Die Hühner laufen aufgescheucht durcheinander, als ihr den Innenhof des Gehöfts betretet und gackern aufgebracht, als du deine Begrüßung rufst. Du lässt deinen Blick in die Runde schweifen. Vom Hof aus wirkt das Gut – ja so möchtest du es fast bezeichnen – wie eine kleine Trutzburg. Linkerhand in eurem Rücken befindet sich ebenerdig ein Abstellplatz für einen Ochsenkarren. Der Platz ist überbaut mit einer Wohnetage mit 4 kleinen Fensterchen, die durch einfache Holzläden verschlossen sind. Rechterhand in eurem Rücken befindet sich eine zum Hof hin offene Schmiede in der augenblicklich niemand arbeitet. Offenbar hat dort länger niemand den Hammer geschwungen, denn die Esse ist vollkommen erkaltet. Rechts von euch liegen die üppigen Stallungen für Pferde, Kühe und Schweine. In einem Zwinger rechts neben den Ställen sind zwei große Hunde eingesperrt, die sich augenblicklich um einen angenagten Knochen zanken. Geradeaus vor euch liegt das breite, L-förmige Haupthaus mit anderthalb Stockwerken. Die Fenster der zwei Dachgauben sind bei diesem Wetter mit grünen Holzläden verschlossen, nur die Fenster im Erdgeschoss lassen einen Blick ins Innere zu. Zum Innenhof hin ist das Haus vor allem aus Fachwerk gebaut, nur nach außen verbindet sich das Mauerwerk mit der den Hof umgebenden Mauer und ist aus Steinen gefertigt. Eine ehrwürdige, zig Schritt aufragende Eiche erhebt sich zwischen Stallungen und Haupthaus, die zusammen mit einem innseitig liegenden Gärtchen und dem Brunnen auf dem Platz einen fast idyllisch anmutenden Gesamteindruck vermitteln.
An das Haus angelehnt steht eine Holzleiter, die von einem jungen, breitschultrigen Mann in Position gehalten wird. Er trägt einen ledernen, gewachsten Reitermantel und eine Kappe gegen den Regen. Sein Blick ist nach oben gerichtet, wo ein deutlich älterer Mann am Dach Reparaturen durchführt. Auch er trägt einen Regenmantel, aber keine Kappe. Sein dichtes, graues Haar ist durchnässt. Die zwei arbeiten scheinbar schon länger hier draußen.
Auf euer Rufen hin lässt der Mann von seiner Arbeit ab und beginnt langsam die Leiter herunterzuklettern. Während ihr etwas unschlüssig mitten auf dem Hof stehen bleibt und darauf wartet, dass der Mann, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um den Herren dieses Hofes handelt, euch begrüßt, bemerkst du aus dem Augenwinkel eine Schar Kinder zwischen Eiche und Stallungen. Sie haben euch offensichtlich bemerkt, denn sie halten in ihrem Tun inne (du magst dich irren, aber ihr „Spielen“ wirkte eher wie eine Rauferei zweier älterer Jungen und dem anfeuern aller Umstehenden …) und kommen nach kurzem Zögern in eure Richtung gelaufen. Eine richtige Meute von mindestens 6 Burschen und 6 oder 7 Mädchen jeglichen Alters. Sie alle tragen entweder Kappen gegen den Regen oder im Falle der Mädchen, hübsche weiße Hauben, und bäuerliche Trachten. Bei einem der größeren Jungen schaut das Hemd aus der Hose und als du beim letzten Nachzügler ein rotes Rinnsal unterhalb der Nase entdeckst, findest du deinen Eindruck der Prügelei bestätigt. Eben dieser Nachzügler fällt dir aus einem weiteren Grund auf: Er ist deutlich feiner gebaut als die anderen, seine Gesichtszüge sind feiner geschnitten, weniger rund und rosig, und seine Augen sind von einem dunklen, tiefgründigen blau, wie du es zuletzt in der anderen Welt bei den Feen gesehen hast. Er hält ein wenig Abstand zu den anderen und wenn der Blick aller anderen Kinder fragend ist, so kannst du auf seinem Gesicht überhaupt keine Gefühlsregung erkennen.
Keines der Kinder traut sich etwas zu sagen, und auch dir will augenblicklich keine rechte Eröffnung einfallen, denn eigentlich gehört das erste Wort natürlich dem Hahn auf dem Mist – um den Ausdruck zu gebrauchen, den Rauma manchmal für allzu sture Bauern benutzte.
Als er euch endlich erreicht, trocknet er sich die Hände an einem Tuch, das an seinem Gürtel baumelt und reicht zunächst dir, dann Lorian die Hand. „Travia zum Gruße“ tönt seine tiefe, etwas rauchige Stimme. „Mein Name ist Hane und ich bin der Herr dieses Gehöfts. Das hier neben mir ist mein ältester Sohn Yann“ Hane zeigt dabei auf den jungen Mann neben ihm. Dass es sich dabei um seinen Sohn handelt, hätte er nicht extra erwähnen müssen, so groß ist die Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn. Letzterer ringt sich ein verhaltenes, ja fast schüchternes Lächeln ab, reicht euch aber nicht die Hand. Du bist etwas belustigt, denn der junge Bursche wird stattdessen noch roter im Gesicht, als er ob des kalten Regens eh schon ist. Der dünne, blonde Flaum auf seiner Oberlippe verrät dir, dass er wahrscheinlich gerade in dem ungünstigen Alter ist, in dem es leichter ist, einen Drachen zu töten, als einem fremden Wesen des anderen Geschlechts (in ungefähr gleichem Alter) die Hand zu reichen. Ganz zu schweigen davon, dass Bauernburschen selten für ihr weltmännisches Gebaren bekannt sind.
„Was führt euch in diese abgelegene Gegend?“ fragt er und sein Unterton lässt erkennen, dass er nicht nur aus höflichem Interesse nachfragt.
[Wie beginnst du dieses Gespräch und mit welchem Verhalten möchtest du dem Bauern gegenübertreten? In jedem Fall möchtest du selbst die Gesprächsführung übernehmen und nicht Lorian das Wort ergreifen lassen. Außerdem brauche ich deine Werte in einem entsprechenden gesellschaftlichen Talent (wahlweise Lügen, Überreden, auch Etikette kann hier hilfreich sein).]
Ich schreib dir einfach mal so eine ungefähre Linie, die ich für das Gespräch hätte, und du darfst dann relativ freizügig damit einen Dialog schreiben. Oder denselben grob zusammenfassen.
Folgende Informationen über mich und Lorian würde ich preisgeben/ andeutungsweise ins Gespräch einfließen lassen:
– ich reise in den Süden
– ich reise gerne
– ich erzähle und höre gern Geschichten
– Lorian ist mein Geleitschutz
– ich bin auf dem Weg nach Khunchom
Ich bringe eine Nachricht dahin (naja, ist nicht komplett gelogen, ich will ja den zwei Gauklerinnen sagen, dass ich jetzt (dann hoffentlich) lesen kann, und die „Nachricht“ erscheint mir auf den ersten Blick erst mal als unverfänglicher Grund, warum man umherreist)
Der Gesprächston meinerseits ist heiter plaudernd – aber eher über Nichtigkeiten, Land und Leute, als groß über meine Herkunft/ meine Ziele. Nochmal lasse ich anklingen, dass wir Schutz vor dem Wetter gut gebrauchen könnten, und versuche mich/uns so interessant zu machen, dass wir vielleicht mit einem erzählten Märchen am Kaminfeuer bezahlen können (Sagen/Legenden 6), sonst würden wir aber uns auch nützlich machen Lorian körperlich und ich z.B. mit Kinder bespaßen / kochen (TaW 9) oder Vieh hüten/versorgen (Viehzucht 1, Abrichten 5, Tierkunde 6), oder Bettzeug flicken (Schneidern 4, Lederarbeiten 4)
Fürs Gespräch kann ich Überreden 5 in die Waagschale werfen, Lügen kann ich gar nicht, auch Etikette ist mir fremd.