Das Gauklerlager – Kräutersuche

Du hüpfst von den Trittstufen des Wagens herunter und lässt deinen Blick im Lager schweifen. Einen Schlüssel siehst du nirgendwo offensichtlich hängen. Du vermutest, dass man ihn im Inneren einer der Kastenwagen aufbewahrt.

So gehst du gedanklich zu Plan B über. Die Gauklerfamilien haben Windhorn zwar unrechtmäßig gefangen genommen, sie haben ihn aber zumindest nicht misshandelt. Das beruhigt dein Gewissen, dass es somit auf einen halben Tag mehr in Gefangenschaft auch nicht ankommen wird.

Du kehrst zum Probenplatz zurück und zupfst Ippolito am Ärmel. Er steht am Rande und beäugt skeptisch das Geschehen auf der imaginären Bühne. Deine anderen Gesprächspartner wirken sehr geschäftig oder stehen sogar auf eben jener Imagination, deshalb entscheidest du dich dafür ihn anzusprechen.

„Wie ich bereits sagte würde ich mich gern nützlich machen und werde im Umland nach nützlichen Kräutern suchen, wenn du einverstanden bist. Ein gefülltes Medizinschränkchen und ein paar nützliche Küchengewürze sind auch für euch sicher hilfreich. Ich habe richtig verstanden, dass ihr den Tag hier mit Proben beschäftigt seid und noch nicht weiterreist, oder?“

Ippolito mustert dich kurz und lässt seinen Blick einmal skeptisch von deinem Scheitel bis zur Sohle wandern. Dann lächelt er wieder und nickt zustimmend. „Das klingt nach einem guten Einfall, geh nur. Wir werden hier sein.“ Mit diesen Worten wendet er den Blick und damit seine Aufmerksamkeit wieder in Richtung des Geschehens.

Du bist froh darüber keine Diskussion führen oder dich weiter erklären zu müssen und stromerst los.

Das Wetter ist sonnig und die Natur mit ihrem reichen und leicht zu erreichenden Pflanzenschatz meint es gut mit dir. Du bist ganz hin und hergerissen zwischen deiner Freude über all das und dem Zorn über die Ignoranz deiner eigentlich so freundlichen Gesellschaft.

Als dir das Sinnieren über die Umstände zu müßig wird beschließt du der Erdenmutter dafür dankbar zu sein, dass sie einen so ungeheuerlichen Zufall hat geschehen lassen, dass du auf Windhorn aufmerksam wurdest. Das soll dir als Zeichen gereichen, dass du eigentlich zur rechten Zeit am rechten Ort bist. „Vielleicht kann ich ja Windhorn erretten ohne diese freundlichen, fröhlichen Menschen allzu sehr zu erzürnen, oder was meinst du Eikiko?“

Dein Vertrauter keckert zustimmend.

Einige Stunden später kehrst du mit einem Korb voller Kräuter in das Gauklerlager zurück. Neben den schmackhaften Zutaten für das Mittagessen und verschiedensten spezifischen Kräutern hast du auch eine ganze Hand voll Wirselkraut gefunden.
Nicht im Korb, aber in deiner Tasche verborgen und in ein Tuch eingeschlagen hast du außerdem einige Ranken Giftefeu mitgebracht. Damit wirst du deinen Plan gut in die Tat umsetzen können.

Noch immer sind die Gaukler sehr beschäftigt und du nutzt die Gelegenheit, um die Giftpflanze bei Windhorn zu platzieren und ihn zu instruieren, was damit zu tun sei. Das sollte bis zum Abendessen einen guten Anlass geben Windhorn beizustehen.

Gerade bist du mit deinen Anweisungen fertig da ruft jemand deinen Namen. Tanzu kommt mit der jämmerlich weinenden und leicht humpelnden Teyle in den Wagenrund gelaufen. Du gehst ihnen entgegen. „Peraine sei’s gedankt, du bist schon zurück. Wärest du so lieb mir zu helfen? Teyle ist in eine Wespe getreten und diese hat böse zugestochen.“ Tanzu setzt das weinende Kind auf die Bank am Lagerfeuer. Tatsächlich ziert das rechte Füßchen (ungefähr am Innenrist) ein großer roter Flatschen.

[Du kannst hier neben Heilkunde Wunden auch deine anderen Heilfertigkeiten zum Einsatz bringen. Ob der dir bekannten „Krankheitssituation“ sind alle Proben um drei Punkte erleichtert. Was sind ggf. deine weiteren Pläne.]

Veröffentlicht von Meister

Die Mächte des Schicksals.

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7 Kommentare

  1. „Oh du Arme… Na lass mal sehen, das bekommen wir doch gleich wieder hin! Wäre doch gelacht, wenn ich hier nichts passendes drin habe…“ Plappernd kniet sich Mirya neben den Fuß der kleinen Patientin und kramt in ihrem Korb herum. Als erstes reicht die dem Mädchen eine große saftige Erdbeere [oder etwas dem Meister passender erscheinendes gefundenes süßes], um die Tränen etwas zu stillen, dann beugt sie sich pustend über den Fuß.
    [Der folgende Abschnitt in Ermangelung des Charakterbogens ohne Probenergebnisse und in der Hoffnung dass schon eine der beiden Proben (Zauber und Heilkunde) gelungen sein wird. Außerdem in der vagen Erinnerung, dass ‚Hexenspeichel‘ wenn ich richtig denke auch gegen Gifte hilft? Wenn nicht – ich meine wohl, dass da auch ein Klarum Purum auf dem Bogen stand, dann würde halt der gewirkt, in ähnlicher Manier].
    Sie räuspert sich kurz, und spürt mit geschlossenen Augen nach den heilenden Geschenken Satuarias, während sie Spucke im Mund sammelt. Dann legt sie die Lippen auf den roten Flaschen und saugt an der Einstichstelle. Mit dem Finger verteilt sie die Spucke über die Ausdehnung der Schwellung und pustet dabei fleißig. „Ich glaube ich konnte einen Teil des Wespengiftes heraus saugen“, erklärt sie Tanzu während sie ein Wirselkraut zwischen den Fingern zerknetet und die Paste auf dem Stich verteilt. „Hast du vielleicht ein Tuch für mich, um diesen Umschlag an Ort und Stelle zu halten?“

    Aufmunternd streicht sie der Kleinen über die Wange: „Gleich tut’s nicht mehr so weh…“

    Nachdem Telze versorgt ist, plaudert Mirya noch ein wenig mit Tanzu: „Ist sie dein Kind? Ich hab noch nicht ganz den Überblick wer zu welcher Familie gehört. Und ist Ippolito sowas wie euer Anführer? Oder Avaris?“

    „Ich habe ein paar schmackhafte Wurzeln und Kräuter auftreiben können. Wer kümmert sich denn bei euch um das Essen?“

    Weitere Pläne bis zum Beginn von Windhorns „Auftritt“:
    – kochen (helfen?)
    – Freunde finden
    – junge Männer mit offenen Hemden begutachten 😉
    – wenn sich ein Moment ergibt, wo Raul nicht mit Proben beschäftigt ist, und etwas Muße zu haben scheint wird Mirya ihn ansprechen: „Ich habe gesehen, dass du schreibst. Ich habe erst vor kurzem das Lesen lernen begonnen. Eine Freundin hat mir dieses Buch geliehen und ich habe mit seiner Hilfe schon ein paar Zeichen verinnerlichen können. Aber manches bleibt mir ein Rätsel. Warum ist bei dem sichelförmigen Zeichen ein Zirkuszelt aber auch eine Schüssel mit Sahne und ein großes Durcheinander gezeichnet? Und was macht das Kupferstück bei den ganzen M-Wörtern? Kannst du mir das vielleicht erklären?“

  2. Als hättest du es vorausgeahnt hattest du neben allerlei Kräutern tatsächlich eine Menge Waldbeeren gesammelt. Sumus Tafel ist jetzt im späten Rondra reich gedeckt mit schmackhaften Beeren unterschiedlichster Form, Farbe und verschiedensten Geschmacks.
    Teyle ist schnell versorgt und durch die Kraft deines Hexenspeichels verfliegen Gift und Schmerz so schnell wie sie gekommen sind. Um keinen Argwohn zu erwecken, setzt du deine Wundversorgung weiter fort und bald hüpft das kleine Mädchen wieder fröhlich davon.

    Du nutzt die Gelegenheit Tanzu nach den Familien auszuhorchen.

    Du erfährst, dass Avaris das Familienoberhaupt der Taladuris und damit deren Anführer ist. Er sei ein begnadeter Tänzer und Schauspieler berichtet dir Tanzu, die zur Familie Alhashinna gehört und nicht mit Avaris liiert ist. Der Glanz in ihren Augen, als sie über Avaris spricht, lässt vermuten, dass sie diesen Zustand durchaus bedauert. Teyle ist dessen jüngste Tochter und damit nicht Tanzus Kind.

    Ippolito ist Tanzus älterer Bruder und sorgt neben dem leiblichen Wohl für die gesamte Truppe für die nötige Disziplin. Damit stelle er mitunter so eine Art Anführer dar, Patriarch der Familie sei aber ihr gemeinsamer Vater Phrenos. Dieser sei allerdings ein eher ruhiger, besonnener Vertreter und agiere eher aus dem Hintergrund.
    Während sie weiter über verschiedene Personen im Lager spricht und zu zum Beispiel noch erfährst, dass die drei anderen Kinder alle zur Familie Alhashinna gehören, musst du in dich hineinlachen. Wie ähnlich sich dieser Verbund von Menschen und die Bauernfamilie in Wirklichkeit doch sind. Und doch kämen sie nicht gut miteinander aus. Zu groß sind Vorbehalte und falsche Vorstellungen der einzelnen Parteien. Genauso falsch wie Einschätzung zu Windhorn sein muss. Ach, wären sich Menschen unterschiedlichen Schlages doch etwas freundlicher gesonnen.

    „… und damit sogar ein entfernter Verwandter der Familie Da Merinal“ beendet Tanzu ihre Einordnung.

    [Du erhältst bei etwaigen Gesprächen Erleichterungen auf relevante Proben.]

    Da du Tanzu zum Ende ihres Redeschwalls nicht mehr richtig zugehört hast schneidest du ein anderes Thema an: „Ich habe ein paar schmackhafte Wurzeln und Kräuter auftreiben können. Glaubst du Ippolito nimmt Hilfe beim Kochen an?“

    „Am besten fragst du ihn einfach“ lächelt dich Tanzu an und schiebt dich Richtung Übungsplatz.

    [Hier geht es beizeiten noch weiter gemäß deiner Angaben von oben. Falls du etwas einwerfen oder ändern möchtest darfst du das aber gern hier schreiben.]

  3. Dort angekommen werdet ihr just Zeuge einer Probe: Eine Menschenkette aus 5 Personen steht dort auf dem Gras. Auf den Schultern der mittleren Person steht ein Sechster. Die zwei äußeren schlagen mit ihren freien Händen nach jemandem der mit einem Holzschwert und Holzschild bewaffnet dem „Menschenkonstrukt“ gegenübersteht. In einer wohl eingeübten Choreografie rollt sich die Kette immer wieder zu einem Knäuel zusammen, nur um kurz darauf auseinander zu preschen und den Bewaffneten beinahe zu überrollen. Du verstehst nicht ganz, was das soll.

    Jetzt schlägt der „Ritter“ mit seinem Holzschwert auf die verbindenden Hände zwischen äußerster linker Person und der daneben. Die beiden lassen sich los und die jetzt freie Person rollt mehrere akrobatische Purzelbäume schlagend davon. Der Rest der Menschenkette beginnt in wilden Spastiken zu zucken. Derjenige, der soeben seinen Partner verloren hat wedelt zudem mit einem roten Tuch. Der auf den Schultern stehende rudert wild zuckend mit den Armen. Langsam bekommst du eine Idee, was das soll: Die Menschenkette stellt scheinbar eine Art Monstrum dar, und die äußeren bilden die Fangarme oder Tentakeln des Wesens. Der Bewaffnete hat dem Monstrum seine „Hand“ abgeschlagen.

    Spannend, wie sich hier Imagination, akrobatisches Können und die abstrakte Darstellung miteinander vermischen und ein regelrechtes Kunstwerk entstehen lassen. Der Ritter kann dem Monstrum dann scheinbar den Garaus machen und die Szene endet mit einer beeindruckenden Pose des „Schulterstehers“: Die Darstellenden bilden nun einen Menschenhaufen und aus einem Handstand mit nur einer Hand auf dem Rücken des zuoberst liegenden senkt sich der Akrobat nun langsam in die waagerechte, bäumt sich daraus wieder auf und sinkt dann übermenschlich langsam auf den Berg, reckt zuckend den freien Arm und bleibt dann reglos liegen. Deinem Wunsch einen jungen Mann mit offenem Hemd respektive freiem Oberkörper zu sehen wäre damit jedenfalls schonmal Genüge getan, kicherst du etwas kindisch in dich hinein. Es handelte sich um denjenigen, der heute früh mit einer Decke um die Schultern am Lagerfeuer gestanden hatte.

    Und ehe du begeistert losklatschen kannst ob dieses körperlichen Schauspiels ergreift Raul das Wort, der von der Seite her die Szene beobachtet hat: „Das war doch recht ordentlich. Mada, sind die Klauen und der Schädel bald fertig und was machen die Näharbeiten? Übermorgen sollten wir dringend damit proben. Ich bin etwas unschlüssig, ob Jamil den Schädel wirklich noch zusätzlich auf dem Haupte tragen soll oder ob wir nicht lieber sein Kostüm mit einer Fratze besticken. Diese fantastische Äquilibristik steht so sehr für sich, dass ich nur ungern mit Pomp davon ablenken möchte.“

    Du reißt dich von der Szene los. Tanzu klopft dir aufmunternd auf die Schulter und wendet sich dann einer anderen Gruppe zu. Sie wirft dir noch einen vielsagend freundlichen Blick zu, der alles von „Schöne Darbietung, oder?“ bis hin zu „Guter Männergeschmack“ alles bedeuten könnte. Deine Wangen erröten und du fühlst dich ertappt.

    Davon trotzdem nicht irritiert sprichst du Ippolito an, der in gleicher Pose vor der imaginären Bühne steht, in der du ihn vor Stunden hattest stehen lassen. Ob er sich in der Zwischenzeit überhaupt bewegt hat?
    „Sag, guter Ippolito: mir war ausgesprochenes Glück bei meiner Suche beschieden und ich fragte mich, ob ich dich beim Kochen unterstützen könnte – dürfte?“

    „Wenn nicht deine Kochkunst so schmackhaft ist wie die Kunst deiner Familie beeindruckend. Denn dann könnte ich die Suppe höchstens versalzen“ ergänzt du, als sich Ippolitos undeutbarer Blick auf dich senkt. „Sehr gern“ antwortet er kurz aber überraschend fröhlich und schaut zum Himmel.

    „Ich denke wir können uns eigentlich gleich an die Arbeit machen. Die Truppe hat heute hervorragendes geleistet und wenn uns Peraine dies mit reichen Speisen segnet, so soll das so sein.“
    Er wirft eine kurze Information in die Runde und gemeinsam kehrt ihr zurück ins Wagenrund. Gedanklich musst du das Alter des Gauklers wohl nach oben korrigieren. Dass er Tanzus älterer Bruder sein soll, überrascht dich – du hättest ihn für jünger gehalten. Ihre Verwandtschaft hingegen ist auf den zweiten Blick unverkennbar. In manchen Gesichtszügen gleichen sie sich sehr.

    Ippolito zeigt dir in einem der Kastenwagen, wo du alles finden kannst, was es zum Kochen und zubereiten von Speisen so braucht. Er besitzt zudem eine gut sortierte Auswahl an Kräutern, die fein säuberlich in einem kleinen Setzkasten in kleinen Säckeln einsortiert sind. Luon, der Jugendliche von letzter Nacht, ist heute zur weiteren Unterstützung eingeteilt und wird von Ippolito herumgescheucht dieses oder jenes zu holen und den Abwasch zu besorgen.

    Im Gegensatz zum herrischen Gebaren gegenüber dem Jungen ist er zu dir ausgesprochen freundlich und er agiert respektvoll und auf Augenhöhe, ja, schaut sich sogar interessiert ein paar Kniffe bei dir ab.
    Als du zum wiederholten Male in den Wagen zurück kehrst um etwas zu hacken fällt dir ein großes Schlüsselbund im Wagen auf, dass über der Tür an einem Nagel hängt. „Hier also versteckts du dich“ denkst du bei dir.

    [Bis hierher Anmerkungen, Veränderungen, Einwürfe.]

  4. Kleine Ergänzung im oberen Teil:
    Die Wärme in ihren Wangen ignorierend wispert Mirya noch ein „Wie heißt er denn?“, bevor Tanzu sich endgültig der anderen Gruppe zuwendet.

    Sonst passt alles prima und es geht am Ende weiter:
    „Na da schau her. Satuaria seis gedankt muss ich ihn wenigstens nicht vom Gürtel einer Person stibitzen…“ Aufmerksam durchmessen ihre Augen das Innere des Wagens auf der Suche nach Wegen, auf denen Eikiko mitsamt dem Schlüsselbund hinein und hinaus kommen könnte. Sollte ihr Vertrauter gerade bei ihr sein, macht sie ihn auf ihren Fund aufmerksam und gibt ihm zu verstehen, dass diese Schlüssel später wichtig werden. Auf der Stelle aktualisiert sie ihren Plan. Er lautet nun: Auf einen geeigneten Moment warten, in dem Eikiko unbemerkt die Schlüssel holen, zu Windhorn bringen und danach wieder an ihren Platz hängen kann. Vielleicht, wenn alle beim Essen sitzen. Oder später im Schutz der Dunkelheit? Aber wird in dem Wagen auch geschlafen? Dann vielleicht besser vorher die Schlüsselaktion? Was sagen Miryas Eindrücke?

  5. Und noch nachgeliefert übrigens die erfolgreiche Probe auf den Hexenspeichel (10 ZfP* ASP-Kosten je nach eingesetzter Heilkraft, sag du wie viel). Heilkunde Wunde habe ich dann nicht mehr gewürfelt, diente ja eher der Verschleierung der Hexerei. Hatte Mirya auf dem Gehöft und der anschließenden Wanderschaft genug Zeit die Astralenergie vollständig zu regenerieren (steht noch auf 23 von 35)?

  6. Deine Astralenergie und auch deine Lebensenergie sind auf ihrem vollen Stand. Die durch das Fliegen in der letzten Nacht verbrauchten Punkte hattest du nach dem Schlaf im Gauklerlager wieder aufgefüllt. Du bist also in allen Bereichen frisch regeneriert.

    Der Zauber für die kleine Teyleh kostete dich 2 Astralpunkte.

    Deine Frage hatte Tanzu nicht mehr gehört, beantwortet sich aber im Verlauf er Ausführungen von Raul von allein. Der Name des Artisten muss Jamil lauten.

    Während du weiter Gemüse schneidest, denkst du über deine Möglichkeiten nach und lässt den Blick schweifen: Ippolito ist immer wieder über eine längere Zeit draußen. Die Momente, in denen er den Kopf hineinsteckt oder gar reinkommt, sind zumeist kurz, aber auch eher zu zufälligen Zeitpunkten. Ob ihm auffallen würde, wenn der Schlüssel nicht an seinem Platz hinge vermagst du nicht zu beurteilen. Dir war er zumindest nicht auf Anhieb aufgefallen. Steckte man nur den Kopf zur Tür herein, könnte man jedenfalls nichts sehen.

    Fenster hat der Kastenwagen reichlich und sie stehen allesamt weit offen. Es wird für Eikiko ein Leichtes sein, heraus- und wieder hineinzukommen. Nachteilig ist, dass der Gefängniswagen relativ weit entfernt am gegenüberliegenden Ende des Wagenrunds steht.

    Du vermutest weiterhin, dass die Gaukler die meiste Zeit des Abendessens und auch darüber hinaus draußen verbringen werden und so wie es aktuell ausschaut wird es auch noch ein Weilchen dauern, bis man den Übungsplatz verlässt. Es ist davon auszugehen, dass Ippolito alle mit Kochlöffel-Schlägen auf seine Pfanne herbeilocken wird.
    Wenn beim Abendessen ein ähnlich buntes durcheinander herrscht wie heute früh beim Frühstück, so werden sich die Familienmitglieder ungefähr über das gesamte Wagenrund verteilt haben. Dann ist es noch relativ hell.

    Kurzum: Aktuell gibt es etliche gute Momente, wo du Eikiko sein Werk auftragen könntest. Gleichzeitig werden diese Gelegenheiten durchzogen von unwägbaren Zufällen, wo man euch ertappen könnte. Alles in allem hast du aber in der Vergangenheit schon schlimmere Dinge riskiert, bei denen es um deine Aussichten auf Erfolg schlechter stand.

    Im Wagen gibt es vier Schlafstellen, keine davon dicht an der Tür. Du gehst aber mit Sicherheit davon aus, dass in dem Wagen auch geschlafen wird. In den Wagen bei Nacht einzudringen wäre also eine größere Herausforderung, auch wenn du Eikiko diese Heimlichkeit natürlich zutraust.

    Du summst fröhlich vor dich hin, während du innerlich angespannt deine Möglichkeiten abwägst und Eikiko, der auf der Arbeitsplatte steht und dir interessiert zuschaut, folgende Nachricht übermittelst …

  7. „Es liegt an dir, ob du weiter wechselhaft zwischen Luft und Erde hin und her hüpfen oder des Beste aus beiden Welten zum Vorschein bringen willst, Mirya…“ So ähnlich hatte die alte Dara gesagt. Ein Plan dann wieder ein neuer… Was aber, wenn gerade das meine Stärke ausmacht? Keck, flink und gewitzt auf eine veränderte Situation reagieren und das Beste daraus machen!
    „Eikiko, pass auf mein Guter! Ich möchte, dass du dieses Schlüsselbund zu dem Wagen bringst, in dem Windhorn eingesperrt ist. Er kann damit seine Fessel und die Türe öffnen und in einem unbemerkten Augenblick flüchten. Er soll möglichst heimlich vorgehen. Wenn du kannst, dann vermittle ihm ein Bild von dem See, an dem die Kinder gestern gebadet haben. Dort werde ich ihn heute Nacht treffen. Wenn das gelingt bringe die Schlüssel heimlich zurück an diesen Haken. Aber sei auch du besonders aufmerksam! Niemand soll dich mit dem Schlüssel sehen! Lauf unter den Wagen hindurch, und wenn der Weg zu weit wird, oder sich zu viele Leute versammeln, egal ob auf dem Hin- oder Rückweg, dann versteckst du die Schlüssel irgendwo und kehrst erstmal zu mir zurück. Ich weiß es ist ein weiter Weg und ein lästig sperriges Bund Schlüssel. Willst du das für mich versuchen?“

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