vierte Person klettert gerade auf dem Baum einen Ast entlang, der weit über das Wasser ragt. Die Anmut und Präzision mit der das vonstattengeht lässt deine Hoffnung, du könntest den Gauklertrupp gefunden haben, aufflammen.

    Du beobachtest noch einen kleinen Augenblick von deinem Versteck aus: Es handelt sich offenbar um Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene – du erliegst sogar einen Augenblick in dem Zwielicht der Illusion es handele sich um einige der Kinder vom Gehöft, gar San oder Beorn.

    Auf dem Baum klettert eindeutig eine männliche Person. Dies ist ob ihrer Nacktheit eindeutig zu bestimmen. Auch weißt du jetzt woher der Platscher kam denn just in diesem Augenblick lässt er sich vom Ast ins Wasser fallen. Du glaubst im Wasser stand ein junges Mädchen – ja es muss ein Mädchen sein, allerding ist sie wohl noch so jung, dass ihr Busen kaum ausgeprägt ist und man sie auch für einen Knaben halten könnte. Das gerade aufflammende Lachen lässt aber eher auf ein Mädchen schließen. Am Rand noch mit einem Hemdchen bekleidet sitzt ebenfalls ein Mädchen und stimmt in das Lachen ein. Im Hintergrund ist wohl ein zweiter Junge und von ihm vernimmst du nun ein deutliches: „Wir sollten jetzt wirklich, wirklich gehen! Wir bekommen einen riesen Ärger wenn man herausfindet, dass wir uns davon geschlichen haben. Und außerdem … wer weiß ob es in diesem Wald keine wilden Tiere gibt oder gar Neckern in diesem Tümpel!“

    „Du bist ein so unglaublicher Hasenfuß! Die Erwachsenen sind jetzt doch eh alle betrunken. Die bemerken niemals dass wir fort sind“ erwidert da der Junge vom Wasser her.

  5. Ich weiß nicht genau, welcher Schalk mich reitet, wahrscheinlich ist es die Erleichterung keine gefährlichen Wegelagerer vorzufinden… Leise hebe ich einen möglichst großen Ast/ Stein auf und werfe ihn so in den See, dass mit einem möglichst großen Platscher in der Nähe des Großmauls landet.

  6. Deine kleine Schelmerei verfehlt ihre Wirkung nicht. Mit einem lauten, schrillen Aufschrei stürzt der Junge Richtung Ufer: „Da war was, da war was!!“ Er bleibt auf der Höhe des in der milden Gischt sitzenden Mädchens stehen und gestikuliert wild in Richtung des anderen Mädchens.

    Die zwei fangen an zu kichern. Das Mädchen im Wasser dreht sich zur Stelle, aus der der Platscher kam und spritzt Wasser in Richtung Land: „Na, wer ist hier ein Hasenfuß Luon?“

    „Doch, da war was!! Da hat was geplatscht! Sei lieber vorsichtig, Mada!“

    Das Mädchen bleibt gelassen: „Bei den Göttern, da hat’s Fische in dem See. Schockschwerenot! Oder doch einen Necker, der dich in die Tiefe ziehen will?“

    Mittlerweile hat sich der als Luon angesprochene hinter den zweiten Jungen gestellt, ja beinahe verschanzt: „Das ist nicht lustig, Madayana!“

    „Nun, also ich find’s ziemlich lustig um ehrlich zu sein.“ Auch ‚Mada‘ watet nun gemächlich zurück zum Stand. „Teyleh, ich glaube unser kleiner Ausflug ist beendet. Unsere mutigen Männer sind doch nur schaumschlagende Waschweiber.“

    Willst du der kleinen Darbietung noch ein bisschen zusehen und den Aufbruch der Gruppe abwarten oder hast du weitere Schelmereien im Sinn?

  7. Meine Freude über den gelungenen Spaß sowie ein kleines Glucksen in der Stimme kann ich nicht gänzlich unterdrücken, als ich nun aus dem hohen Gras auf den Kiesstrand trete und mit einem Ruf auf mich aufmerksam mache: „Wollt ihr wissen, was da geplatscht hat, dann lauft nicht fort! Und seid versichert, dass ich weder ein Necker bin, noch euch irgendeinen Schaden zufügen möchte…“ Ich nähere mich bedächtig und im Madalicht hoffentlich gut sichtbar und winke dabei freundlich mit beiden Händen.

  8. Über dein „Wollt ihr wissen …“ kommst du zunächst gar nicht hinaus, denn nun hast du die Gruppe scheinbar kollektiv erschreckt, als auch den zwei Mädchen nun ein erschrockener Aufschrei entfährt und man sich kollektiv um den Jungen am Strand scharrt.

    „Lauft nicht fort! Ich bin gewiss kein Necker und möchte euch auch sonst keinen Schaden zufügen.“

    Deine bedächtige Annäherung beruhigt die Gruppe wieder ein bisschen, auch wenn insbesondere die zwei Nackten sich eher hinter dem Jungen zu verstecken suchen. Interessanterweise ist er es nun, der recht mutig das Wort an dich richtet: „Du siehst auch nicht gerade aus wie ein Waldgeist oder ein Gespenst. Gleichwohl frage ich mich, warum sich jemand tief in der Nacht hier so allein herumtreibt.“

    Wenn du weiter heran gehst während du antwortest wirft der Junge noch ein: „Wenn es dir nichts ausmacht. Bleib dort stehen und kommt nicht näher!“

  9. Auf die Bitte des Jungen hin bleibe ich stehen, wo ich bin. „Verzeiht bitte, dass ich euch erschreckt habe, aber euer Badevergnügen hat mich aus dem Schlaf gerissen. Ich bin auf der Reise und schlief in dem Wäldchen hier, als plötzlich etwas laut vernehmlich platschte. Also kam ich her um nachzusehen. Ich bin übrigens Mirya. Und so ganz mutterseelenallein bin ich nicht: Das ist mein Begleiter Eikiko.“ Ich lasse ihn auf meine Handfläche klettern.

  10. Eikikos deutlich spürbare Müdigkeit zum Trotz hüpft er keck auf deine Hand und schaut zu den Kindern herüber.

    Diese recken gleichsam neugierig die Hälse. Eine Verzückung wie auf dem Gehöft löst dein Gefährte diesmal aber nicht aus. Diese Jugendlichen hier scheinen an tierische Weggefährten gewöhnt zu sein.

    „Erfreut Mirya … und Eikiko“ lässt sich der Junge nach einem Augenblick des Zögerns verlauten. „Wir sind Luon, Madayana, Teyleh und ich bin Permold. Und eigentlich wollten wir gerade …“

    Die dir schon als Madayana oder kurz Mada Bekannte schneidet Permold das Wort ab: „… wieder ins Wasser gehen, jetzt wo wir wissen, dass hier nur jemand Rache für seinen gestohlenen Schlaf üben wollte.“

    Sie lacht, als sie die Worte spricht, löst sich von der Gruppe und kommt auf dich zu. „Wohin bist du denn des Weges Mirya, Gefährtin von Eikiko? Weißt du, wir würden dich ja gern zu uns ins Lager einladen, aber wie du vielleicht durch Pers Gezeter mitbekommen hast, sind wir nicht ganz … nun … berechtigt hier.“

    Sie ist nun auf 2 Schritt an dich heran und du merkst, dass sie dich sehr genau mustert. Mit ihrer Nacktheit scheint sie indes keine Probleme zu haben und steht bar jeder Kleidung und Scham vor dir. Von Nahem wirkt sie älter als eben noch aus deinem Versteck heraus. Vielleicht musst du ihr geschätztes Alter gedanklich nach oben korrigieren.

    Dem jungen Luon hingegen scheint es nicht ganz recht zu sein ohne seinen Lendenschurz schwimmen gegangen zu sein, jetzt wo er um eine fremde, weibliche Beobachterin weiß. Während die anderen zwei weiter einfach nur dastehen nestelt er ungeschickt an den am Boden liegenden Sachen herum und ist wohl damit beschäftigt sich zu bedecken.

    Unvermittelt spricht Mada wieder: „Hast du Lust auf ein Bad im Mondenschein?“ Sie hat dich offenbar für harmlos eingestuft.

    Was hast du weiter vor? Folgst du der Einladung oder bevorzugst trocken zu bleiben? Möchtest du die Vier dazu bringen dich trotz ihres „Fortgeschlichenseins“ bitten, dich mit in ihr ominöses Lager zu nehmen? Oder hegst du ganz andere Pläne?

  11. Tatsächlich ist mir mehr nach Schlaf als nach Baden, daher hake ich noch einmal nach:
    „Euer Lager? Ich bin unterwegs in Richtung Südwesten. Heute gen Mittag kreuzten drei Angroschim meinen Weg, die mir von einem Gauklertrupp erzählten, der in die selbe Richtung wie ich unterwegs sei. Wenn ich ehrlich bin, hätt ich nicht wenig gegen etwas menschliche Gesellschaft auf der Reise einzuwenden. Daher hab ich mich gesputet, sie vielleicht noch einzuholen. Verzeiht also, dass ich eure Einladung zum Bad ausschlage, aber ich bin hundemüde von dem Marsch. Aber eine Einladung in euer Lager würd ich wohl annehmen, ob ihr nun zu den Gauklern gehört oder nicht. Ich leg auch bei euren „Erwachsenen“ ein gutes Wort für euch ein – bin ich doch sicher auch sie haben sich nächtens oft genug rausgeschlichen, als sie in eurem Alter waren.

  12. „Nun eben jenem Gauklertrupp hast du gerade gefunden“ erklärt dir Mada und Permold fügt hinzu „Richtig müsste es wohl heißen ‚einen Teil der Gauklertruppe‘. Nun, im Sinne der Gastfreundschaft und Travias wachsamem Auge in diesen Dingen können – möchten – wir dir eine Einladung natürlich nicht abschlagen. Gleichwohl ist mir etwas unwohl erwischt zu werden.“

    Madayana schlendert zurück zur Gruppe und hat dich mit einem Kopfnicken aufgefordert näher zu treten.

    Nun ergreift Luon wieder das Wort, der zurück in seine Hose gefunden hat und nun gerade das Hemd überstreift und zurechtzupft. Dir fällt auf, jetzt wo du heran bist, wie dünn – dürr – und doch athletisch sein Körper gebaut ist.

    „Ein gutes Wort brauchen wir weniger, aber vielleicht kannst du uns als Ablenkung dienen. Es wird gefeiert und du könntest einfach sagen, die Musik habe dich angelockt. So weinselig die Erwachsenen sind, wirst du wohl auf eine Einladung hoffen dürfen.“

    Du bemerkst Permolds panischen Blick, dass dir Luon so freigebig diese Information kundtut.

    Auch Madayana schlüpft in ihre Gewandung: „Es ist also stumm vereinbart, dass wir zurückkehren? Soll mir recht sein. Und natürlich kannst du mitkommen, Mirya. Wir finden schon eine Möglichkeit für dich unsere Gruppe kennenzulernen. Nun kommt denn.“

    [Möchtest du an dieser Stelle noch ergänzen? Sonst folgt ein neuer Post.]

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