ein reges Lüftchen ’25‘

Du liegst auf deinem Lager und beobachtest das Schattenspiel, was die letzte Glut des Kaminfeuers an der Decke erzeugt. Irgendwie hatte Birshen keinen Spaß an deinen witzigen Einfällen, und du keine Lust auf ihre komplizierten Analysen. So hat sie dich kurzerhand in der Küche allein gelassen und irgendwo anders ihr Lager aufgeschlagen.
Deine frisch gewaschenen Sachen hängen neben den Küchenkräutern an der Leine und auch des nassen Handtuchs hast du dich entledigt.
Erst jetzt als du allein bist, merkst du, wie erschöpft du eigentlich bist. Inzwischen ist dir klar, dass dein Heiterkeitsanfall nicht alleine auf deine eigene Freude am erfolgreichen Zauber und der erlangten Information beruht, sondern dass es irgendwas mit Larissias Gemütszustand zu tun haben muss, aber es ist dir gerade viel zu anstrengend genauer darüber nachzudenken. Du bedeckst dich mit einem dünnen Laken und schließt die Augen. Sofort fällst du in einen tiefen und traumlosen Schlaf.

Wie lange du geschlafen hast, weißt du nicht genau. Bestimmt noch lange nicht genug, wohl aber ausreichend, um dich wieder etwas gekräftigt zu fühlen [du darst einen normalen Regenerationswurf durchführen + den zweiten wegen des magischen Kraftorts]. Ein lautes Poltern hat dich aus deinem Schlaf gerissen, jetzt ist es aber wieder still. Still, aber ausgesprochen zugig. Du willst gerade die Augen öffnen, als du zwei feine, hohe Stimmen vernimmst, die sich unterhalten.
“Doch! Er ist es.” “Also, ich hatte ihn mir irgendwie anders vorgestellt… Du bist sicher?” “Sieh doch richtig hin.” Die Stimmen scheinen vor ständig wechselnden Orten zu kommen. Sie sind auch gar nicht richtig greifbar, fast eher ein Säuseln oder Plätschern. Außerdem reden sie ziemlich schnell. “Etwa so?” entgegnet die zweite Stimme und ein Windstoß bläht das dich bedeckende Tuch. Ein kühler Hauch weht dir einmal von den Zehen bis zur Nasenspitze, worauf du unwillkürlich zusammenzuckst. “Du weckst ihn noch!” entgegnet die erste Stimme jetzt genervt und gleichzeitig ertönt vom Fenster her ein drittes Stimmchen. “Wenn die Damen vielleicht mal fertig sind? Ich hab keine Lust mehr dies schwere Ding zu halten! Und rein krieg ich es alleine auch nicht!” Ein Fensterladen klappert.

Willst du still liegen bleiben und abwarten oder regst du dich?

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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10 Kommentare

  1. Tatsächlich stockt mir fast der Atem vor Panik und das in mir aufsteigende Adrenalin sorgt dafür, dass ich plötzlich hell wach bin. Trotzdem wage ich für den Moment nicht meine Augen zu öffnen. Wenn die drei Eindringlinge denken, dass ich noch schlafe und mir bisher nicht die Kehle aufgeschlitzt haben, so tun sie dies hoffentlich in den nächsten Augenblicken auch nicht.

    Ich lausche sehr angestrengt und bin gespannt. Kann ich irgendwie einordnen, ob das Frauenstimmen sind? Sollte Birshen etwa Schwestern zu Besuch haben?

  2. Du versuchst so still wie möglich zu liegen und ruhig zu atmen, während du weiter den Stimmchen lauscht. Es sind kaum hörbare fein säuselnde Stimmen, wie du sie bisher bei keinem Menschen vernommen hast. Daher gelingt dir auch nicht sicher die Einordnung des Geschlechts. Insgesamt klingen die Stimmen heiter und irgendwie luftig. Im Moment sind sie jedoch verstummt und stattdessen ist ein Kratzen von Holz auf Stein zu hören. Das Geräusch kommt von einem der Lüftungsschlitze über dem Herd. Du erinnerst dich, dass die Küche ja gar keine richtigen Fenster (und auch keine Fensterläden) hat, nur schmale Scharten. Die Stimmen ertönen wieder, diesmal aber in einem dreistimmigen Gesang. “Packt an, Freunde packt an, dann ist die Arbeit schnell getan… Der Tochter unsres Herren, woll wir nen Wunsch gewähren… So packt dann alle mit an!” So oder ähnlich singen die drei Gesellen jetzt aus der Richtung, aus der auch das Klappern kommt.

  3. Nun bin ich nicht nur zur Gänze verwirrt sondern kann meiner Neugierde auch nicht länger widerstehen und muss meine Augen öffnen um zu sehen, wer sich erdreistet hier einzudringen und dabei noch zu singen.
    Mein Blick ist im ersten Moment aber doch wie trunken verschleiert, so dass ich gar nicht recht erkenne, was eigentlich vor sich geht (Sinnenschärfe daneben). Ich setze mich auf und reibe kurz meine Augen.

    [Da ich als Spieler eine ungefähre Idee habe, was da gerade vor sich gehen könnte, habe ich auch schon einmal eine Magiekunde-Probe gewürfelt, die gerade so gelungen ist. Falls das von Belang sein sollte.]

  4. Du reibst dir verschlafen die Augen und blinzelst in den Raum. Du brauchst einen Moment um dich an das Zwielicht zu gewöhnen. Das Feuer ist komplett verloschen und von draussen dringt nur wenig fahles Licht herein. Automatisch schaust du in Richtung Geklapper. Das Singen ist verstummt und etwas wackelt auf dem Sims der Scharte neben dem Herd. Ein Holzbrett ragt ins Zimmer und bewegt sich langsam, von außen geschoben, weiter ins Zimmer und schabt dabei über das Mauerwerk. Es klappert wenn das Brett rechts und links an die Steine schläg. Etwas im Zimmer wispert: „Er ist wach!“ Dann bekommt das Brett plötzlich Schlagseite und kippt ins Zimmer hinein. Polternd rutscht es durch die Öffnung und landet neben deiner Schlafstatt. Du brauchst einen Moment um zu erkennen, dass es sich nicht um irgendein Brett handelt. Es ist dein Flugbrett! Draußen vor dem Fenster hörst du jetzt wieder alle drei Stimmchen. Sie streiten, wessen Schuld das jetzt wohl war und dass man da ja wohl auch von vorneherein alle hätte wecken können… Gesehen hast du die Sprecher nach wie vor nicht. Du bist aber der Meinung, das da wohl etwas kleines, kaum sichtbares das Brett losgelassen und nach draußen gewitscht sein muss, als es deiner gewahr wurde. Du bist dir nicht ganz sicher, kannst dir aber wohl vorstellen, dass es sich um irgendwelche magischen Kreaturen oder Dschinnen handeln muss.

  5. Für einen Augenblick starre ich den hölzernen Gegenstand fassungslos an und stammel dämlich „Mein … mein … hölzernes Flugbrett“. Dann aber beginnen meine Synapsen zu arbeiten und sofort fällt mir ein, dass ich ja so sehr hoffte, dass vielleicht die Domna in Besitz des Brettes gekommen sein möge. „Die Domna“ entfährt es mir sogleich und ich rappel mich hoch: „Ehrenwerte Dschinni, höchst dienbare Geister der Elemente!“ rufe ich aus und deute eine noch etwas ungelenke Verbeugung an. „Bitte streitet euch nicht und kommt doch herein! Sagt, wer schickt euch mir meinen wertvollsten Besitz zu bringen? Könnt ihr mir diese Frage beantworten?“

    Dabei werde ich ganz aufgeregt und warte gespannt wie die guten Geister auf mich reagieren.

  6. Der Streit verstummt und die Stimmchen wispern miteinander. Dann umwirbelt dich ein (oder drei?) kräftiger Luftstoß und du hörst die Stimmen nun wieder ganz in deiner Nähe. Sie sausen um deinen Kopf während sie alle drei durcheinander sprechen, und du hast Mühe die einzelnen Sätze auseinander zu halten. „Ich habe doch gesagt er ist es .. die Herrin hatte Recht ..aber ich finde .. er versteht uns .. ein Prinz .. trotzdem sehr klein .. wir ihm sagen .. die Herrin hat gesagt wir sollen .. dass sie es nicht mehr braucht … es ihr gut geht… aber auch dass er sie nicht .. völlig harmlos .. “
    Ein wenig ratlos drehst du den Kopf hin und her und versuchst diesen immernoch körperlosen Stimmen irgendwie besser gewahr zu werden. Nocheinmal reibst du dir die Augen, die sich immer besser an das Zwielicht gewöhnen, fixierst entschlossen einen Punkt in der Luft, an dem du immer wieder Worte hörst, und erhebst erneut die Stimme: „Oh ehrenwerte Geister, habt Nachsicht mit mir langsamen Sterblichen, und redet doch etwas weniger flink und weniger durcheinander, auf dass auch ich Sohn der Zögerlichkeit der Weisheit eurer Worte gewahr werden kann…“ Ein glockenhelles Kichern ist deine Antwort, aber anscheinend hast du mit deinen schmeichelnden Worten wenigstens einen der Gesellen umgarnen können, denn an der von dir fixierten Stelle erscheint nun ein transparentes Mädchengesicht mitten in der Luft und spricht zu dir. „Verstehst du mich jetzt besser, Schwerling? Ein sehr charmanter Mensch bist du! Hat die Herrin ja gesagt… Du fragst nach unserer Herrin. Es ist die Tochter unseres Meisters. Sie ist wie er und so wie du… Kommt Geschwister, wir zeigen ihm das Aussehen der Herrin!“ Die Luft im Zimmer kommt erneut in Bewegung, als sich ein winziger Wirbelsturm bildet und Staub und Sand in Höhe gerissen wird. Vor dir entsteht eine durchscheinde, menschliche Silhouette, und ganz kurz erblickst du ein Gesicht. Kein Zweifel – es ist Larissia. Dann zerfällt das kunstvolle Gebilde wieder und rieselt zu Boden.

  7. Zu deiner Magiekundeprobe: Du bist dir inzwischen recht sicher, das du es tatsächlich mit irgendeiner Manifestation des Luftelements zu Tun hast. Dies hier sind wohl drei eher niedrige Geister. Allzuviel hast du von deiner Großmutter nicht über Beschwörungen von Elementaren oder Dschinnen gelernt und kennst auch nicht genau die unterschiede verschiedener Elementargeister. Diesen hier scheint es jedoch sehr zu schmeicheln, dass du sie mit so viel Ehrfurcht anredest. Vielleicht sind sie schlechteres gewohnt?

  8. “Larissia, sie ist es wirklich!” rufe ich laut und begeistert. Also muss sie ihren Vater wiedergefunden haben. Und sie ist eine Magiekundige. Bei Satuaria! Ich kann meine Aufregung kaum im Zaum halten: “Habt Dank ihr dienstbaren guten Geister der Luft. Sagt, könnt ihr mich zu eurer Herrin führen? Könnt ihr mir sagen wo sie sich jetzt aufhält? Und bitte … sprecht genau wie eben, damit ich Schwerling den Worten folgen kann.”

    Ich warte die Antwort der Wesen noch ab, fürchte aber auch, dass sie sich irgendwann verflüchtigen werden. Soweit ich mich erinnere hatte mir meine Großmutter etwas davon erzählt, dass man solche elementaren Geschöpfe nicht mit Aufgaben und Fragen überstrapazieren dürfe. Freilich, vielleicht sagte sie das nur um mich nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Andererseits hatte sie mit Elementarmagie nicht viel am Hute … und ich letztlich auch nicht.

    Sobald die Wesen anstalten machen zu verschwinden rufe ich laut nach Birshen. Natürlich hoffe ich noch den Standort von Larissia herauszufinden, aber wenn die Wesen nichts verraten kann Larissia sie vielleicht verfolgen (denke ich naiv).

  9. Auf deine Fragen hin formieren sich nun drei Köpfe in der Luft. Das dir schon bekannte Mädchengesicht, ein weitere junge Frau und das streng blickende Gesicht eines Jünglings. Jenes hebt nun auch zu sprechen an: „Nein, das können wir nicht. Der Zugang zum Palast unseres Herren ist ein Geheimnis!“ Dann wendet er sich ernst den anderen beiden zu „Ich habe euch gesagt, ihr sollt nicht soviel plaudern! Bringt ihm das Brett, denn ich brauche es nicht mehr, hat sie gesagt. Mehr nicht!“ „Doch sie hat auch gesagt – er soll wissen dass es mir gut geht. Ich brauche es nicht mehr denn ich habe endlich mein zuhause gefunden – hat sie gesagt.“ widerspricht deine ursprüngliche Gesprächspartnerin. Und nun folgt, was du bereits befürchtet hattest: Im nun folgenden Disput werden die drei wieder durchscheinender und immer schneller, bis du schließlich ihrem Wortlaut nicht mehr folgen kannst. Ratlos rufst du nach Birshen, doch bis sie eintrifft haben sich die Geister vollends verflüchtigt und bis auf ein gesäuseltst „Leb wohl, Dscheridan, sie denkt an dich“, hast du nichts hilfreiches mehr verstehen können.
    Eine verschlafen dreinblickende Birshen, die sich noch schnell den Sand von Gewand und Gesicht klopft, starrt dich fragend an. Atemlos berichtest du ihr von deinem Erlebnis und ihre zunächst noch angesäuerte Miene wandelt sich in gespanntes Zuhören. Sie murmelt die dir bekannte Formel des „Odem Arcarnum“ und begutachtet gründlich das Zimmer und die Landschaft hinter dem Fenster. Anerkennend streicht sie über die Schnitzarbeiten auf deinem Flugbrett und wiegt es in den Händen.
    Nachdem du ihr die Ereignisse so genau wie möglich beschrieben hast, schlussfolgert sie endlich:
    „Es tut mir leid Dscheridan, aber verfolgen werden wir diese Geister nicht können. Sie haben sich wahrscheinlich buchstäblich in Luft aufgelöst, sind sie ja nichts anderes als Verkörperungen derselben. Trotzdem können wir aus ihrem Erscheinen einiges schließen: Du hast gestern gemerkt, wie Madas Spiegel wirkt. Für einen kurzen Moment sind dein Geist und der der gesuchten Person eins. So wie du in Larissias Seele gesehen hast, hat auch sie kurz die deine gespürt. Und der Gedanke an dich wird sie veranlasst haben, dir dein Eigentum zurückzuschicken. Das ist ja nur einige Stunden her. Wir sind gen Mitte der Nacht in den Turm zurückgekehrt und just dämmert es. Aber so schnell Windsbräute auch sein mögen, wenn sie ungebunden sind – mit der Last des Brettes beladen können sie nur langsam fliegen. Zumal du sie auch eher als reges Lüftchen beschreibst, denn als ausgewachsenen Wirbelsturm. Deine Freundin muss sich also an einem Ort in höchstens sagen wir 6 Stunden Flugzeit von hier aufhalten…
    Du warst gestern – nun, ähm sagen wir – wenig auskunftsreich, was deinen Blick in Madas Spiegel angeht. Hast du von der Umgebung etwas erkennen können, bevor dich der Strudel der Gefühle weggerissen hat?“
    Und so schilderst du Birshen möglichst detailliert die Eindrücke des letzten Abends. Selbst jetzt, wo du etwas Abstand gewonnen hast fördert der bloße Gedanke an den gestrigen Freudentaumel ein dämliches Grinsen auf dein Gesicht. Sehr viel Umgebung hast du ja nicht gesehen, aber du bemühst dich jedes Detail zu erwähnen. Da waren Gebäude. Weiße Türme. Schimmernd wie Wolken in Madas Licht… Zwiebeldächer? Zu schnell ging das alles. Auf Einzelheiten geht Birshen allerdings zunächst gar nicht weiter ein. Nachdenklich knetet sie ihre Unterlippe.
    Dann blickt sie dich an: „Eine höchst interessante Person, diese Larissia… Was gedenkst du jetzt zu tun? Nachdem sie dir mitteilen lässt, dass es ihr gut geht? Willst du trotzdem weiter nach ihr suchen?“

  10. Ich lasse mich von einem plötzlichen Erschöpfungsgefühl übermannt auf den nächsten Stuhl plumpsen, stütze die Ellbogen auf die Knie und vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. Dann reibe ich mir mit den Händen durchs Gesicht, so als ob ich mich waschen würde: “Birshen, ich weiß nicht recht. Irgendetwas ist hier ganz und gar oberfaul. Das ist so … so untypisch und erscheint mir alles nicht recht schlüssig. Larissia kommt doch gar nicht von hier. Und dann dieser plötzliche Freudentaumel und dass sie mir das Brett nur überbringen lässt statt hier selbst zu erscheinen. Nein, nein. Da stimmt etwas nicht.” Ich versuche mich jetzt daran zu erinnern, ob Larissia vielleicht etwas auf dem Kopf trug, als ich sie vor meinem geistigen Auge sah. Oder erschien mir alles aus ihrer Ich-Perspektive?

    “Jetzt wo ich endlich mein Flugbrett wieder habe, bin ich doch viel schneller von Ort zu Ort unterwegs. Wir müssen ergründen welche Orte in Frage kommen. 6 Stunden Flugzeit sagst du? Hast du eine Karte oder sowas? Und ein Stück Kohle? Damit wir einkreisen können was sich in dem Gebiet befindet … vielleicht ist eine Stadt dabei. Mit Zwiebeldächern …”

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