Was für ein Flug. Du bist nun über 5 Stunden unterwegs, und froh, dass das Ende in Sicht ist. Nach dem ersten Teil, dem majestätischen Abstieg aus dem Khoramgebirge, legtest du in der Höhle des Schamanen Pause ein um der Mittagshitze zu entfliehen und dich zu stärken.

Ein kleiner, unvernünftiger Teil von dir hatte gehofft, dort auf Gepard zu treffen. Dass er den Wunsch verstanden haben möge, den du ihm vor dem Abflug mit Worten und intensiver Gedankenkraft versucht hast zu übermitteln: Dass du froh wärst, ihn als Begleiter dabei zu haben. Dann aber scheltest du dich selbst für deine voreilige Enttäuschung. Selbst wenn er deinen Wunsch verstanden hat, und dir folgt, ist er sicher langsamer als du auf dem Weg durchs Gebirge und kann also gar nicht hier auf dich warten.

Schließlich machtest du dich weiter auf den Weg Richtung Südwesten.

Hier bietet sich in den Gebirgsausläufern eine endlos monotone Stein- und Sandlandschaft. Auf dem letzten Teil der Reise musstest du dir auf deinem Brett mit verschiedenen Flughaltungen die Zeit vertrieben und die Beine vertreten, bis endlich die Palmensteine in Sicht waren. Wie bei einer Schnitzeljagd folgtest du danach Rashids Wegbeschreibung, und nun steuerst du endlich auf den einsamen Wartenden zu.

Der Wartende                     Quelle Pxhere

Der Fels ragt in einigen Meilen Entfernung einsam in die Höhe, wie das vergessene Spielzeug eines Riesenkindes, welches übersehen hat, diese Bauklötze zu den anderen im Gebirge zurück zu legen… Die Sonne steht schräg über dem Horizont, du schätzt dass dir noch wenige Stunden Tageslicht verbleiben. Als du etwas höher fliegst, erkennst du, dass sich der Wüstenboden hinter dem Felsklotz zu teilen scheint. Tatsächlich beginnt dort eine Schlucht, und erst als du langsam näher kommst beginnst du deren Ausmaße zu erahnen.

Als du so nah heran bist, dass du Details in der Felsmaserung erkennen kannst, hältst du inne. Dort, hinter dem Felsen, hat jemand ein Zelt aufgeschlagen. Direkt am Eingang in die Schlucht.

(Wie) möchtest du dich nähern?

Veröffentlicht von Mirya

Ein lebensfrohes kleines Bündel, das üblicherweise nicht auf den Mund gefallen ist, gute Gesellschaft ebenso wie gutes Essen genießen kann, und die sich wünscht es ginge immer allen überall gut.

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7 Kommentare

  1. Elegant lande ich unweit des Zeltes so, dass mich der Bewohner desselben hoffentlich nicht sofort bemerkt (Fliegen-Probe mit 7 TaW* gelungen).

    Ich beschließe mich zunächst einmal heranzuschleichen um herauszufinden, wer denn wohl der Bewohner dieses einsamen Domizils ist.

    Leider habe ich die Macht des Praoisrunds auf meinem langen Flug (oder meine Erschöpfung) offenbar unterschätzt. Für einen kurzen Moment schwindelt mir ziemlich und ich setze einen ungeschickten Ausfallschritt nach links, ehe ich mich wieder fange. Damit trete ich nur ungünstig etwas Geröll los, welches geräuschvoll die kleine Senke linkerhand herabrutscht. Mir ist trotz meiner feliden Affinität kein Glück beim Anpirschen beschienen (Schleichen grandios daneben aber ohne Patzer). Ich ducke mich und warte ab, ob etwas passiert. Dann würde ich mich weiter vorsichtig nähern. Sollte sich niemand rühren gehe ich aber fast davon aus, dass der Bewohner gar nicht zugegen ist.

  2. Schon bei der Landung ist dir eine dünne Rauchfahne aufgefallen, die dir zeigt, dass vor dem Zelt ein kleines Feuer brennen muss. Du hast dich dich seitlich vom Zelteingang hinter einen Felsen geduckt, und starrst gespannt auf die weißen Planen. Im inneren regt sich etwas, du hörst ein Rascheln, dann tritt ein junger Tulamide vor das Zelt und späht aufmerksam in deine Richtung.
    Er scheint etwa im gleichen Alter zu sein wie du und von hochgewachsener Statur. Sein langes schwarzes Haar hat er oben und seitlich in mehrere dünne Zöpfe geflochten, so dass sie ihm nicht ins Gesicht fallen, der Rest wallt offen über seine Schultern. Sein Kinn wird von einem sorgfältig gepflegten kurzen Bart mit zwei Spitzen geziert. Seine wach blitzenden, schwarzbraunen Augen hat er mit einem ausdrucksstarken Lidstrich gekonnt in Szene gesetzt. Er trägt eine weiße Pluderhose, einen prunkvolle verzierten Breitgürtel, sowie eine Art ärmellosen schwarzen Mantel, dessen Borte mit arkanen Symbolen übersät ist. Die Front ist offen und gewährt einen hübschen Ausblick auf einen schlanken, nicht unmuskulösen Oberkörper. Seine Haut ist von mittelbrauner Farbe. Am rechten Arm trägt er ein schwarzes Lederarmband und in der Hand hält er einen mannshohen hölzernen Stecken in dessen Ende ein bernsteinfarben schimmernder Kristall kunstfertig eingefasst ist. Er blickt prüfend umher, wirft einen nachdenklichen Blick auf die tief stehende Praiosscheibe und legt schließlich ein Stück Holz in die Feuerschale. Noch einmal lässt er seinen Blick wandern und verharrt dabei gefährlich lange auf deinem Versteck. Dann schickt er sich an, sich umzudrehen.

  3. Ein Magus? Hier in der Wüste? Ganz allein? Was hatte Großmutter immer gesagt? Magier kann man nicht trauen? Was macht eine solche Erscheinung bloß hier so mitten allein im Nirgendwo … auf der anderen Seite könnte man sich das über mich vielleicht auch fragen. Nun, da die Herrin Satuaria mir durch die Fehllenkung meines Fußes wohl mehr als deutlich gemacht hat, dass anschleichen hier nicht erwünscht ist probiere ich es vielleicht doch mal mit offener Konfrontation. Noch im Verborgenen schnalle ich mir mein Fluggerät auf den Rücken, verberge meinen Waquiff unter meinem Mantel und streue mir widerstrebend eine ordentliche Portion Staub auf die Schuhe. Dann beschreite ich einen Bogen und gehe verteidigungsbereit auf das Zelt zu. Schon von weiter her rufe ich “Heda, wer dort? Zeigt euch Fremde und begrüßt einen friedlichen Wanderer!” Natürlich rufe ich das auf Tulamidya.

  4. Auf dein Rufen hin kommt der Magier um das Zelt geschritten. Er trägt seinen Stab in einer Hand, eher wie einen Spazierstecken, als wie eine Waffe. Er mustert dich prüfend, während er dir entgegen geht. Als er auf Sprechdistanz herangetreten ist, bleibt er stehen.
    “Welch Fügung der Götter sendet einen einsamen Wanderer zu diesem entlegenen Ort?” fragt er, und seine Stimme ist tief und samtweich. Von Nahem sieht er noch besser aus als von Ferne stellst du fest, und du betrachtest ihn aufmerksam, während auch er dich neugierig mustert. Er strahlt etwas ungeheuer anziehendes aus, was du gerade nicht genauer benennen kannst, obwohl sein Gesicht nicht “weich” oder hübsch im klassischen Sinn ist, eher entschlossen und ein wenig kantig. Etwas in seinen Augen fasziniert dich. Er hält deinen Blick einen Augenblick zu lang, dann spricht er, nicht ohne Stolz, weiter:
    “Ich bin Maruch, Schüler des Dunchaban, Studiosus primus der Al’Pandjashtra! Und mit wem habe ich die Ehre?”

  5. “Hocherfreut euch kennenzulernen Magister Maruch” (meine Etikette sollte das ‘Magister’ gegen die korrekte Anrede im Zweifel ersetzen) entgegne ich und läute mit weiter Geste meine weitere Rede ein, trachte ich ihn doch im ersten Augenblick mit meiner Person zu überraschen: “Und mein Name ist Dscheridan ib…” unterbreche mich gerade noch rechtzeitig ohne dass ich einen resignierten Seufzer unterdrücken könnte. “Dscheridan. Oder nennt mich Dsche.”

    Nach kurzer Pause setze ich hinzu: “Der gleiche, für uns Menschen manchmal so schwierig zu verstehende Humor unserer Götter, der einen gelehrten Mann wie euch hierher führt, vermute ich beinahe. Ich will euch gerne davon berichten. Ich würde euch anbieten das bei einem guten Glas Wein zu tun, aber … das einzige was ich bei mir habe ist ein Schlauch Wasser.”

    Sollte er nach dieser Einleitung nicht selbst wieder zu reden beginnen bzw. nicht von allein auf die Idee kommen mich zu sich ans Lagerfeuer einzuladen so setze ich dann hinzu: “Macht es euch etwas aus, wenn ich mich etwas zu euch an euer Lagerfeuer setze?”

  6. Tatsächlich verrät dir deine Etikette zwar nicht die korrekte Anrede, aber ein wenig Hintergrundinformation: Die Al’Pandjashtra – oder auf Garethi Pentagramma-Akademie ist die Magiehochschule zu Rashdul. Studiosus primus sagt dir nichts, aber dass die Schüler der Magie als Studiosi bezeichnet werden, ist dir durchaus geläufig. Du vermutest anhand dieses Wissens, und dem Fehlen eines sichtbaren Gildensiegels auf den Handflächen des jungen Mannes, hier einen Magiestudenten vor dir zu haben. Das selbstsichere Auftreten und die mangelnde Anwesenheit einer Aufsichtsperson lassen dich schlussfolgern, dass der Abschluss aber nicht mehr fern sein mag. Untermauert wird diese Theorie, von dem Lederarmband, auf dem, jetzt aus der Nähe erkennbar ein Pentagramm eingeprägt ist, gerahmt von einer Borte arkaner Symbole – ganz in der Art der magischen Gildensiegel.
    Da dir nun auf die Schnelle keine passende Anrede einfällt belässt du es bei dem vielleicht etwas zu hoch gegriffenen Magister, und registrierst zufrieden, wie ein geschmeicheltes Lächeln die Mundwinkel deines Gegenübers umspielt, als er dies hört. Auf deine Einleitung hin erwidert er flugs:
    „Ich merke, du bist ein Mann, dessen Zuge von Hesinde mit viel Geschick gesegnet wurde- Dscheridan! Mir behagt ein Mann, der sich auszudrücken weiß und so will ich dich gern an meiner Feuerstelle als Gast empfangen, auch wenn ich sonst pflege meinen elementaren Betrachtungen in Ruhe und Abgeschiedenheit nachzugehen. Dein Bericht interessiert mich, und ich kann dir sogar etwas Wein anbieten – nur auf das Glas werden wir wohl verzichten müssen…“ bedauert er und führt dich während er spricht zum Zelt. Das Zelt besteht nur aus einer gibelförmig aufgespannten Tuchbahn, und ist kaum so hoch, dass man darin stehen kann. Es scheint dem Magus eher als Schlafgelegenheit und Schutz vor Wind und Sonne zu dienen. Ein großer, fein geknüpfter Teppich bildet den Boden, darauf liegen ein Kissen und eine ordentlich gefaltete Decke. Ferner steht darin eine Truhe, der „Magister“ Maruch jetzt einen Weinschlach und zwei Päckchen entnimmt, und ein Foliant auf einem niedrigem Schreibpult mitsamt Tinte und Feder.
    Ihr setzt euch vor das Zelt an das Feuer, und dein Gegenüber breitet auf einem Tuch Bananen, Feigen und Brot aus. Dann bietet er dir den Weinschlauch mit einem entschuldigenden Lächeln an.

    Der Magier scheint mehr daran interessiert, deine Geschichte zu hören, als ungefragt über sich zu erzählen. Dir ist auch nicht entgangen, dass er es bis jetzt nicht für nötig befunden hat, deine fälschliche Anrede zu korrigieren. Was erzählst du/ in welche Richtung willst du das Gespräch lenken?

  7. Auch ich schaue, was ich von meinen Vorräten als Zeichen meiner Dankbarkeit zum Teilen anbieten kann und lege es zu Bananen, Feigen und Brot auf das Tuch. Für einen guten Schluck Wein bin ich sogar wirklich recht dankbar.
    Zunächst lasse ich den Magier oder Studiosus gern in dem Glauben, ihn für mächtiger zu halten als er möglicherweise wirklich ist. Es kann ja nicht schaden, wenn er mich für ein bisschen einfach gestrickt hält. Wenn er sich davon beeinflussen lässt, dass ich ihm Honig um den Bart schmiere, dann sei es so. Ich bin mir allerdings nicht sicher inwieweit ich meine keck funkelnden Augen immerzu verbergen kann.

    Auch wird er sicher nicht ganz uninteressiert an schmeichelnden Worten zu seiner schönen Gestalt sein. Das soll mir zum Vorteil gereichen und sollte das Gespräch später darauf kommen, so lasse ich gern fallen, dass ich „einfacher Bursche“ immer dachte, Magier seien alle dickbäuchige Stubenhocker und nicht solche athletisch, attraktive Zeitgenossen.

    Bei meiner Geschichte bleibe ich relativ nah an der Wahrheit: Ich habe in einem Sandsturm Karawane und Begleiterin verloren und konnte mich gerade so allein bis zur Oase retten. In einem Traum sah ich dann meine Begleiterin um Hilfe rufen und nehme dies als Zeichen der Götter dass sie noch leben möge. Und so bin ich nun hier um nach ihr zu suchen. „Ihr kamt in meinem Traum allerdings nicht vor und so frage ich mich: Was für elementaren Feldstudien (so sagtet Ihr doch eben) führen euch mitten ins nirgendwo? Oder anders gefragt: Findet man in dieser götterlosen Gegend auch Anderes als Dreck und Staub?“

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