Vorsichtig drückst du die Luke einen Spalt weit nach oben und hälst den Atem an. Das schwache Glimmen eines heruntergebrannten Feuers beleuchtet die Umrisse einer sauberen, kleinen Küche.
In einem Samowar köchelt ein Rest Tee vor sich hin, Personal entdeckst du nirgends. Aber du hörst gedämpfte Stimmen. Zwei Personen unterhalten sich in einem entfernten Zimmer – sicherlich einige Räume entfernt.
Die Küche hat zwei Ausgänge: Ein breiter Steinbogen führt in einen marmorgefliesten Raum – dieser Durchgang ist von der anderen Seite her durch einen kunstvoll bestickten Vorhang verborgen. Auf einem Speisewagen stehen hier bereits Geschirr und ein paar unverderbliche Köstlichkeiten fürs Frühstück bereit. Der zweite, unscheinbarere Ausgang führt zum Fuß einer schmalen hölzernen Stiege, die nach oben führt. Als du deinen Kopf vorsichtig ins Treppenhaus steckst vernimmst du die Stimmen deutlicher. Es sind ein Mann und eine Frau, die da sprechen.
So leise du kannst gleitest du einige Stufen empor, bis du einzelne Wortfetzen verstehen kannst. Der Mann spricht sehr eindringlich, mit scharfen tulamidischem Akzent. Vor Aufregung hälst du den Atem an, als du erkennst, dass Garethi gesprochen wird. Etwas in der Sprachmelodie der Frau lässt dich aufhorchen – ja! Du bist dir ganz sicher – die Frau hat gerade „disklosieren“ gesagt.
Bei Phex und Satuaria. Dort oben muss sie sein! Und wenn es sich sehr unglücklich fügt, dann hat dieser verruchte Scharlatan von einem Magier ihr das Diadem wieder auf den Kopf gesetzt und Larissia ist sich ihrer Lage gar nicht bewusst.
Ich erklimme die Stufen vorsichtig weiter, bis ich im ersten Stock angekommen bin und schaue mich dann nach einem Versteck um. Sollte sich hier auf dem Flur keine Möglichkeit bieten so würde ich es mit einer Tür links oder rechts der Tür probieren, aus der die Wortfetzen zu hören sind. So bekomme ich vielleicht mit, was sich im Nebenzimmer weiter abspielt.
Sollte es sich dabei um ein Schlafzimmer handeln, so ist das aber nicht mein Versteck der Wahl. Ich hoffe eher darauf, dass sich Dunchaban irgendwann auch zur Ruhe bettet und da möchte ich lieber nicht im Zimmer sein.
So leise du kannst erklimmst du Stufe um Stufe. Erst im zweiten Stockwerk hörst du die Stimmen klarer. Vorsichtig betrittst du den dortigen Flur. Wie anders ein Palast aus der Perspektive des Bediensteten aussieht: Soweit du es erkennen kannst ist der Gang, den du betrittst nicht mehr als einen halben Schritt breit. Er biegt rechts und links am Ende scharf ab, und scheint den Außenwänden des Gebäudes zu folgen. Nach innen hin gehen hier und da mit Vorhängen verhängte Durchgänge ab. Du folgst den Stimmen bis zu einem Vorhang, hinter dem du Licht schimmern siehst. Der Gang weitet sich hier etwas und öffnet sich an der Außenseite zu zwei breiten Fensterbögen. Du schätzt, dass du nun direkt außerhalb des Zimmers bist, in dem die beiden Personen sprechen, auf einer Art Mini-Balkon, dessen Vorhang geschlossen ist. Solange niemand die Vorhänge öffnet, bist du hier prima versteckt und kannst jedes Wort klar verstehen. Gerade sagt der Mann:“Es ist wirklich ein Jammer, dass dein Zustand es nicht zulässt, dass wir direkt mit dem Unterricht anfangen. Mein Herz weint darüber, dass dein Geist immernoch dermaßen verwirrt ist. Wäre mein Plan dich hierher zu holen, doch direkt im ersten Anlauf geglückt, hätte ich dich auf den üblen Einfluss dieser Kreatur vorbereiten können. Doch nun bist du seinen Lügen völlig aufgesessen. Du stehst ja noch immer so unter seinem Bann, dass du nicht erkennen willst wie gut ich es mit dir meine! Sieh, ich bringe dir die frischesten Früchte, und du rührst sie nicht an. Dieses Essen wurde zubereitet vom besten Koch Rashduls und du hast es noch nicht einmal gekostet… Wie kann ich dich denn nur überzeugen, dass es für mich nichts Schöneres gäbe, als dich wieder bei Kräften und auf den Beinen zu sehen?“Um Larissias Antwort zu verstehen, musst du ganz still stehen- sie spricht zwar sehr artikuliert, aber leise, mit mehreren Atempausen dazwischen: „Er spricht von vernebeltem Geiste, dabei deucht mich ich sah lange nicht so klar! War es nicht er, der mir ein verfluchtes Diadem sandte, und waren es nicht seine Männer die mich hierher verschleppt haben? Und nun hält er mich hier fest, und spricht davon mir wohlgesonnen zu sein? Ich wünschte er unterließe diese ermüdende Maskerade, und sagte mir endlich, was er von mir will!“
„Fadl es’Saraq, Stern meiner Augen, wer spricht den von Festhalten? Sieht dieses Gemach vielleicht aus wie eine Kerkerzelle? Wo sind die Ketten, die dich halten? Wo der Wächter? Ist es nicht vielmehr so, dass du nicht die Kraft hast, aus dem Bett zu kommen, weil der arglistige Dschinn dich hat vergessen lassen zu schlafen und zu essen? Weil du deine Zauberkraft verschleudert hast wie sonst nur was? Dummes Mädchen! Es gibt so viel, dass du nicht verstehst! Vergiss deinen Stolz, und hör mir zu – komm zu Kräften, und dann können wir gemeinsam erkunden, wozu du fähig bist! Vertrau dich mir an, und lerne deine Kraft zu nutzen, ohne dass sie dich verzehrt! Es gibt das du hättest lernen müssen bevor du ihm gegenübertrittst! Diese bösartige Ausgeburt der Täuschung wird keins seiner Versprechen halten, was auch immer er dir…“„Sprich nicht so über meinen Vater!“ unterbricht ihn Larissia in einer Stimme, die dich zusammenzucken lässt. Es kommt dir vor als würden die Bedeutung der Worte direkt in deinem Kopf vibrieren, obwohl du die Worte mit den Ohren gehört hast.
Auch Dunchaban ruft erschrocken aus: „Ay, stolze Rose des Nordens, zürne mir nicht!“ Dann herrscht eisige Stille. Stoff raschelt. Als Dunchaban wieder spricht, ist sämtliche Wärme aus seiner Stimme gewichen: „Ich sehe, ich habe dich falsch eingeschätzt. Es ist nicht nötig, dass ich dich dermaßen umsorge.“ Ein Topf zerbirst. „Du bist weiterhin mein Gast. Aber wenn du essen möchtest, wirst du mir morgen beim Frühstück Gesellschaft leisten! Und nun gute Nacht!“ Erneutes Klappern von Geschirr und entschlossene Schritte, die den Raum verlassen.
[wenn dir das beschriebene Versteck hinter dem Vorhang nicht gefällt, wäre die Alternative, dass du durch einen der anderen Durchgänge in ein Nebenzimmer geschlüpft bist, und ggf von dort auf den Hauptflur – ich sage mal da hörst du Larissia vielleicht nicht ganz so gut, aber das Wesentliche dürftest du genauso mitgekriegt haben. Für die weitere Handlung müsste ich dann aber wissen, wo du bist ;-)]
Mein Herz schlägt mir bis zum Hals als Dunchaban den Raum verlässt. Ich warte noch einige Atemzüge, ehe ich sehr vorsichtig den Vorhang einen Spalt breit auseinander- bzw. beiseite schiebe. Ich hoffe, dass drinnen nun niemand mehr ist außer Larissia und so betrete ich leise und vorsichtig das Gemach.
Wenn ich versichert bin, dass niemand mehr im Raum ist, zische ich: “Larissia, ich bin es, Dsche!”
Ich bete zu Satuaria, dass sie nicht so sehr erschreckt, dass sie laut aufschreit.
Du öffnest den Vorhang und blickst in das mit Öllampen beleuchtete Zimmer. Neben dem Fenster flattert ein kleiner Singvogel in einem großen Käfig. Das Herzstück des Zimmers bildet ein prächtiger, weich gepolsterter Diwan mit einem Beistelltisch. Davor hat die umgestoßene Suppe eine große Pfütze auf dem Teppich gebildet. In die Kissen gesunken und lang auf dem Diwan ausgestreckt liegt Larissia, den leeren Blick an die Decke gerichtet. Sie reagiert nicht auf das Öffnen des Vorhanges. Erst als du sie ansprichst, dreht sie dir den Kopf zu, und hebt dann mühsam den Oberkörper. Sie sieht noch genauso krank aus, wie in der Welt des Dschinns. Blass und Eingefallen. Ihre Augen scheinen in die dunkel geränderten Augenhöhlen zurückgesunken, ihre Lippen sind farblos und spröde. Ihr Haar ist sorgsam frisiert worden, aber durch das Liegen haben sich ringsum Strähnen gelöst und hängen heraus. Sie trägt kein Diadem. Ihr Gesicht zeigt freudige Überraschung, als sie dich erkennt: „Bey Dscheridan!“ wispert sie. Dann kommt die Erinnerung und ihre Züge verhärten sich. Sie starrt dich so böse an, dass du zunächst im Fensterrahmen verharrst: „Du hast mich ausgetrickst! Nur wegen dir bin ich jetzt hier!“
Ich bin einen Augenblick erschrocken über ihre Worte, gewinne aber meine Fassung schnell wieder als ich auf sie zugehe und ihre kränkliche Gestalt sehe: „Deine Schuldzuweisung kränkt mich, liebe Begleiterin. Giftige Worte einer gespaltenen Zunge verwirrten meinen Geist, bis ich nicht mehr sehen konnte was Recht und Unrecht ist und wer Feind und Freund. Glaube mir dass ich in bester Absicht handelte als ich dich aus des Dschinnen – deines Vaters – Hand befreite. Und auch jetzt wenn ich dich hier so geschwächt liegen sehe steigt Zweifel in mir auf wer uns wohlgesonnen ist und wer ein Feind.“
Ich hocke mich an Larissias Seite: „Um ein ungehörig ehrliches Wort zu sprechen: du siehst furchtbar aus.“ Ich lächle sie stirnrunzelnd, beinahe vorwurfsvoll und doch auch foppend, an.
„Bitte lüfte den Schleier der Lügen für mich und ich will meinen Fehler ungeschehen machen und dich hier herausholen und zu deinem Vater zurück bringen!“
Du bist, während du sprichst, ganz behutsam auf sie zu gegangen. Als du die Fensterschwelle überquertest wurden deine Schritte schwerer, als watest du durch zähen Sirup, du erreichtest jedoch unbehelligt das Lager und kniest jetzt neben Larissia: „Bitte lüfte den Schleier der Lügen für mich und ich will meinen Fehler ungeschehen machen und dich hier herausholen und zu deinem Vater zurück bringen!“
Sie seufzt: „Wie gut es tut, dies zu hören, mein Freund. Und ich glaub dir. Gerne will ich helfen dies Netz der Lügen zu entwirren, soweit ich kann. Jedoch befürchte ich, bin auch ich nur ein zappelnder Fisch darin. Wenn ich doch nur wüsste, was dieser unheimliche Mann von mir will. Er scheint weitreichendes Wissen über mich und meine Abstammung zu haben, mich deucht geradezu er weiß mehr als ich. Und ich weiß gar nichts über ihn. Nicht mal, warum er meinem Vater so ähnlich sieht. Und wenn ich frage, hüllt er sich in Andeutungen und lenkt mit Schmeicheleien ab… Aber vor allem missfällt mir der Blick, mit dem er mich betrachtet. Als wolle er mich in Besitz nehmen – Begierde liegt darin, aber auch gleichermaßen Abscheu.
Er sagt er wolle mir helfen. Er bietet mir Zauberstunden an. Er sagt, ich könne die Dinge, die ich bei meinem Vater konnte, auch hier tun – Ich habe es heimlich versucht, es geht nicht. Und ich fühle mich so schwach. Mein Magen knurrt. Aber ich will sein Essen nicht essen, ich fürchte es könnte wieder ein Schlafmittel darin sein… Ich will ihm nicht ausgeliefert sein – ich – habe Angst.“
Du hast während ihrer Worte ihre Hand ergriffen und willst dich jetzt erheben, um dich tröstend neben sie zu setzen. Bei dem Versuch aufzustehen gerätst du ins Taumeln. Deine Füße gehorchen dir nicht. Es ist dir nicht möglich, sie vom Boden zu lösen, so sehr du dich auch anstrengst.
Eifrig wisperst du erst Licht, dann Tag, dann Sonne – aber nichts geschieht. Auch deine weiteren Versuche auf Tulamidya bringen nicht den gewünschten Erfolg.
Larissia indess scheint deine Lage noch nicht ganz zu begreifen und beobachtet befremdet dein artistisches Bemühen aufzustehen ohne dabei umzukippen.
Panik steigt in mir auf, als meine Worte ihre Wirkung verfehlen. „Larissia, bei allen Göttern. Es gibt hier einen Schutzzauber der mich bewegungsunfähig macht. Ich kann mich nicht mehr richtig bewegen.“ Ich schaue mich panisch um. „Was ist die Lösung zu folgendem Rätsel: ‚Dein ständiger Begleiter, des Tags an deiner Seite, des Nachts meist nicht erschaut – er macht auch nie nen Laut.‘ Die Antwort sollte den Bann aufheben aber ich habe mich scheinbar mit der Lösung geirrt.“
Panisch schaue ich herum und Versuche mich los zu strampeln als ob das etwas hülfe. Dann besinne ich mich und rufe mich selbst zur Ruhe. Du hast Sandstürme überlebt, Dsche, dir wird etwas einfallen. Sollte Larissias indes etwas gesagt haben, so probiere ich das aus. Wenn sie mir zustimmt, das meine Idee eigentlich richtig sein müsse setze ich mich auf den Hosenboden und schließe die Augen.
Ich denke zurück an die Begegnung auf dem Dach. Habe ich das Rätsel falsch zitiert? Was hatte der kleine Dämon genau gesagt? „Herrje! Beim Dämonensultan. Der kleine Dämon sagte dass man das Wort in der Sprache der Zauberer sagen muss. Weißt du wie die Worte in Zauberersprache lauten? Ich blödes Rindviech.“
So sehr du auch zerrst und schimpfst – die Zauberwirkung bleibt bestehen. Immerhin versetzen deine verzweifelten Worte nun auch Larissia in Bewegung – eine andere Lösung nennt sie dir zwar nicht, aber mit bedachten Bewegungen gleitet sie von ihrem Lager zu dir hinab und tastet nach deinem Knöchel. Sie summt eine Melodie und streicht die Hände über deinen rechten Fuß. Du spürst das Prickeln der Magie wie kleine Bläschen auf deiner Haut zerplatzen und plötzlich kannst du den einen Fuß heben. Da entfährt Larissia ein schmerzerfüllter Seufzer und ihr Körper fällt schlaff neben dir zu Boden. Ein dünnes Rinnsal Blut läuft aus einem Nasenloch. Du ziehst sie in eine sitzende Position, so gut du kannst und rüttelst sie kräftig, aber sie bleibt bewusstlos. Immerhin atmet sie! Aus deiner angepinnten Lage heraus gelingt es dir mehr schlecht als recht, sie mit Kissen irgendwie abzustützen und ihr ein Tuch unter die Nase zu drücken. Als du gerade nach weiteren Handlungsoptionen sinnst, hörst du etwas.
Als wäre nicht alles bereits schlimm genug ertönen Schritte aus dem Flur, die sich eilends der Tür nähern.
Du wendest deinen Oberkörper in die Richtung und nun steht ihr euch zum ersten Mal in Person gegenüber. Mit wütend funkelnden Augen sieht Dunchaban auf dich herab. Nach einem Moment in dem sein Blick zwischen dir und der zusammengesunkenen Larissia hin und her flackert, fixiert er dich unerbittlich:
„Wer wagt es, hier einzudringen – in die Privatgemächer eines der mächtigsten Männer dieser Stadt? Du lässt sofort die Hände von dieser Frau, oder es wird dir keine Zeit bleiben, es zu bereuen!“ Er krallt eine Hand auf Brusthöhe zusammen, es sieht aus wie die Vorbereitung eines Zaubers.
Tausend Gedanken schießen mir im Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Hass lodert in mir auf, Verachtung, unbändige Wut. Gleichsam bin ich zu Tode erschrocken.
Wie gerne würde ich mich vor ihm aufbauen und ihm ein “wagt es, Dscheridan ben Yussuf auch nur ein Haar zu krümmen und euer Kopf wird rollen, ihr fadenscheiniger Scharlatan von einem Akademiemagier” entgegen stellen. “Dsche Wüstenwanderer heiße ich und der Wind der Wüste brachte mich her um den ewigen Dünen der Khom etwas zurückzugeben was ihr ihr gestohlen habt” ist der zweite wütende Gedanke der durch meinen Kopf schießt ehe mein Überlebenswille, meine Panik und meine Vernunft Einzug in mein Oberstübchen halten und ich die Hände in die Höhe reißend schreie: “Haltet ein!! Ihr wollt doch keinen Schüler töten, Spektabilität! Ein Missverständnis, ein Missverständnis!”
Wo eben noch die astrale Energie meiner Wut prickelte spüre ich nun die astrale Kraft der Angst und halte mich an ihr fest, zu Satuaria betend, dass ich nun nicht geröstet werde.
Von aberwitzigen Verzauberungen sehe ich ab und probiere mich mit gewandter Zunge aus der Situation zu befreien: Von einer Mutprobe werde ich berichten, in die mich die anderen Schüler hinein geschubst haben. Ich konnte ja nicht ahnen wohin sie mich schickten, vermutlich um mir eine Lektion zu erteilen. Und dann sei ich durch das Fenster in diesem Raum gestürzt und fand die junge Dame am Boden liegend mit blutiger Nase.
Phex und Satuaria mögen meine Zunge führen!
Einen kurzen Moment lauscht der Magister deinem Redeschwall dann schiebt er sich mit einem unwirschen „Genug mit dem Gewäsch!“ an dir vorbei und untersucht die immer noch ohnmächtige Larissia. Du bist immer noch mit einem Bein am Boden festgepinnt und kannst ihm daher nur ungelenk über die Schulter schauen. Ein Fluch entfährt ihm. Schon wendet er sich mit finsterer Miene wieder dir zu: „Um deine Strafe kümmern wir uns später. Hilf mir!“ und mit einem Schnippen seiner Finger löst sich dein Fuß vom Boden. „Und bete besser, dass es uns gelingt sie von der Schwelle des Todes zu holen!“ Verdattert trittst du hinzu und hebst mit Dunchaban zusammen Larissia wieder auf ihr Lager. Sie ist federleicht. Sodann raunzt dich der Magister an: „Balsam, schnell. Mit Unitatio sollten wir genug Kraft aufbringen!“
Dein ratloses Zögern bringt dir einen Blick absoluter Geringschätzung ein. „Dann ruf wenigstens Hilfe!“ presst er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, und nickt zu einer Glocke auf dem Beistelltisch. Er selbst tritt neben den Diwan und legt eine Hand auf Larissias Herzgegend. Er schließt konzentriert die Augen und beginnt magische Worte zu wispern.
Satuaria hilf! Durch die schnelle Abfolge der Ereignisse völlig aus dem Konzept gebracht bin ich für den Augenblick sogar dankbar für das herrische Gehabe und folge mechanisch der Anweisung. Ich läute die Glocke und eile dann noch auf den Flur um ein sehr nachdrückliches “Eilt euch!” in die Dunkelheit zu rufen.
Dann eile ich zurück an Dunchabans Seite. Der Magier scheint tatsächlich in höchster Sorge zu sein, schlussfolgere ich und ein Bangen legt sich um mein Herz. Ich habe versprochen Larissia gesund und munter zurück zu bringen. Ich verlagere nervös mein Gewicht von einem Bein auf das andere.
Sollte ich nicht den Eindruck haben, dass Dunchaban sich entspannt fasse ich mit klopfendem Herzen einen vielleicht folgenschweren Entschluss, doch ist mir Larissias Gesundheit gerade wichtiger als alles andere.
“Herr, mit eurem Heilzauber kann ich nicht dienen, doch lasst mich unterstützen wie ich es von einer magiebegabten Zahori gelernt habe.”
Ohne seine Antwort abzuwarten lasse ich meine Sorge magische Gestalt annehmen. Ich verdränge den Ärger darüber, dass ich sofort an den Abend mit Maruch denken muss, als es auf meiner Zunge zu prickeln beginnt und ich Larissia meinen Speichel schmecken lasse als ich ihr einen scheinbar leidenschaftlichen Zungenkuss gebe.
[HEXENSPEICHEL mit 3 ZfP* gelungen (also allen), eingesetzt 3 Astralpunkte. Man kann nur den ZfW Astralpunkte einsetzen. Sollten die Bedingungen für “Zaubern unter Einfluss starker Emotion” gelten, so wären es vielleicht 6 Astralpunkte und damit ggf. 6 LeP …]