Eine Kräutersuche ganz anderer Art – Fortsetzung (33)

Jetzt aber, da die Erregung, die Neugier und die Spannung von dir abzufallen beginnen, hält plötzlich eine überwältigende Vernunft und Realitätsnähe in deinem Oberstübchen Einzug und du wirst dir deiner Situation bewusst. Zunächst verspürst du ein dringendes Bedürfnis dich zu waschen. Du erinnerst dich vor zwei Nächten bei der Kräutersuche über eine Bike gesprungen zu sein. Du könntest versuchen diese wiederzufinden. Einen Augenblick lauscht du noch der Stille, dann machst du dich von Garvin los, der tatsächlich eingenickt zu sein scheint. Du deckst ihn mit deinem Kleid leidlich zu und wirfst dir in einem Anflug von Leichtsinn nur dein Hemdchen über. Wer soll dich hier im Wald schon sehen – außer Wegelagerer, trollwütige Trolle und Orks, sagt da dein Hinterstübchen.

Den winzigen Bachlauf wiederzufinden stellt sich überraschenderweise als extrem einfach heraus. Du wäschst dich und das erfrischende Nass lässt deine innere Hitze weiter abkühlen. Eigentlich fühlst du dich großartig. Erschöpft, aber großartig. Auf dem Weg zurück zu Garvin beginnst du nun aber wieder über deine Situation nachzudenken. Als du den Schlafenden dort findest, wo du ihn zurückgelassen hast, ist in dir folgender Entschluss gereift …

Veröffentlicht von Meister

Die Mächte des Schicksals.

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  1. Einen Moment lang betrachte ich den Schlafenden nachdenklich. Es wäre so einfach. Jetzt einfach weglaufen, einen großen Bogen um Wulfhart und das Lager schlagen und einen kurzen Flug über die Befestigungsmauer des Gehöfts. Vorsichtig knie ich an Garvins Seite nieder und beginne zärtlich sein Haar zu kraulen. „Ich kenne dich kaum und halte trotzdem den Kopf für dich hin“ oder so ähnlich hatte er gesagt. Ein Teil von mir möchte zwar gerne den einfachen Weg gehen, aber ein großer Teil von mir fühlt sich ihm verpflichtet. Weglaufen kann ich später immer noch. Im Schutz der Dunkelheit vielleicht, und zum Gehöft rüber fliegen. Ich betrachte liebevoll Garvins Gesicht und fühle mich außer Stande, ihm willentlich Schmerz zuzufügen. Also rüttle ich ihn sanft an der Schulter. Wenn er erwacht möchte ich ihn nach Lorian fragen. Das bisher gehörte lässt mich vermuten, dass er sich auch im Lager befindet, also werde ich mit Garvin und Wulfhart dorthin zurück kehren. Von Garvin möchte ich aber so viel wie möglich darüber wissen, wo Lorian ist, und unter welchen Umständen er in das Lager gekommen ist. Schließlich werde ich versuchen ihn zu überreden mir ein Treffen mit ihm zu ermöglichen. Je nach dem wie willig er ist werde ich Kokettereien oder auch leichte erpressungsversuche in Richtung „oder soll der Hauptmann erfahren in welcher Weise du hier deinen Wachpflichten nachkommst?“ benutzen um ihn zu überzeugen.
    Auf den Gedanken noch ein paar Alibi-Kräuter irgendwo abzurupfen komme ich nicht, viel zu geprägt sind meine Gedanken davon, jetzt endlich ein paar Antworten zu bekommen. Und auch vor einer eventuellen erneuten Unterhaltung mit dem Hauptmann schrecke ich nicht zurück, immerhin könnte er mir jetzt vielleicht auch mal ein paar Fragen beantworten.

  2. Während ich meine Sachen zusammenklaube und Garvin immer mal wieder sanft anstupste, bzw ihm durch das Haar wuschele kehren meine Gedanken tatsächlich immer weiter in die Realität zurück, und etwas, dass mich schon den ganzen Tag unterschwellig gewurmt hat steigt an die Oberfläche meines Bewusstseins. Ich habe der Trollmutter versprochen, den Leichnam ihres Mannes zu bergen, und ich habe keine Ahnung wie ich das bewerkstelligen kann. Es wird ja auch nicht gerade angemessen sein den halbverwesten Leichnam noch einen Tag lang durch den Wald zu schleifen, abgesehen davon, dass ich alleine körperlich dazu außerstande wäre. Aber ich sollte zumindest dafür sorgen, dass er ein ordentliches Begräbnis bekommt. Und das kann ich, und ich habe einen irrwitzigen Plan, wie. Jetzt, da ich entschlossen bin in dieses grausam kalte Lager zurück zu kehren, fügt sich alles was ich tun muss zu einem klaren Bild zusammen.
    (Und es wäre schön, den Meister jetzt im dunkeln tappen zu lassen, aber dann funktioniert der Plan nicht, also hier meine Idee: Ich möchte, bei der nächsten Begegnung mit Hauptmann Weidenfeller aufgeregt davon Bericht erstatten, dass ich bei den Leichen Anzeichen der Krankheit xyz entdeckt habe, und dass es sehr gefährlich sei, die Leichen in der Nähe des Lagers so offen liegen zu lassen. Tiere (insbesondere die Krähen) könnten die Krankheit allzuleicht in das Lager hinübertragen… Vielleicht kommt der Hauptmann dann sogar fast von selbst auf den Gedanken die Leichen zu begraben. Dies kann man natürlich tun, wenn man sich Tücher vor Mund und Nase bindet, und vorher eine kräftigende Medizin trinkt, die ich gerne bereit bin zuzubereiten.
    Wenn ich Glück habe, finde ich gleich im Wald vielleicht auch noch eine leicht giftige Pflanze, die Übelkeit oder Juckreiz oder ähnliches verursacht, was ich als erstes Symptom der Krankheit benennen werde. Nur für den Fall, dass man meinen Reden anfangs keine Bedeutung beimisst…

  3. Während all deine Pläne in deinem Kopf Gestalt annehmen, schlägt Garvin verträumt lächelnd die Augen auf. Ohne sich weiter zu bewegen murmelt er: „Wach ich oder träum ich, oh du holder Alveraniar der schönen Rahja.“
    „Spar dir dein Süßholzgeraspel, du kleine Schlafmütze. Es ist spät geworden“ antwortest du in keckem Ton. Garvin rappelt sich erschrocken auf, hektisch nach seiner Kleidung spähend. „Herrje, wie lang habe ich denn geschlafen?“
    „Sei unbesorgt, es war nicht lang, ich wollte dich nur foppen“ stichelst du weiter. Garvin scheint seine Blöße peinlich zu sein, jetzt da du angezogen vor ihm sitzt und eure Erregtheit abgeklungen ist. Er beginnt umständlich in seine Gewandung zu schlüpfen, die du ihm mit vielsagenden und bewusst auf seine Männlichkeit starrenden Blicken reichst.

    „Du sag einmal … wo ist denn nun mein Begleiter Lorian eigentlich?“
    Garvin stutzt und schaut dich ein wenig ungläubig an. „Wie kommst du denn jetzt auf den? Der ist bei uns im Lager.“ Sein Tonfall verrät, dass du mit der Erwähnung dieses Namens einen Schalter bei deinem Gegenüber umgelegt hast. „Er wurde gestern bei den Wegelagerern aufgegriffen. Nachts hat ihn dann dieser junge Bauerntölpel zu befreien versucht, deshalb vermutet Hauptmann Weidenfeller, dass das … Gesuchte … auf dem Gehöft zu finden sein muss. Warum sonst hätte dein Begleiter so ein Geheimnis aus dem Bauernhof gemacht? Und jetzt will sich der Hauptmann die Bauern vorknöpfen, weil aus deinem feinen Herren Begleiter ja nichts herauszubekommen ist.“

    Bauerntölpel? Befreien? Deine Gedanken überschlagen sich kurz. Doch ein anderer, seltsam nüchterner Gedanke überschattet die Information noch einen Augenblick: „Da ist er wieder, der Soldat.“ Mit jedem Kleidungsstück, das Garvin anlegt, vollführt er seine Verwandlung hin zum pflichtbewussten Speichellecker. ‚Bauerntölpel‘ echot es in deinem Kopf. Na ja, irgendwie kannst du ihm gar nicht mal richtig bös sein. Du hast ihn dazu gebracht eine andere, vielleicht etwas wahrere Seite zu zeigen und bist eher traurig dass dieser Bursche offenbar Gefangener seines eigenen Denkmusters ist. Deine Anaylse von Garvins Wesen wischt du aber beiseite und fokussierst dich wieder auf die wesentlichen Informationen.

    Möchtest du hier kurz intervenieren, Tempo oder Vehemenz deines Auftretens anpassen oder hältst du dich vorerst noch im Zaum um zu erfahren, was Garvin, der ja gerade Redelaune bekommen zu haben scheint, weiter zu sagen hat?

  4. Ich bin grad zu verwirrt und überrascht um viel zu reagieren. Überrascht über den auf einmal so mitteilsamen Garvin, überrascht von dem winzigen Teil von mir, der gerade zurück will, wieder zu dem „menschlichen“ Garvin in das Lager schlüpfen, alle Kleider und alle Sorgen zurücklassen… Und verwirrt darüber, dass das alles doch so sinnlos zu sein scheint. Was können die denn nur grandioses Suchen, dass sich so eine Geheimnistuerei darum lohnt. Ich starre ihn also erstmal weiter mit ausdruckslosem (so hoffe ich) Gesicht an, und folge seinem Redeschwall. Sollte er jetzt überraschend doch versiegen. Werde ich ein vorsichtiges „könnte es nicht vielleicht helfen, wenn ich mit ihm rede?“ einwerfen.
    Ansonsten bleibt es bei den bisherigen Plänen, angefangen damit, vielleicht auf dem Weg ins Lager zurück noch die ein oder andere Gift/Heilpflanze einzusammeln.

  5. „Ich verstehe das sowieso alles nicht! Dein Lorian sagt er sei ganz allein unterwegs, du sagst er sei dein Begleiter. Er sagt, er kenne das Gehöft nicht …. Du sagst ihr hättet dort schon Zeit verbracht. Also habt ihr doch irgendwas zu verbergen.“
    Garvin schaut sehr betreten drein, irgendwie zerknirscht. „Mirya, Hauptmann Weidenfeller ist wild entschlossen diese … Capsule … wiederzubeschaffen. Beim Anführer der Wegelagerer war sie nicht mehr und auch bei den Toten ist keine Spur davon. Und deinen Begleiter findet man mitten im Getümmel, dann tauchst du noch plötzlich auf und ihr erzählt irgendwelche widersprüchlichen Geschichten. Der Hauptmann denkt bestimmt, du hättest sie weggeschafft.“ Er macht einen Schritt auf dich zu und da du gerade wie angewurzelt dastehst und ihn nur leer anschaust streicht er dir über die Wange. Er holt tief Atem. „Ich weiß nicht was du gemacht hast, aber irgendwie hast du mich verhext. Ich möchte nicht, dass der Hauptmann dir etwas antut. Und das wird er, wenn ihr ihm keinen reinen Wein einschenkt.“
    Nach kurzer Pause setzt er hinzu: „Also wo hast du sie verborgen?“

  6. Ich schnappe bei seinem letzten Satz hörbar nach Luft und funkele ihn kampflustig an. „Das denkst du nicht wirklich, oder? Ich weiß noch nicht mal was eine „capsule“ sein soll, und nachdem du mich gerade gründlich „leibesvisitiert“ hast, denkst du immer noch ich hätte irgendwas irgendwo vor dir versteckt?“ Meine Stimme beginnt zu zittern. „Das ist nicht lustig. Und wenn du denkst, das eben hab ich nur gemacht um dir den Kopf zu verdrehen, dann hab ich mich wohl in dir getäuscht. Ich hab gedacht, ein Teil von dir wär wie ich. Aber du bist doch auch nur so ein“ ich spucke das Wort aus „Soldat! Die andere benutzen um ihre Ziele erreichen. So wie den armen Troll! Der hatte auch eine Frau zuhause, die sich gewünscht hat, dass niemand ihm was antut, wusstest du das? Aber weißt du was? Das kann dir doch egal sein. Und um mich brauchst du dir auch keine Sorgen machen. Ich pass allein auf mich auf!“
    Und ohne genau zu wissen, was ich vorhab, wende ich mich um und stapfe ich los in Richtung Lager. Gerade habe ich genug Wut im Bauch, um geradewegs in das Zelt des Hauptmannes zu stürmen und ihm ein „Dein Soldat meint ich hätte euren gestohlenen Gegenstand, wie wäre es wir reden endlich einmal Klartext!“ entgegen zu schmettern, aber vermutlich passiert ja vorher noch irgendwas…

  7. Als du dich abrupt umwendest und davon zu eilen beginnst packt dich Garvin grob am Arm: „Mirya, nun sei doch vernünftig!“ Er reißt dich herum. „Diese Caps … dieses Behältnis … ist für unseren Lehnsherrn von größter Wichtigkeit. Ich hab doch auch keine Ahnung, aber offenbar geht es hier um ne ganz große Sache. Und jeder der sich gegen diese Sache stellt ist ein Feind. Und mit Feinden geht man hierzulande nicht gerade zimperlich um. Wenn du jetzt so kopflos in das Lager rennst wird Hauptmann Weidenfeller erst Recht ein Exempel an dir statuieren. Das mit den ganzen Zufällen glaubst du dir doch selbst kaum, mag es auch die Wahrheit sein. Du hast ziemlich viel Aufmerksamkeit auf dich gezogen, nun begreife das doch endlich!“

    Als du verächtlich schnaubst und dir deine Antwort überlegst setzt er zögerlich und ziemlich schuldbewusst dreinschauend hinzu: „Und deinen Gefährten haben sie ziemlich zugerichtet um etwas aus ihm herauszupressen … ich weiß nicht ob es ihm oder dem Bauernt … dem Jungen so gut tut, wenn du jetzt den Aufstand probst.“

  8. Tränen der kalten Wut steigen in meine Augen, als ich die letzten Worte vernehme. Abscheulich! Mit welcher Selbstverständlichkeit nimmt sich diese Horde an brutalen Barbaren dass Recht, irgendwelche „Exempel zu statuieren“. Die ganze Angst und die bedrückende Stimmung im Lager sind mir auf einmal wieder präsent und endlich wird mir klar, dass es sich bei Hauptmann Weidenfeller und seinen Gefolgsleuten nicht um Menschen handelt, wie ich sie bisher kennengelernt habe. Der Krieg oder was auch immer, hat ihnen ein Stück Menschlichkeit genommen und durch Kälte ersetzt. Das aber sind meine Gedanken, meine Worte, plappern währenddessen zunächst unkontrolliert und an niemand im speziellen gerichtet vor sich hin: „Dann haben sie Beorn auch? So ein Dummkopf natürlich musst er den Helden spielen….“ dann starre ich Garvin wieder wütend an und spreche lauter und an ihn gewandt weiter: „So. die vielen Zufälle erscheinen dir unglaubwürdig. Dann sag mir mal du Schlauberger, wenn jetzt in diesem Moment eine Rotte Orks über uns herfiele, uns mitschleift und dich dann foltert – würdest du ihnen erzählen, dass dein Freund Wulfhart da noch irgendwo durch den Wald läuft?? Und was würde Wulfhart tun, der das vielleicht alles nicht bemerkt hat. Er würde ahnungslos irgendwann hier auftauchen. Und wenn er dann einem Ork über den Weg läuft, der ihn fragt, was er hier sucht? Würde er dann vielleicht nicht antworten: meine Begleiter, Garvin und Mirya, habt ihr sie vielleicht gesehen? Was ist daran unwahrscheinlich?? Ihr seid ja so vernarrt in die Wiederbeschaffung dieser Capsule, dass ihr völlig den Sinn für Richtig und Falsch verloren habt! Garvin, ich schwöre dir, bei allem was mir heilig ist, dass ich bis heute nichts von diesem Ding gehört habe. Und ich muss jetzt von dir hören, ob du mir das glaubst.“
    Je nach seiner Antwort fällt meine weitere Reaktion aus.
    Sollten mir Zweifel an der Aufrichtigkeit seines „ja“ bleiben, werde ich in kühle Betriebssamkeit verfallen: „Und was schlägst du vor, dass wir jetzt machen?“
    Sollte er ein glaubwürdiges Ja zustande bringen, werde ich mich sichtlich entspannen und ihn vielleicht nochmal in den Arm nehmen. „Gut. Erzähl mir was du über diese Capsule weißt, vielleicht kann ich ja trotzdem bei der Wiederbeschaffung helfen, anders lässt sich dies Dilemma wohl nie aus der Welt schaffen.
    (eine Menschenkenntnis-Probe wäre mit vollem Talentwert (6) gelungen und hätte auch noch um weitere 3 Punkte erschwert sein können)

  9. Etwas flackert in Garvins Augen als er dich stirnrunzelnd, fragend und zugleich unsicher anschaut. Sein seltsam zögerliches „Ja“ lässt zunächst den Mut in dir wieder sinken. Doch dieses Funkeln … dieser Schimmer im Blick, den seine Gefühle auf dich überspringen lassen und du zu wissen glaubst, was in ihm vorgeht: In ihm kämpft das Gelernte mit dem Fremden, das einem plötzlich so viel sinnhafter und besser erscheint als zuvor. Als nämlich das Gelernte noch das selbstverständlich richtige, und gute war. Du bist dir sehr sicher, dass er dir eigentlich glaubt. Jedes Wort. Und das ihn ebendieser Glaube in ein moralisches Dilemma stürzt.

    Du legst den Kopf schräg, fixierst seinen Blick und schließt ihn entschlossen in deine Arme. Zu sehr wirken die Eindrücke von vorhin noch nach, als dass du diesen Moment der Nähe nicht auch aus ganz egoistischen Gründen und weniger um ihn zu trösten genießen möchtest. Einmal noch seinen Duft einatmen und dabei so tun als brächtest du gerade Mitleid für ihn auf.

    Dann machst du dich aber von ihm los. Er glaubt dir und du bist für den Augenblick auf der mental gefestigteren Seite. „Gut. Erzähl mir was du über diese Capsule weißt, vielleicht kann ich ja trotzdem bei der Wiederbeschaffung helfen, anders lässt sich dies Dilemma wohl nie aus der Welt schaffen.“

    Garvin denkt kurz nach, ehe er antwortet: „Eigentlich weiß ich nicht allzu viel über diese Capsule, dieses … Behältnis. Es ist wohl nicht allzu groß, länglich, wie … ja wie der Stiel eines Hammers und rund. Und aus Metall. Wie ich eben sagte muss es unserem Lehnsherrn sehr wichtig sein, denn sonst hätte er ja nicht so viele Soldaten entsandt um es, also sie, zurückzuholen. Denn sie ist wohl gestohlen worden. Von dieser Gruppe Wegelagerer. Wobei das eigentlich nicht ganz richtig ist, denn die Wegelagerer sind schon die zweite … Hand … durch die die Capsule geht. Und na ja … jedenfalls geht es natürlich darum, was in der Caspule drin ist und nicht um das Behältnis selbst. Wenn ich das richtig verstanden habe sind irgendwelche wichtigen Schriftstücke da drin. Aber man erzählt uns eigentlich nichts darüber. Das ist was man so aufschnappt und unter den Männern und Frauen redet. Nur Hauptmann Weidenfeller weiß Genaueres. Aber selbst da bin ich mir gar nicht so sicher um ehrlich zu sein.“

    Das sind nicht allzu viele brauchbare Informationen, aber immerhin. Was genau ist jetzt der erste Schritt bei all den Optionen, die dir bisher schon durch den Kopf geschossen waren?

  10. Mein Herz klopft schneller, als ich Garvin an mich ziehe und einen Moment lang genieße das Gefühl der Freude, das sein vielsagender Blick in mir ausgelöst hat. Dann durchzuckt mich ein schärferes Gefühl – Schmerz? Schuld? Als mir bewusst wird, dass ich ihn irgendwie gerade an mich gebunden und in mein Dilemma mit reingezogen habe. Wenn wir jetzt die Capsule finden? Ich weiß doch noch gar nicht ob ich wirklich vorhatte, sie dem Hauptmann zu übergeben… Sei’s drum. Wir nehmen jetzt mal einen Schritt nach dem anderen.
    Ich lausche Garvins Worten, dann antworte ich: „Länglich und rund sagst du? Wie ein Stück Holz? Hör zu. Ich war in der Nacht nach dem Massaker auf dem Schlachtfeld um nach Überlebenden zu sehen. Ich fand den Mann, der jetzt in eurem Lager weiter mit dem Tode kämpft. Er war an der Schwelle des Todes als ich ihn fand, und sprach wirr. Es gelang mir ihn zu stabilisieren und nun schläft er. Aber seine Worte gingen mir vorhin noch einmal durch den Kopf. Er sprach von Feuer und Flammen. Nun frage ich mich, ob sie die Kapsule vielleicht in ihr Feuer geworfen haben? Um sie zu zerstören? Oder vor euch zu verbergen? Er sagte nämlich auch noch „sie nicht…“? Willst du mit mir zu diesem Ort kommen, um nachzusehen?“
    So sind meine Worte. In meinem Hinterkopf bewege ich noch weiter den Plan den ich dir mal geschildert hatte – eine schwelende Krankheit bei den Leichen zu entdecken, die ein sofortiges Begräbnis erforderlich macht… Vordergründig möchte ich jetzt aber tatsächlich erstmal das Lagerfeuer durchsuchen. Sollte sich die Kapsule dort befinden, werde ich Garvin dazu bewegen, zumindest einmal hinein zu schauen – wer weiß ob die schlauen Wegelagerer den Inhalt entfernt haben…

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