Der Mhanadi *6*

Lachend zieht sich Yali den Turban wieder hoch und eilt dir hinterher „warte du Sohn der Niederträchtigkeit… mit dem hinterlistig hatte Yasemine dann ja wohl schonmal Recht…“ als er schnaufend zu dir aufgeholt halt, kneifst du ihn scherzhaft in die Seiten: „naaa, zu wenig Training in letzter Zeit?“ „Tja, da hab ich wohl Glück gehabt dass du wieder da bist um mich auf Trab zu halten…“ Er knufft dich liebevoll in die Seite „Ui… bei dir kann man aber nicht von mangelndem Training sprechen… na los – auch wenn ich wahrscheinlich keine Chance habe – wer zuerst auf der Bastrabun-Brücke ist?“ Dabei gibt er dir nochmal einen leichten Schubser, so dass du ins Straucheln kommst und als du dich wieder gefangen hast ist er schon um die nächste Ecke geflitzt. Grinsend schickst auch du dich an wieder in ein schnelleres Laufen zu verfallen… Bei der Kondition hat er wohl wirklich keine Chance vor dir da zu sein, aber Moment mal, wie kam man hier nochmal aus dieser Seitengasse zurück auf die dir vertrauten Hauptstraßen zurück? Nachdem du zweimal falsch abgebogen bist, bist du nicht mehr ganz sicher, ob Yali nicht doch schon längst auf der Brücke steht und dich mit selbstgefälligem Lächeln erwartet… Doch da biegt er ja auf der anderen Seite gerade aus einer Gasse und erreicht zeitgleich mit dir den verabredeten Treffpunkt. Jetzt müsst ihr doch beide über diesen grimmigen Wettstreit lachen und es dauert ein paar Minuten, bis ihr wieder richtig bei Atem seid.

So, und jetzt? Still glitzert unter euch der Widerschein des Madamals auf den Wellen des Mhanadi. Von hier aus habt ihr einen guten Blick in das Hafenbecken, welches außerhalb der Stadtmauern liegt. Glücklicherweise lässt das Madamal noch fast sein ganzes Angesicht sehen, so dass man die Umrisse der vertäuten Schiffe ganz gut erkennen kann. Um diese nächtliche Stunde herrst für gewöhnlich Stille an den Docks, und ruhig vertäut erkennst du ca 10 Schiffe der Stadtgarde, trotz eingerollter Segel erkennbar an den leuchtend roten Eselsbannern, die oben an den Masten wehen. Daneben machen sich die kleinen Passagier- und Fischerboote, die sich in einem bunten Wirrwarr daneben friedlich in der Strömung wiegen ganz winzig aus. Am Ufer künden einige Laternen von der Präsenz der Hafengarde, es gibt jedoch kein erkennbares Geschehen an den Kais. Schon willst du dich triumphierend mit einem „siehst du, gar nichts los hier“ Yali zuwenden, als dein Freund, der seinen Blick etwas weiter hat schweifen lassen etwas flussaufwärts deutet: „Sieh mal dort!“ Und da kommt tatsächlich noch ein weiteres Schiff den Mhanadi herabgeglitten, fast hättest du es gegen das dunkle Wasser gar nicht gesehen, denn es ist aus einem dunklen Holz gefertigt und auch Segel und Banner scheinen in dunklen Farben gehalten zu sein. Das Schiff ist kleiner als die der Stadtgarde und doch größer und würdiger als die Fischerboote. Du hälst es für möglich, dass es sich um das Privatschiff eines Beyrouns oder Wesirs handelt. Das Banner ist im Dunkeln schwer zu erkennen (gerne mal Heraldik o.ä.). Es handelt sich um eine flache Holzkonstruktion mit an Deck aufgestellten Stoffzelten. Irgendetwas regt sich in deinem Inneren, als du deinen Blick über das Boot gleiten lässt, aber du vermagst nicht recht zu sagen, was der Auslöser ist. Das Schiff verlangsamt seine Fahrt und scheint anlegen zu wollen. Der Wind trägt dir Wortfetzen zu, als man sich mit lauten Rufen der Hafengarde bemerkbar macht. „Eilig …. anlegen … höchster Wichtigkeit… morgen früh…“ Man scheint sich einig zu werden und es entsteht eine kurze Geschäftigkeit an Deck sowie auch am Ufer.

Erstmal so weit – möchtest du irgendwas unternehmen?


Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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5 Kommentare

  1. In der Heraldik-Stunde scheine ich einmal mehr gar nicht aufgepasst zu haben. Ich kann aber mit folgenden Erfolgen aufwarten (und schicke ein Dankgebet an Phex die Würfel gewechselt zu haben):
    Etikette 2 TaP* bis zu einer Erschwernis von + 2
    Sagen/Legenden 4 TaP* bis zu einer Erschwernis von + 5 gelungen (dann mit 0 TaP*)
    Geschichtswissen 2 TaP* bis zu einer Erschwernis von + 3 gelungen (dann mit 0 TaP*)

    Sollte sich aus meinem Halbwissen heraus eine interessante Information ergeben, so könnte mir das natürlich bei weiteren Entscheidungen von Nutzen sein und ich würde mein Handeln ggf. nochmal korrigieren.
    Vorerst stoße ich Yali – angetrieben von der Neugierde und einem ganz seltsamen undeutbaren Bauchgefühl – einmal mehr in die Seite: „Na komm. Jetzt sind wir schonmal hier und warten auf den großen Wink des Schicksals, drum lass uns mal ein wenig näher heranpirschen und sehen, welche hohe Herrschaft sich zu so später Stunde in Phexens Mantel gewandet in der alten Mherweds Arme begibt. Ach, und halte deine Zunge im Zaum sollte uns jemand ansprechen. Das Reden übernehme zur Abwechslung ich, verstanden?“ Damit suche ich einen geeigneten Abstieg von der Brücke, der uns zum Hafen führt.

    Für etwaige vorsichtige Vorwärtsbewegungen, die ich durchaus für Angeraten halte, sollte ich kein anderslautendes Wissen haben, hier noch einige Proben-Ergebnisse:

    Schleichen 1 TaP* bis Erschwernis von + 1
    Sich verstecken 3 TaP* bis Erschwernis von + 3
    Gassenwissen (das städtische Schleichen) ging um 1 daneben

    Sinnenschärfe ist mir auch völlig abhanden gekommen und ging gründlich daneben (mehr als 9)

  2. Da muss ich nochmal nachhaken – siehe Stadtplan oben (nachträglich eingefügt). Ihr befindet euch ca bei 9, der Hafen ist die Nr. 12. Um dort auf offiziellem Wege hinzugelangen, müsstet ihr zunächst durch das Stadttor 10 ins innere Mherwed zurück, und durch das Stadttor neben der 22 wieder raus, denn nur dieser Weg für zum Hafen. Beide Stadttore sind mit Gardisten besetzt, die allerdings um diese Zeit im Wachhaus sitzen und gelegentlich nen Blick nach draußen werfen.
    Wollt ihr nun a) den offiziellen Weg gehen und euch den Gardisten zeigen
    b) den offiziellen Weg versuchen ungesehen zurückzulegen
    c) tatsächlich irgendwelche Kraxeleien an der Stadtmauer Richtung Hafen wagen?
    Für a) bräuchte ich noch vielleicht irgendwelche Überzeugen o.ä. Talentproben um die Gardisten glauben zu lassen, dass ihr zum Empfangskomitee des einlaufenden Bootes gehört oder so.
    für b) bin ich mit den gegebenen Werten zufrieden
    für c) bräuchte ich noch Klettern-Proben (einmal +2 um den Turm, dann Normal) und bei Misslingen der ersteren Schwimmen um nicht fortgespült zu werden, der 2ten Körperbeherrschung.

    Tja, und wäre ich fleißiger hätte ich das natürlich alles vorgeschrieben und du könntest jetzt klicken, aber da ich altmodisch bin, musst du mir einfach antworten um weiterlesen zu können 😉

  3. Oh, das ist ja alles wesentlich langwieriger als ich es mir vorgestellt hatte … also wenn wir uns schlussendlich entscheiden dorthin zu gelangen, dann würde ich für Variante b plädieren. Ich sehe mich in meiner Gewandung außer Stande irgendwelche Gardisten zu überzeugen … eventuell kann ich meine Meinung ja noch spontan ändern …
    Ansonsten warten wir noch kurz von unserem guten Aussichtspunkt aus ab. Zunächst mal bist du mir noch eine Auskunft über mein gesundes Halbwissen schuldig … und im Groben kann man die Szenierie von hier aus ja ganz gut beobachten … ich harre gespannt der Dinge!

  4. Tatsächlich hast du das Stadtwappen von Rashdul noch aus dem Unterricht in Erinnerung und erkennst es sofort, als das Madamal das goldene Pentagramm auf der schwarzen Flagge zum glänzen bringt. Darunter prangt wohl das persönliche Wappen des Schiffsinhabers, welches du nicht zuordnen kannst, du weißt aber aus der Geschichtsstunde noch, dass Rashdul einen Sultan hat (dafür ist das Schiff aber nicht prunkvoll genug), eine Magier- sowie eine Kriegerakademie, und dass es dort bestimmt noch einige Wesire und andere wichtige Persönlichkeiten geben mag. Das Schiff war Mhanadiabwärts, also in Richtung nach Rashdul unterwegs und du schätzt die weitere Reise mit diesem Gefährt auf ca. 1-2 Tage ein.
    Da ihr von eurem Platz auf der Brücke tatsächlich einen ganz guten Überblick habt beobachtet ihr also zunächst weiter das Geschehen: Das Schiff wird vertäut und relativ zügig verlassen – bis auf eine Handvoll Wachmänner/Bediensteter wird auch eine von vier Männern getragene Sänfte mit geschlossenen Vorhängen von Bord gebracht und in Richtung Stadttor eskortiert.
    Jetzt ist wieder eine Chance für dich den beobachtungspunkt zu wechseln, denn sobald sie das Stadttor passiert haben, wirst du die Sänfte aus den Augen verlieren.

  5. Bei allen Dschinnen! Als ich der Sänfte gewahr werde, weiß ich auch, welches seltsame Gefühl mein Interesse an diesem Schiff aufrecht erhalten hat. Wie von der Wüstenschlange gebissen haste ich los. „Yali, komm schnell. Wir dürfen diese Sänfte auf gar keinen Fall aus den Augen verlieren.“ Wenn er irritiert zögert halte ich noch einmal kurz inne und winke ihm zu: „Nun steh da nicht wie ein altes Waschweib und halt Maulaffen feil, komm schon. Keine Zeit für Erklärungen!“

    Auf zum Stadttor!! Auf dem mir kürzesten bekannten Weg und so unauffällig wie möglich. Wir werden versuchen der Sänfte unauffällig zu folgen. Um keinen Preis darf uns entgehen wohin die holde Schönheit gebracht wird.

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